Nebengeräusche stören BVB-Trainer Tuchel nicht

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Thomas Tuchel

Dortmund - Eine angebliches 100-Millionen-Euro-Offerte für Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang, Gespräche von Ilkay Gündogans Berater mit Manchester City – die Gerüchteküche um Dortmunder Leistungsträger wird wohl bis Ende der Saison kräftig brodeln.

Zumindest Trainer Thomas Tuchel lässt sich davon nicht beeindrucken, bleibt fokussiert auf das heutige Achtelfinal-Hinspiel der Europa League gegen Tottenham Hotspur (19 Uhr/live bei Sky). „Diese Dinge können meine Laune überhaupt nicht beeinträchtigen“, beteuert der BVB-Fußball-Lehrer, der das Treffen von Noch-Bayern-Trainer Pep Guardiola mit Gündogans Berater und Onkel Ilhan Gündogan als „Alltagsgeschäft“ bewertete. „Wir planen auch die kommende Saison und sprechen mit Beratern“, erklärt Tuchel, der zwar nicht von Gündogans Vertragsverlängerung in Dortmund überzeugt ist, aber zumindest die Hoffnung darauf nicht aufgibt.

„Ilkay weiß und spürt sehr genau, was er an diesem Klub hat. Er weiß, welche Entwicklung er hier nehmen kann, welche Führungsrolle er spielen kann, welche persönliche Rolle in diesem Klub er einnehmen kann. Alles andere würde mich sehr erstaunen.“ Während die Gespräche zwischen Manchester City und Gündogan wohl weitergehen und vermutlich immer konkreter werden, bezeichnet Dortmunds Spordirektor Michael Zorc das angebliche Angebot von Real für Aubameyang als „absoluten Quatsch“.

Weitere Personalfragen will Tuchel derzeit nicht beantworten. Nur, dass beim Vergleich des deutschen Tabellenzweiten mit dem Zweiten der Premier League Roman Weidenfeller als Torhüter zum Einsatz kommt. Der präsentiert sich wenige Tage nach der Geburt seines Sohnes Leonard frisch und gut gelaunt. „Ich schlafe derzeit noch alleine, bin deshalb fit“, sagt der Routinier. Weidenfeler erwartet ein Duell auf Augenhöhe. „Wir wissen, was im Rückspiel auf uns zukommen wird. Deshalb sollten wir etwas vorlegen, möglichst ohne Gegentor bleiben“, erklärt der Schlussmann. Dass die Borussia in elf Pflichtspielen der Rückrunde nur drei Treffer kassierte, sieht er als weiteren Entwicklungsschritt an. „Das ist alles eine Frage der Konzentration. In der Hinrunde haben wir zu viele Tore hergeschenkt. Jetzt sind wir stabiler geworden.“

Gegenüber dem 0:0 gegen den FC Bayern München dürfte es ansonsten kaum Änderungen beim BVB geben. Innenverteidiger Sokratis ist zwar wieder ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, „doch ein Einsatz käme zu früh“, meint Tuchel. Der Grieche dürfte erst beim Rückspiel in London in einer Woche ein Thema sein. Über den Gegner aus der Premier League spricht Tuchel mit Hochachtung: „Wir sind sehr beeindruckt von ihrer Saison. Die Spurs sind sehr fleißig und sehr aggressiv, verteidigen hoch und haben viele Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte. Sie haben die beste Tordifferenz in England, sie schießen die meisten Tore und kassieren die wenigsten.“

Ohnehin gibt es zwischen beiden Mannschaften Parallelen. Wie der BVB als Verfolger der Münchner weisen auch die Londoner einen Fünf-Punkte-Rückstand auf Spitzenreiter Leicester City auf. Für Tuchel sind sie derzeit das „deutscheste Team“ auf der Insel. „Ihre Spielweise erinnert uns an die der deutschen Mannschaften. Wir erkennen viele Elemente wieder: frühe Balleroberungen, die Kompaktheit, das Vorwärtsverteidigen, die gesamtheitliche Verteidigung, an der sich auch die herausragenden Offensivspieler beteiligen.“ Einen Favoriten sieht der BVB-Trainer übrigens nicht: „Es werden zwei enge Partien, alles andere würde mich sehr überraschen.“

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