Hummels und Co. ärgern sich über Uli Hoeneß

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Uki Hoeneß

München/Dortmund - Es war am Freitag im Rahmen der Eröffnung einer Sonderausstellung in der Stadion-Erlebniswelt des FC Bayern. Eigentlich kein besonders spektakulärer Termin. Aber Uli Hoeneß, Ex-Präsident des deutschen Rekordmeisters, nutzte ihn, um mal wieder zur Attacke zu blasen, versuchte auf ungeschickte und vor allem unwissende Weise, den Vorwurf zu entschärfen, dass die Bayern mit der anvisierten Verpflichtung mit Dortmunds Mats Hummels einmal mehr die Borussia schwächen wollen.

„So wie ich gehört und gelesen habe, ist es offensichtlich im Falle von Mats so, dass es sein Wunsch ist, nach München zu kommen. Ich meine, wenn einer an die Tür klopft, dann wird der FC Bayern schlecht beraten sein, die Tür aufzumachen”, hatte Hoeneß gesagt – und dadurch noch mehr Öl ins Feuer gegossen.

Für Dortmunds Linksverteidiger Marcel Schmelzer waren diese Sätze auch der Grund dafür, dass die BVB-Fans auf der Südtribüne nach dem Schlusspfiff so sauer auf Hummels waren und den Nationalspieler mit Gesängen sowie Gesten böse beleidigten. „Ich denke, dass vor allem die eine oder andere Äußerung am Tag vor dem Spiel dazu beigetragen hat, dass die Stimmung so war, wie sie war”, betonte Schmelzer. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke zeigte sich ebenfalls sehr erstaunt und brachte seinen Unmut zum Ausdruck.

„Was da aus München gekommen war, fand ich etwas merkwürdig.. Wir lassen uns da nicht auseinander dividieren. Auch nicht von anderen Leuten außerhalb dieses Vereins”, sagte er und meinte auf die Nachfrage, dass dies ja wohl ein schöner Gruß an die Adresse von Uli Hoeneß sei, der nach seiner Haftstrafe wegen millionenfacher Steuerhinterziehung derzeit kein Amt bei den Bayern inne hat: „Wenn man das so interpretiert, ist das sicher nicht falsch. Ich will das aber nicht weiter kommentieren, denn er hat ja keine Funktion. Er ist ja gerade mehr oder weniger nur Edelfan des FC Bayern.”

Hummels war ebenso verärgert über die Aussage von Hoeneß und stellte nach dem 5:1-Sieg über Wolfsburg klar, dass er selbst den angestrebten Wechsel an die Isar keineswegs initiiert habe: „Jetzt mal ganz im Ernst: Ich habe mich nirgendwo angeboten. Das habe ich gar nicht nötig. Das ist der größte Humbug, den ich je gehört habe.”

Damit der sich anbahnende Wechsel nicht noch höhere Wellen schlägt und die eh schon prekäre Situation weiter angeheizt wird, sah sich auch Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge genötigt, den früheren Präsidenten der Münchner zurückzupfeifen. „An die Tür geklopft hat schon der FC Bayern und nicht Mats Hummels. Er ist nicht offensiv auf uns zugekommen. Wir haben ihn gefragt, ob er sich einen Wechsel vorstellen könnte”, stellte Rummenigge klar – und fügte hinzu, dass er jetzt mit „Uli gesprochen habe. Er hat’s verstanden. Er ist jetzt informiert und aufgeklärt.” Also alles nur ein Missverständnis? Oder vielleicht doch eine gezielte Provokation, um den Druck zu erhöhen und die Unruhe beim BVB zu steigern?

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