"„Das große Thema war die Fehlentscheidung"

BVB-Spieler diskutieren über die 37. Minute

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Bei der Rangelei zwischen dem Münchner Franck Ribéry und dem Dortmunder Gonzalo Castro in der 37. Minute landete die Hand des Franzosen im Gesicht Castros, ein Finger drückte gar ins linke Auge des ehemaligen Leverkuseners.

Berlin - Als kurz vor Mitternacht die Mannschaft des BV Borussia Dortmund die Katakomben des Berliner Olympiastadions verließ, stellten sich nur wenige Profis der Schwarz-Gelben den Medienvertretern in der Mixed-Zone. Zu groß war der Frust nach der unglücklichen Final-Niederlage gegen die Bayern im Elfmeterschießen.

Einer der wenigen BVB-Spieler, die Redebedarf hatten, war Marcel Schmelzer. Und der überraschte mit der Aussage, dass in der Kabine keineswegs über Gründe und Ursachen der vierten Dortmunder Final-Pleite in Serie diskutiert wurde. 

„Das große Thema war die Fehlentscheidung in der 37. Minute“, erklärte der Außenverteidiger. Damit sprach Schmelzer die Rangelei zwischen dem Münchner Franck Ribéry und dem Dortmunder Gonzalo Castro an. Dabei landete die Hand des Franzosen im Gesicht Castros, ein Finger drückte gar ins linke Auge des ehemaligen Leverkuseners. Der vierte Unparteiische, Bastian Dankert, hatte den Münchner bei dieser Aktion sogar mit beiden Armen festgehalten, im Eifer des Gefechts aber wohl keine Tätlichkeit erkannt. 

Schiedsrichter Marco Fritz aus Korb gab beiden die Gelbe Karte. „Ein Finger hat im Gesicht des Gegenspielers nicht zu suchen“, echauffierte sich Schmelzer. „Daraus resultiert im Fußball eigentlich eine Rote Karte.“ Für viele Dortmunder Profis hatte Korbs mildes Strafmaß gegen Ribéry maßgeblichen Einfluss auf den Spielverlauf. „Wenn in der ersten Halbzeit eine Tätlichkeit nicht mit Rot geahndet wird, dann ist das spielentscheidend“, schimpfte Schmelzer. „Ich glaube nicht, dass uns zehn Bayern genauso angelaufen wären wie es elf getan haben.“ 

Unterstützung erhielt er dabei von dem nach München wechselnden Mats Hummels. „Geschichte wiederholt sich“, meinte der scheidende BVB-Kapitän und erinnerte daran, dass sich die Dortmunder schon im Champions-League-Endspiel 2013 in Wembley, als Münchens Verteidiger Dante nach einem bösen Foul und vorangegangener Gelben Karte nicht vom Platz gestellt wurde, sowie im Pokalfinale 2014, als in der regulären Spielzeit ein klares Kopfballtor von Hummels zum 1:0 gegen die Bayern nicht anerkannt wurde, benachteiligt wurden. „Wir haben einen Hattrick geschafft von Finalspielen, die der Schiedsrichter wesentlich mitbeeinflusst hat“, betonte der Nationalspieler. „Ich glaube, es hat jeder gesehen. Der vierte Offizielle stand 30 Zentimeter hinter den Beteiligten. Eigentlich ist alles selbsterklärend.“

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