Europa League: BVB bezwingt Tottenham  - Polizei schreitet gegen Fans ein

Fußball Europa League Achtelfinale Hinspiel: Borussia Dortmund - Tottenham Hotspur am 10.03.2016 im Signal Iduna Park in Dortmund (Nordrhein-Westfalen). Marco Reus (2.v.r.) von Dortmund erzielt das 2-0. Torhüter Hugo Lloris von Tottenham ist machtlos. Foto: Ina Fassbender/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Toooor: Marco Reus machte auch das 2:0 für den BVB.

[Update: 22 Uhr] Dortmund - In erstaunlich souveräner Manier hat der BV Borussia Dortmund das Tor zum Viertelfinale der Europa League weit aufgestoßen. Vor 65.848 Zuschauern (ausverkauft) bezwang der sehr konzentriert auftretende Bundesligist am Donnerstagabend im Achtelfinal-Hinspiel Tottenham Hotspur auch in der Höhe verdient mit 3:0 (1:0) und tritt am kommenden Donnerstag (21.05 Uhr) mit einem komfortablen Polster zum zweiten Aufeinandertreffen an der White Heart Lane in London an.

Michael Zorc freute sich über die glänzende Ausgangsposition. „Die Mannschaft hat sehr gut gespielt, die Partie komplett dominiert und selbst kaum etwas zugelassen“, schwärmte der Sportdirektor. „Kompliment an die Truppe. Der Sieg hätte sogar höher ausfallen können.“ 20:3 Torschüsse bei 63 Prozent Ballbesitz – nicht nur die Statistik sprach eindeutig für den BVB. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und der Leistung“, erklärte Trainer Thomas Tuchel. „Wir waren frisch, griffig und entschlossen.“ 

Nur zwei Änderungen hatte Tuchel gegenüber der Bundesliga-Partie gegen die Bayern vorgenommen. Eine zwangsläufig, da Ilkay Gündogan im Abschlusstraining einen Schlag gegen den Fuß erhalten hatte und passen musste. Für ihn rückte Gonzala Castro in die Startformation. Im Tor stand, wie auf europäischer Ebene üblich, Roman Weidenfeller. Laut Dortmunder Fußball-Lehrer ging es im Vergleich des Bundesliga-Zweiten gegen den Zweiten der Premier League vor allem darum, die Lücken zwischen den Linien der Londoner zu finden. 

Tottenham, das zu Beginn überraschend auf Toptorjäger Harry Kane verzichtet hatte, begann zwar sehr selbstbewusst, wurde aber von den Borussen im weiteren Verlauf immer tiefer in die eigene Hälfte zurückgedrängt. Nach einer Viertelstunde jubelte der Dortmunder Anhang bereits, als „Spurs“-Schlussmann Hugo Lloris einen harten Distanzversuch von Henrikh Mkhitaryan nur abklatschte. Doch Pierre-Emerick Aubameyang stand bei seinem Torschuss deutlich im Abseits. Nicht aber bei seinem Kopfball nach einer halben Stunde nach einer präzisen Linksflanke von Marcel Schmelzer. Platziert drückte der Gabuner den Ball mit der Stirn zum 1:0 ins untere rechte Eck.

Achtelfinalhinspiel der Europa League: BVB gegen Tottenham

Sogar ein größerer Vorsprung wäre aus Sicht des Bundesligisten zur Pause verdient gewesen. Doch Reus hatte Pech mit einem direkten Freistoß, der nur knapp am linken Tordreieck vorbeistrich (37.). Die Schwarz-Gelben dominierten auch die zweite Halbzeit gegen äußerst harmlose Engländer deutlich. Castro traf nach 51 Minuten, nachdem Aubameyang an Lloris gescheitert war, aus spitzem Winkel nur den Pfosten. Der starke Ex-Leverkusener war nicht nur am wenig später folgenden 2:0 (61.) maßgeblich beteiligt. 

Nach einer kurzen Ecke von Mkhitaryan flankte er in den Strafraum, wo der zuvor eingewechselte Neven Subotic per Kopf auf Reus verlängert, der den Ball aus kurzer Distanz ins Tor beförderte. Auch beim zweiten Treffer durch Reus zum 3:0 (70.) leistete Castro mit dem finalen Pass die entscheidende Vorarbeit. Auf der Gegenseite wurde Schlussmann Roman Weidenfeller erst nach 72 Minuten durch einen Schuss von Heung-Min Son zum ersten Mal überhaupt ernsthaft geprüft. „Ich bin sehr enttäuscht. Mit Ausnahme der ersten fünf Minuten war das ein sehr schlechter Abend für uns“, resümierte Tottenhams Trainer Mauricio Pochettino.

Die Polizei hatte einiges zu tun

Zur Europa-League Spielbegegnung zwischen Borussia Dortmund und Tottenham Hotspur suchten insgesamt 3200 englische Gästefans die Stadt Dortmund auf. Bereits ab 11 Uhr sammelten sich in der Spitze etwa 1000 Anhänger des Gastvereins im Bereich der Innenstadt auf dem "Alter Markt". Hier kam es zum Abbrand von mehreren pyrotechnischen Erzeugnissen. Einige Straftäter konnten von der Polizei identifiziert werden.

Ein Großteil der englischen Fans erreichte das Stadion erst kurz vor Spielbeginn, so dass es zu einer Druckausübung auf den Eingangsbereich Nord/Mitte kam. Hierdurch gelang es etwa 80 Anhängern von Tottenham ungehindert ins Stadion zu kommen. 

Nachdem durch den Ordnungsdienst zunächst die Eingangstore temporär geschlossen wurden, kam es beim anschließend erneuten Öffnen der Zugänge zu Auseinandersetzungen zwischen Gästefans und Ordnungsdienstmitarbeitern. 

Bedingt durch die Auseinandersetzungen mussten die Tore wiederum geschlossen werden, was nur durch Unterstützung von Polizeikräften gelang. Um ein unkontrolliertes Eindringen der Anhänger von Tottenham zu unterbinden, wurde durch die Polizei Pfefferspray und der Schlagstock eingesetzt, wodurch 17 englische Anhänger aufgrund von Augenreizungen leicht verletzt wurden. 

Weiterhin wurden im Zuge dieser Maßnahmen ein Polizeibeamter sowie fünf Mitarbeiter des Ordnungsdienstes verletzt. - Polizei

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