Schwacher Trost für den FC Ingolstadt

Referee Winkmann entschuldigt sich für Fehler beim 2:0-Erfolg des BVB

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Schiedsrichter Guido Winkmann stand beim 2:0-Erfolg des BVB gegen Ingolstadt im Mittelpunkt.

Dortmund - Dass es gegen einen unangenehm spielenden Gegner wie den FC Ingolstadt keinen Erfolg mit Glanz und Gloria geben würde, war Thomas Tuchel schon zuvor bewusst. Umso mehr war der Dortmunder Fußball-Lehrer erleichtert, dass seine Mannschaft jetzt auch die „dreckigen Siege“ einfahren kann.

Vor 81.359 Zuschauern (ausverkauft) stand nach dem 2:0 (0:0) des BVB über den Neuling aber nicht Pierre-Emerick Aubameyang im Mittelpunkt, der seine Saisontore Nummer 19 und 20 (78. und 86) erzielte, sondern Schiedsrichter Guido Winkmann.

„Dass wir am Ende mit null Punkten dastehen, kotzt mich richtig an“, echauffierte sich Gästecoach Ralph Hasenhüttl, der sich in der Kabine immer wieder Fragen seiner frustrierten Profis anhören musste, die er nicht beantworten konnte. 

Fragen, warum Winkmann nach einer halben Stunde bei einer Aktion von Mats Hummels im Strafraum gegen Dario Lezcano nicht auf den Elfmeterpunkt zeigte und Rot zückte? Warum der Unparteiische das Eigentor von Hummels, der dabei von Lezcano attackiert wurde, wieder aberkannte (66.) und warum er die Abseitsstellung von Aubameyang beim 1:0 nicht erkannte. 

BVB Dortmund siegt gegen Ingolstadt

Besonders bitter, dass dies alle Spieler und Zuschauer im Stadion anschließend auf der Videowand sehen konnten. „Die Abseitsstellung ist unstrittig“, gestand auch Tuchel ein, doch die beiden anderen Szenen, waren, so der BVB-Trainer, keine Fehlentscheidungen. „Wir können uns allerdings nicht beschweren, wenn sie anders ausgelegt werden“, erklärte Tuchel, der sich anschließend erneut für den Videobeweis aussprach: „Ich bin glühender Verfechter davon, alle Tore zu überprüfen. Auch wir sind in dieser Saison schon viermal benachteiligt worden.“ 

"Fakt ist, es war spielentscheidend"

Der Schiedsrichter entschuldigte sich nach der Partie für seine Fehler. „Fakt ist, beim 1:0 des BVB war es Abseits. Fakt ist, es war spielentscheidend“, sagte Winkmann. „Es hat heute drei Mal Ingolstadt getroffen, das Theater ist groß. Selbst wenn ich auf der Video-Leinwand die Abseitsstellung gesehen hätte, hätte ich den Treffer nicht zurücknehmen dürfen.“ 

Ohne die wegen eines Virusinfekts fehlenden Ilkay Gündogan und Marco Reus fand der Tabellenzweite gegen leidenschaftlich verteidigende Schanzer nicht seine spielerische Linie. „Sie lassen kaum Räume, sie haben uns 90 Minuten nicht in Ruhe gelassen. Für eine Mannschaft, die wie wir Fußball spielen will, ist das schwierig. Am Ende haben wir 2:0 gewonnen. Deshalb Mund abputzen und weiter geht's“, meinte BVB-Mittelfeldspieler Gonzalo Castro. 

Bundesligadebüt von Christian Pulisic (17)

Auch Tuchel erkannte trotz aller Probleme im Spielaufbau immerhin den Willen seiner Spieler, sich weiter fest zu beißen und nie aufzugeben. „Wir sind glücklich und zufrieden, dass der ganze Aufwand am Ende noch belohnt worden ist“, erklärte der Coach, der sich in der Schlussphase über das gelungene Bundesligadebüt des erst 17-jährigens Talentes Christian Pulisic freuen durfte, der unbekümmert auftrat und über die linke Offensivseite einige sehr gute Aktionen startete. 

„Es ist eine Freude, diesen Jungen zu beobachten, wie er auch im Training mit seinem verschmitzten Lächeln alles aufsaugt“, lobte Tuchel den Nachwuchsmann, der vor einem Jahr von den Pennsylvania Classics aus den USA nach Dortmund kam. „Für mich war das ein spezieller Moment. Einfach toll“, stahlte Pulisic nach dem Schlusspfiff und gab zu, nervös gewesen zu sein. „Der Trainer hat gesagt: Genieß den Einsatz. Du kannst das. Viel Spaß.“

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