Tuchel: Der Blick auf Bayern bleibt tabu

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Der Blick auf den Spitzenreiter Bayern München bleibt für BVB-Trainer Thomas Tuchel tabu.

Dortmund - Der Blick Richtung Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München bleibt für die Profis des BV Borussia Dortmund auch vor dem heutigen Rückrundenauftakt beim Namensvetter in Mönchengladbach tabu. Das betonte BVB-Fußball-Lehrer Thomas Tuchel vor der Partie.

„Der Vorsprung der Bayern ist komfortabel. Daher macht es wenig Sinn, sich damit zu beschäftigen, ob die Münchner ihr Niveau behaupten können“, so  Tuchel bei der Pressekonferenz am Freitag. „Elementarste Aufgabe sollte für uns sein, unser Niveau zu halten." 

Zumindest ist Tuchel fest davon überzeugt, dass gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rückrunde gegeben sind. Einziger Wermutstropfen für den Trainer sind die Ausfälle von Nuri Sahin, Sven Bender und Marcel Schmelzer, die alle nicht richtig fit sind. Ansonsten sieht er seine Mannschaft voll im Plan. „Wir haben viel von dem erreicht, was wir uns vorgenommen haben“, bestätigt Tuchel. „Wir fühlen uns absolut bereit. Ich bin sehr zufrieden mit der Konsequenz und Verbissenheit, mit der die Mannschaft gearbeitet hat." 

Allerdings macht Tuchel weiter keinen Hehl darauf, dass er sich bis zur Schließung des Transferfensters über die eine oder andere Verstärkung freuen würde. „Entscheidend ist die Dichte, wir brauchen Konkurrenzkampf“, sagt Tuchel. Mit Adnan Januzaj (zurück zu Manchester United) und Jonas Hofmann (Mönchengladbach) hat der BVB zwei Offensivkräfte abgegeben, mit Felix Paßlack und Christian Pulisic sind zwei Spieler aus dem Jung-Jahrgang der A-Jugend nachgerückt, die Tuchel aber nicht überfordern will. „Ich möchte ihnen ungern einen Rucksack aufsetzen, damit würde ich ihnen auch keinen Gefallen tun“, betont der Coach. „Ich bin nach wie vor ein Verfechter davon, mit 16, 17 oder 18 Spielern auf hohem Niveau zu arbeiten und dazu einige Perspektivspieler zu nehmen.“ Deshalb hat der Dortmunder Trainer keineswegs die Hoffnung aufgegeben, dass es mit der Verpflichtung des Mainzers Yunus Malli doch noch klappt. „Es ist müßig darüber zu spekulieren, was passieren kann und ob wir einen Plan B haben. Das sei dahingestellt“, erklärt Tuchel. „Wir brauchen Geduld und Optimismus, mehr kann ich dazu nicht sagen." 

Deswegen vertraut er vor der Aufgabe in Mönchengladbach dem aktuellen Kader, der schon im Hinspiel für einen lockeren 4:0 Erfolg des BVB sorgte. Aber so leicht wird es die Elf vom Niederrhein den Dortmunder wohl nicht noch einmal machen, denn die Gladbacher haben unter dem neuen Trainer Andre Schubert zuletzt eine gute Entwicklung genommen. „Unter Schubert sind sie aktiver, spielen aggressiver und laufen früher an“, beschreibt Tuchel seine Beobachtungen. Daher rechnet er mit einer sehr mutig auftretenden Elf der Gastgeber. 

Zum Start wünscht sich Tuchel natürlich einen Sieg, fordert aber zudem ein bisschen Gelassenheit ein. Die Mannschaft soll sich nicht mit einer zu hohen Eigenerwartung unter Druck setzen. Tuchel: „Es gilt, den Spagat zu schaffen zwischen Verbissenheit und Freiheit.“ Seiner Meinung nach haben die Dortmunder Borussen viele Möglichkeiten, auf die Herausforderungen zu reagieren, die ihnen in diesem alten West-Schlager gestellt werden.

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