BVB im Aufwärtstrend

"Geile Momente": Dortmund feiert Reus

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Marco Reus.

Dortmund - Marco Reus lieferte kurz nach seiner Vertragsverlängerung eine imposante Vorstellung und zeigte, warum er für Borussia Dortmund so wertvoll ist.

Dortmund - Der Hauptdarsteller des Thrillers verließ die Bühne unter den Ovationen der Fans. Ein Tor, eine Weltklasse-Vorlage als Krönung einer starken Vorstellung - besser hätte kein Regisseur den Auftritt von Marco Reus, drei Tage nach Vertragsverlängerung mitten in der größten Krise von Borussia Dortmund, inszenieren können. Das Treuebekenntnis des Nationalspielers hatte seine Wirkung nicht verfehlt. Am Ende eines Nervenspiels feierte der Vizemeister ein hochverdientes 4:2 (0:1) gegen den FSV Mainz 05 und einen wichtigen Schritt aus dem Tabellenkeller der Bundesliga.

„Er ist unglaublich“, schwärmte selbst Mitspieler Pierre-Emerick Aubameyang. Auch Ilkay Gündogan fühlte den von Trainer Jürgen Klopp erhofften Reus-Effekt in einem „Sechs-Punkte-Spiel“. „Seine Unterschrift hat uns euphorisiert“, bestätigte der Mittelfeldstratege, und Kollege Nuri Sahin ergänzte: „Marco hat sich entschieden hierzubleiben, wir freuen uns sehr darüber.“

Das 50. Pflichtspieltor von Reus im schwarz-gelben Trikot und das fünfte in der laufenden Saison zum zwischenzeitlichen 2:1 (55.) setzte ein Signal. Sein anschließender genialer Pass in den Lauf von Aubameyang zum entscheidenden 3:2 (71.) verzückte Fußball-Ästheten und verstärkte die Hoffnung der BVB-Anhänger auf das baldige Ende aller Abstiegssorgen. „Man sieht, wenn man Selbstvertrauen hat, klappen auch schwierigste Dinge“, ließ Reus wissen.

Der Ausnahme-Kicker bewies, dass er jeden Euro seines auf angeblich rund acht Millionen aufgestockten Gehaltes wert sein kann. Von den Fans schon bei der Verkündung der Aufstellung gefeiert, leistete der Ex-Gladbacher mit seinem ersten Heimtor seit dem 4:2 gegen Mainz am 19. April vergangenen Jahres einen wesentlichen Beitrag zum kollektiven Aufatmen.

„Ich bin fix und fertig und total erleichtert. In der ersten Halbzeit wirst du ja bescheuert. Mainz hat eine Chance und macht direkt das 1:0 - mein lieber Mann“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke über das frühe Gegentor von Elkin Soto nach 53 Sekunden, und Sportdirektor Michael Zorc ergänzte: „Jetzt haben wir endlich mal zwei Spiele in Folge gewonnen, das tut natürlich sehr gut.“

Auch Coach Klopp war ein ganzes Gebirge vom Herzen gefallen. Derart ausgelassen jubeln sah man den BVB-Trainer seit Wochen nicht. Der spielerische Aufwärtstrend und das gestiegene Selbstvertrauen von Reus uns Co. waren unverkennbar. „Wir hatten viele geile Momente, in denen richtig Fußball gespielt wurde“, sagte der 47-Jährige.

Der BVB präsentierte sich mental gestärkt, schlug mit dem 1:1 von Neven Subotic (49.) zurück und ließ sich auch durch das 2:2 durch Yunus Malli (57.) nicht aus dem Konzept bringen. „Wir wollten nicht den gleichen Fehler wie beim 0:1 gegen Augsburg machen. Das war, als hätte jemand den Stecker gezogen“, erklärte Sahin, Torschütze zum 4:2 (78.).

Die Lockerheit und Spielfreude von Reus wunderte Sahin keineswegs: „Dass er sich für uns entschieden hat, war auch für ihn eine Erlösung.“ Laut Sahin habe der BVB nicht zuletzt durch Reus nach der Winterpause wieder mehr Torgefährlichkeit entwickelt. „Sieben Tore in zwei Spielen, sieben Punkte seit dem Rückrundenstart sind so schlecht nicht“, meinte der türkische Nationalspieler.

In Mainz blühen indes nach nur einem Sieg in den vergangenen 13 Spielen die Spekulationen um die Zukunft von Trainer Kasper Hjulmand. „Der Coach hat nicht mehr Anteil an der Situation als wir“, relativierte FSV-Kapitän Niko Bungert.

sid

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