Roman Bürki kann seine erste Saison für den BVB krönen

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Borussia Dortmund - FC Bayern München

DORTMUND - Im Umfeld des 1. FC Köln geht derzeit das Gerücht um, dass sich der BV Borussia Dortmund um FC-Torhüter Timo Horn bemüht. Wenn dieses Gerede stimmen würde, wäre es ein Indiz dafür, dass der BVB mit der Leistung von Roman Bürki in seiner ersten Saison im schwarz-gelben Dress nicht zufrieden wäre.

 Doch diesen Spekulationen tritt der Trainer des Vizemeisters und Pokalfinalisten mit Vehemenz entgegen. „Ich bin mit der Leistung von Roman sehr zufrieden“, beteuert Thomas Tuchel, „weil er sich ständig gesteigert hat, weil er ruhig geblieben ist. Er spielt eine sehr starke, konstante Runde.“ Eine Aussage, die Tuchel durch Zahlen belegen kann. 23 der insgesamt 34 Gegentore der nun abgeschlossenen Saison kassierte der Schweizer Nationaltorhüter in der Hinserie, nur elf in der Rückrunde. Zwölfmal stand am Ende der 90 Minuten für Bürki die Null, neunmal davon in der zweiten Serie.

Was darauf hindeutet, dass der 25-Jährige zu Beginn seiner Tätigkeit bei der Borussia doch seine Probleme besaß, sich auch den einen oder anderen Patzer erlaubte. Wofür Tuchel durchaus Verständnis hat: „Es ist ein kompletter Wechsel des Umfelds, der Größe des Klubs, Stadion der Energie der Kraft die unser Verein hat ist nicht mit dem zu vergleichen in Freiburg“, betont der BVB-Coach. „Das Spiel unterscheidet sich komplett. Wir sind meistens der Favorit oder zumindest auf Augenhöhe, Freiburg war meist der Außenseiter. Da ändert sich das Torwartspiel um 180 Grad. Wenn man das alles berücksichtigt, hat er das ganz klasse gemacht.“

Laut Tuchel hat Bürki auf jeden Fall einen sehr großen Anteil daran gehabt, dass die Dortmunder in der Rückrunde weitaus stabiler standen und weniger Gegentore kassiert haben. „Durch sehr unspektakuläre Leistungen, die wir aber sehr, sehr schätzen können“, beteuert der Trainer. Tuchel lobt Bürki zudem für seine sehr selbstkritische Art. Der Schweizer ist nach eigener Aussage keiner, der nach einem Gegentor die Schuld bei jemand anderem sucht. „Ich ärgere mich, wenn ich schlecht spiele und die Kritiken entsprechend ausfallen. Nach schwachen Leistungen verlasse ich die Wohnung nicht gerne“, sagte Bürki dem Kicker.

Die Umstellung sei für ihn in Dortmund viel größer gewesen als vor seinem Wechsel von den Grasshoppers Zürich nach Freiburg. Bei den Breisgauern habe er in jedem Spiel die Chance gehabt, Fehlgriffe durch drei oder vier Glanzparaden wieder gut zu machen. Das sei in Dortmund anders, weil er viel weniger zu tun habe. Den Wechsel zum BVB bereut er aber nicht. „Es ist wirklich ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist. Bei so einem großen, ambitionierten Klub zu spielen ist wirklich ein Märchen“, schwärmt Bürki. Er wird am Samstag im Berliner Olympiastadion im Pokalfinale gegen den FC Bayern München zwischen den Dortmunder Pfosten stehen. Auch dann wird ihn Tuchel wie schon beim letzten 0:0 gegen die Bayern in der Bundesliga, als Bürki mit zwei Weltklasse-Paraden den Borussen zumindest einen Punkt rettete, auffordern, risikoreich zu agieren. „Ich bin überzeugt davon, dass man so ein Spiel gegen die Bayern nur beruhigt kriegt, wenn dein Schlussmann den Mut hat, mitzuspielen“, lautet Tuchels Auffassung von einem modernen Torwartspiel. Für Bürki also die große Chance, seine erste Saison in Dortmund zu krönen. Und Gerüchte um eine Verpflichtung des Kölners Timo Horn endgültig verstummen zu lassen.

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