Kritik an den eigenen Fans

Watzke: "Pfiffe gegen Götze nicht korrekt"

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Hans-Joachim Watzke kritisiert nach dem Supercup die Pfiffe der eigenen Fans gegen Mario Götze.

Dortmund - Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat die eigenen Fans für das Pfeifkonzert gegen den Ex-Dortmunder Mario Götze beim Supercup kritisiert.

„Ehrlich gesagt fand ich es nicht korrekt, dass er so massiv von unseren Fans ausgepfiffen wurde“, sagte Watzke der Westfalenpost.

„Die Begleitumstände seines Wechsels waren speziell“, meinte Watzke über den Transfer des WM-Finaltorschützens im Sommer 2013 zu Bayern München: „Aber mit ein bisschen Abstand sollte man sagen können, dass er aus unserem Stall kommt, dass er viele Jahre für Borussia Dortmund gespielt hat, dass er uns eine riesige Ablösesumme eingebracht hat.“ Deshalb würde er sich „wirklich freuen, wenn ihm unsere Fans beim nächsten Spiel der Bayern einen besseren Empfang bereiten würden.“

Götze sei „ein netter Kerl. Wer Mario im Privaten kennt, der weiß, dass er öffentlich manchmal anders herüber kommt als er ist“, sagte der BVB-Boss und versicherte: „Das Verhältnis zwischen ihm und den BVB-Verantwortlichen ist absolut intakt. Er war nach dem Supercup in unserer Kabine, und wir haben uns alle umarmt.“

Das Verhältnis zu den Verantwortlichen von Götzes Verein Bayern München ist aber offenbar auf Sicht belastet. „Ich sehe nicht ein, warum wir irgendetwas entkrampfen sollten“, meinte Watzke: „Das Verhältnis ist sicherlich nicht optimal - na und? Wichtig ist, dass man sich nicht unterhalb der Gürtellinie bekämpft. Ich hätte es mir auch nicht träumen lassen, dass wir heute zu den Offiziellen von Schalke 04 sicher das bessere Verhältnis haben als zu den Bayern. Aber das ist eben so.“

Nach den Diskussionen über die Ausstiegsklausel von BVB-Star Marco Reus, deren angebliche Höhe Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge öffentlich gemacht hatte, sei es schwer, zur Normalität zurückzukehren. „Natürlich kann man alles weglächeln“, sagte Watzke: „Du kannst auch bei jeder Aggression in der Weltpolitik so tun, als wenn es sie nicht gäbe, aber davon wird nichts besser. Das Problem ist: Wenn du dich nicht ab und zu wehrst, wird dir das als Schwäche ausgelegt.“

SID

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