Sinne schärfen: BVB erwartet in Porto schwieriges Spiel

 
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Volles Haus beim Abflug in Dortmund: Ilkay Gündogan gibt Autogramme.

Porto - Hans-Joachim Watzke war in den vergangenen Jahren wiederholt Gast im Estadio do Dragao des FC Porto. Unter anderem auch bei einem Last-Minute-Sieg des 31-maligen portugiesischen Meisters über Benfica Lissabon, als die Gäste bis zur 89. Minute mit 0:1 führten, Porto dann aber noch mit 2:1 gewann.

Daher weiß er nur zu genau, was Borussia Dortmund am Donnerstagabend (21.05 Uhr/live bei Sport1 und Sky) im Rückspiel der Europa League an der Atlantikküste erwarten wird. „Porto kann zuhause schon unheimlich Druck entfalten. Das Team ist sehr heimstark und nimmt das Publikum mit“, warnt der Vereinsboss – und fügt hinzu: „Wir müssen alle Sinne schärfen. Aber wenn wir meinen, es würde mit 95 Prozent funktionieren, dann könnte es auch noch mal eng werden.”

Souverän mit 2:0 hatte der BVB vor einer Woche das Hinspiel gewonnen, dabei eine abgeklärte und reife Vorstellung abgeliefert, keine nennenswerte Chance der Portugiesen zugelassen. Als einen Selbstläufer auf dem Weg ins Achtelfinale stuft dennoch niemand im Tross des Bundesliga-Zweiten die Partie im Drachenstadion ein – so leicht wie beim ungefährdeten Erfolg vor einer Woche dürfte es nicht noch einmal werden. „Ich denke, das 2:0 ist ein sehr gutes Erlebnis, aber wir sind noch längst nicht durch“, betont Manager Michael Zorc und fordert, „klar im Kopf” zu sein. Trainer Thomas Tuchel erwartet derweil einen FC Porto, „der es gewohnt ist, in besonderen Spielen außergewöhnliche Leistungen zu zeigen. Das Team liebt die europäische Bühne.“

Eine besondere Motivation für den BVB ist dabei die Aussicht, einen Titel zu holen, der noch in der Sammlung des BVB fehlt. „Als Fußballer will man immer in dem Wettbewerb, in dem man antritt, den Pokal holen. Die Europa League zu gewinnen, ist eine große Herausforderung für uns“, sagt Sven Bender, der in der Innenverteidigung den verletzten Sokratis vertreten könnte. Und Lukasz Piszczek meint: „Wir spielen in diesem Wettbewerb nicht einfach so. Wir wissen, dass es am Ende einen Pokal zu gewinnen gibt, und den wollen wir in den Händen halten.”

Kniffelig könnte es vor allem dann werden, wenn Porto die Kontrolle über das Spiel gewinnt, die Fans Morgenluft wittern und im Stadion eine euphorisierte Stimmung herrscht. „Wenn wir von Anfang an den Portugiesen das Gefühl geben, dass es eng für sie wird, springt auch der Funke nicht so über“, betont Watzke. „Aber wenn er dann überspringt: mein lieber Mann! Ich habe das damals bei dem Heimspiel gegen Benfica erlebt. Auf einmal machte Porto das Tor, und dann war für fünf Minuten die Hölle los – am Ende haben sie gewonnen.” Und Mats Hummels ergänzt: „Sie haben eine geile Kulisse im Rücken und werden mutiger spielen. Darauf müssen wir vorbereitet sein.“

Doch die Dortmunder, bei denen sich auch der zuletzt kranke Ilkay Göndogan auf den Weg ins verregnete Portugal machte, haben sich inzwischen sehr gefestigt gezeigt, vor allem die Defensive präsentierte sich deutlich stabiler. Im Trainingslager in Dubai hatte Tuchel mit seinem Team viel am defensiven Grundverhalten gearbeitet, immer wieder hatten Ball- und Passsicherheit im Mittelpunkt gestanden. Das zahlt sich nun aus: In den fünf Bundesliga-Partien im neuen Jahr mussten die Dortmunder, bei denen wahrscheinlich Torwart Roman Weidenfeller (Grippe) ausfällt, nur einen einzigen Gegentreffer hinnehmen. Und auch Porto war es im Hinspiel nicht gelungen, die Abwehr der Borussia in Schwierigkeiten zu bringen. „Wir haben Dinge in der Balance geändert. Das macht mich sehr froh“, erklärt Tuchel.

Daran soll sich im Drachenstadion nichts ändern, wünscht sich vor allem Watzke. Denn er möchte heute nicht erleben, wie Porto noch einmal eine bereits verloren geglaubte Partie dreht.

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