Nach BVB-Befreiungsschlag

Klopp gibt "verdammten" Befehl

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Jürgen Klopp ist erleichtert.

Freiburg - Borussia Dortmund hat einen Schritt aus der Krise gemacht. Der abgestürzte Vizemeister gewann 3:0 (1:0) beim SC Freiburg und hat den letzten Platz verlassen.

Der Jubel von Kapitän Mats Hummels bei den Fans auf dem Zaun kam nicht spontan, er war von ganz oben angeordnet. „Ich habe den Jungs gesagt, dass sie sich verdammt nochmal wieder richtig freuen sollen“, sagte Trainer Jürgen Klopp nach dem lange ersehnten Befreiungsschlag von Borussia Dortmund: „Wir waren zuletzt die einzige Fußballmannschaft der Welt, die sich nicht mehr freuen, sondern nur noch erleichtert sein durfte.“

Es war tatsächlich eine Mischung aus Freude und Erleichterung, die im Anschluss an das klare 3:0 (1:0) des abgestürzten Vizemeisters am 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga beim SC Freiburg in den Gesichtern der Borussen zu lesen war. Nach fünf Partien ohne Sieg kam der schwache und völlig chancenlose Lieblingsgegner im Kellerduell gerade recht. Der zuletzt angeschlagene Klopp und sein stark verbessertes Team feierten den zehnten Sieg in Folge gegen den Sport-Club.

„Vieles geht natürlich noch besser. Aber es war der erste Schritt in die richtige Richtung“, äußerte Klopp, dessen Klub (19 Punkte) nach dem ersten Auswärtssieg seit 162 Tagen vom letzten auf den drittletzten Platz kletterte: „Das ist der richtige Schritt auf dem Weg zur Genesung gewesen.“

Dass es dem westfälischen Patienten und seinem angezählten Trainer wieder besser geht, hat der BVB in erster Linie Pierre-Emerick Aubameyang zu verdanken. Den ersten Treffer durch Marco Reus (9.) bereitete der überragende Gabuner vor, die anderen beiden Tore erzielte Aubameyang selbst (56. und 72.).

„Wir hatten definitiv ein Kopfproblem. Das hat der Trainer in der Sitzung am Freitag auch klar angesprochen. Er hat dabei die richtigen Worte gefunden und uns positiv eingestellt“, sagte Aubameyang (sieben Saisontore) im Anschluss an seine Gala vor 24. 000 Zuschauern im ausverkauften Schwarzwaldstadion: „Deshalb hatten wir nur positive Gedanken im Kopf.“

Auch Klopp gab nach dem Abpfiff zu Protokoll, dass er es in seiner Not diesmal mit einer Art Gehirnwäsche probiert hatte. „Wir haben versucht, endlich mal einen positiven Ansatz zu wählen. Die Jungs sollten endlich anfangen, wieder an sich zu glauben“, erklärte der Coach: „In unserer Situation ist es wichtig, dass man sich auch vorstellen kann, Spiele zu gewinnen.“

Eine Garantie für weitere Siege ist die veränderte Ansprache laut Klopp aber nicht - obwohl der BVB in Freiburg in allen Belangen überlegen war. „Wenn es so einfach wäre, dann müssten wir zukünftig nur das Richtige sagen - und dann läuft“s„, sagte der 47-Jährige, über dessen Abgang zuletzt bereits spekuliert wurde: `Dieser Sieg bedeutet nicht, dass wir die nächsten vier Spiele gewinnen. Aber wir haben unsere Situation angenommen.“

Das gilt bereits seit langer Zeit für Freiburg. Alle Beteiligten beim Tabellenvorletzten (18 Punkte) wissen seit dem ersten Spieltag, dass sie um den Klassenerhalt kämpfen werden. Mit einer Leistung wie am Samstag wird dieses Unterfangen aber nicht gelingen.

Das gab Trainer Christian Streich auch unumwunden zu. „Wir haben ein furchtbares Spiel gemacht. Wir waren in allen Belangen unterlegen. Wir hätten noch wesentlich höher verlieren können“, äußerte der Coach, der die Schuld auch bei sich selbst suchte: „Vielleicht habe ich Fehler bei der Aufstellung gemacht.“

SID

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