Kurioser Fan-Protest im DFB-Pokal

Warum warfen die BVB-Fans Tennisbälle aufs Feld?

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Aus dem Dortmunder Gästeblock kamen aus Protest Tennisbälle geflogen.

Stuttgart - Beim 3:1-Sieg ihrer Mannschaft im DFB-Pokalviertelfinale gegen den VfB Stuttgart protestieren Fans von Borussia Dortmund gegen die hohen Ticketpreise. Doch warum genau mit Tennisbällen?

Borussia Dortmund ist am Dienstag Abend mit einer starken kämpferischen Leistung ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen. Beim 3:1-Sieg in Stuttgart trafen Marco Reus, Pierre-Emerick Aubameyang und Henrikh Mkhitaryan. Für den VfB glich Lukas Rupp zwischenzeitlich zum 1:1 aus. 

Doch im Fokus standen bei diesem Spiel die Fans der Dortmunder. Schon im Vorfeld der Partie riefen sie unter der Initiative „Kein Zwanni – Fussball muss bezahlbar sein“ zum Protest auf. Aufmerksam machen wollten sie auf die hohen Ticketpreise. In Stuttgart kostete der günstigste Stehplatz 19,50 Euro, die günstigste Sitzplatz-Karte 38,50 Euro.

„Großes Tennis“ - Protest mit Tennisbällen

Ihre Ankündigung machten die Anhänger des BVB dann auch wahr. Erst nach knapp 20 Minuten kamen sie in den Gästeblock gestürmt - unter gellenden Pfiffen der Stuttgarter Fans. Vorher hing dort nur ein großes Banner mit der Aufschrift: „Wann sieht man's auch in Stuttgart ein? Fußball muss bezahlbar sein!“. Doch damit nicht genug. Als sie dann vollzählig im Block versammelt waren, entrollte man ein weiteres Banner. „Großes Tennis“ war darauf zu lesen. 

So begann der zweite Teil des Boykotts. Nachdem das Tennis-Plakat gezeigt wurde, kamen zahlreiche Tennisbälle aus dem Gästeblock geflogen und säumten den Rasen der Stuttgarter Arena. Wohl ein Aufruf, dass Eintrittspreise fast schon so hoch wie beim Tennis seien - ein bekanntermaßen elitärer Sport für das zahlungskräftigere Publikum. Bestätigt ist dies aber noch nicht. 

Das Spiel musste für wenige Minuten unterbrochen werden. Bevor Schiedsrichter Tobias Stieler jedoch schwerer eingreifen musste, befreiten Spieler beider Teams kurzerhand den Platz von den Tennisbällen. 

In den sozialen Medien wird der Protest unter dem Hashtag #großesTennis derzeit heiß diskutiert. Die Meinungen sind allerdings gespalten.

Nicht der erste Boykott dieser Art

Im Dezember 2012 hatte es bereits einen ähnlichen Vorfall gegeben. Damals warfen Fans von Hertha BSC bei einem Zweitliga-Spiel beim SC Paderborn Tennisbälle auf das Spielfeld unter dem Namen „Tennis-Publikum - nicht mit uns". Anlass war die Sicherheitskonferenz von DFB und DFL, die sich über mehr Sicherheit im Fußball berieten. 

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