Mittelfeldmann stellt für Partie in Leverkusen keine Absprüche

Tasche ins Auto gelegt: Nuri Sahins Frau hatte Überraschungs-Comeback geahnt

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Trainer Thomas Tuchel und Co. gratulieren Nuri Sahin zum Überraschungs-Comeback.

Dortmund - Manchmal ist es von Vorteil, sich mit gewissen Situationen nicht lange und intensiv beschäftigen zu müssen. Dieser Meinung war jedenfalls Nuri Sahin nach seinem Überraschungs-Comeback beim 2:0 (1:0)-Erfolg des BV Borussia Dortmund im Hinspiel der Europa-League-Zwischenrunde gegen den FC Porto.

„Das war genau das, was ich gebraucht habe“, freute sich der türkische Nationalspieler nach dem Ende seiner 355 Tage währenden Leidenszeit wegen einer Leistenverletzung. „Einfach rein, und nicht nachdenken.“

Mit einem Startelfeinsatz hatte der 27-Jährige keineswegs gerechnet. „Ich hatte nicht einmal die Tasche gepackt. Doch meine Frau hatte offenbar einen Geistesblitz und mir die Sachen in den Kofferraum gelegt“, erzählte Sahin, dem jetzt nicht viel Zeit bleibt, seine Rückkehr auf die große Fußball-Bühne zu verarbeiten. 

Mit der anstehenden Bundesliga-Aufgabe am Sonntag (15.30 Uhr) beim Tabellendritten Bayer Leverkusen wollte sich er sich nach der Partie gegen die Portugiesen aber nicht befassen, schon gar nicht Ansprüche stellen, nach seinem 57 minütigen am Wochenende erneut auf dem Platz zu stehen. „Ich muss einfach vernünftig bleiben“, gab sich Sahin bescheiden. „Ich muss jetzt erst einmal gut schlafen, regenerieren und gut essen. Nur das ist wichtig.“

Borussia Dortmund schlägt Porto 2:0

Thomas Tuchel war durchaus bewusst, dass er mit der Nominierung ein Risiko eingegangen war. Umso erleichterter war der BVB-Trainer nach dem Erfolg über den FC Porto. „Wir konnten ihn nicht mehr zurückhalten. Er brennt seit Wochen darauf, zu spielen. Er trainiert fantastisch, Trainingseinheit für Trainingseinheit“, sagte der Fußball-Lehrer. 

„Wir haben ihm das Vertrauen geschenkt. Ich bin sehr glücklich, dass es geklappt hat. Er ist immer hellwach, passsicher, ein schlauer Spieler und hat ein gutes Gespür für den Raum, wo es Überzahl gibt. Es war schön anzuschauen.“

Spielbericht: Borussia Dortmund - FC Porto 2:0 

Dass Sahin für die Borussia im Saison-Endspurt noch einmal sehr wichtig werden könnte, hatte Tuchel bereits vor einigen Wochen eingeräumt. Nun hat er in der zentralen Schaltstelle im Spiel des BVB eine Alternative mehr. 

In Leverkusen könnte am Sonntag Ilkay Gündogan auf diese Position zurückkehren, der gegen Porto wegen eines Infekts fehlte. Dennoch verschaffte sich die Borussia mit einer souveränen Vorstellung und den Toren durch Lukasz Piszczek (6.) und Marco Reus (71.) eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel in Porto am kommenden Donnerstag. 

Wichtig vor allem, dass die Schwarz-Gelben kein Gegentor kassierten. Ohnehin scheint sich die in der Hinrunde anfällige Defensive des BVB stabilisiert zu haben. Immerhin kassierte die Borussia in sechs Pflichtspielen nach der Winterpause nur zwei Treffer, viermal stand dabei die Null. 

Eine Entwicklung, über die sich auch Tuchel freut. „Vielleicht ist es einfach nur so, dass wir statistisch gesehen sehr, sehr wenig Torchancen zugelassen, aber im Verhältnis dazu, zu viele Tore kassiert haben“, meinte der Coach. „Vielleicht ist die Aufmerksamkeit einfach nur gewachsen, nachdem uns jeder darauf angesprochen hat. Ich bin sehr glücklich darüber, es ist alles andere als selbstverständlich.“ 

Wenn die Dortmunder am Sonntag auch die Partie in Leverkusen ohne Gegentor überstehen, würden sie den direkten Vorfolger mit 13 Punkten weiter auf Distanz halten. Das wäre schon ein großer Schritt Richtung direkte Qualifikation für die Champions League.

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