Tuchel ist enttäuscht über Hummels' Wechselwunsch

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BVB-Trainer Thomas Tuchel (r.) ist nicht begeistert vom Wechselwunsch von Kapitän Mats Hummels.

[Update 15.45 Uhr] Dortmund - Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel hat eingeräumt, dass ihn der Wechselwunsch von Kapitän Mats Hummels zum FC Bayern München schmerzt.

"Eine Enttäuschung ist damit verbunden", kommentierte Tuchel das Ersuchen des Weltmeisters, von dem der BVB-Coach nach eigenen Angaben auch erst am Donnerstag erfahren hat. Tuchel betonte aber, dass er nun nicht auf Hummels verzichten werde: "Für Samstag und die nächsten Spiele ist Mats ein Bestandteil der Mannschaft." Am Samstag trifft der BVB auf den VfL Wolfsburg.

Der BVB-Coach machte deutlich, dass er auch "froh" darüber sei, dass nach den vielen Spekulationen um den 27-jährigen Hummels Klarheit herrsche. Allerdings sei ja auch noch keine Entscheidung gefallen, ob Hummels die Borussia schon nach dieser Saison verlassen werde.

Tuchel wünscht sich rasch und endgültig Klarheit über die Zukunft von Mats Hummels. "Wir wollen aus diesem artikulierten Willen schnell eine Entscheidung haben, damit wir wissen, wie es weitergeht, um uns dann für die nächste Saison aufzustellen." Und Tuchel weiter: "Der Ball liegt jetzt bei den Vereinen."

Hummels hat bei Borussia Dortmund noch einen Vertrag bis 2017, eine Ausstiegsklausel gibt es nicht. In einem Interview auf der Vereinswebsite sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: "Zwingende Voraussetzung für einen Wechsel schon in diesem Sommer wäre ja, dass der FC Bayern München unsere Forderungen erfüllt. Aber ganz ehrlich: Das sehe ich noch nicht..." 

Spekuliert wird, dass der BVB bis zu 40 Millionen Euro für seinen Kapitän verlangen könnte. Sollte sich die Borussia wider Erwarten mit den Bayern nicht auf einen Deal einigen, könnte Dortmund wie 2013 schon Topstürmer Robert Lewandowski den vorzeitigen Wechsel zum Rekordmeister verweigern. Lewandowski war dann erst ein Jahr später nach Ablauf seines Vertrags ablösefrei nach München gekommen. Tuchel stellte klar, dass Hummels trotz des Wechsel-Wunsches auch in den verbleibenden Saisonspielen ein wichtiger Teil des BVB-Teams sei. "Er ist nach wie vor Kapitän dieser Mannschaft", sagte er. Zudem sicherte der Coach dem Verteidiger "jede sportliche Unterstützung" zu.

 Watzke hofft, dass die Fans bei Hummels fair bleiben. "Ich würde mich sehr freuen, wenn sich die Enttäuschung der BVB-Anhänger nicht in Feindseligkeiten gegenüber Mats ausdrücken würde", meinte er. "Das hätte er nach achteinhalb Jahren mitten in einer großartigen Geschichte einfach nicht verdient." Ob sich die Hoffnung des BVB-Geschäftsführers erfüllt, ist indes mehr als fraglich: Auf seiner Facebook-Seite wurde Hummels nach Bekanntgabe seines Wechselwunsches in Kommentaren bereits als "Verräter" und "Judas" bezeichnet. 

Trotz des wahrscheinlichen Abgangs von Hummels und der unklaren Zukunft weiterer Leistungsträger ist Tuchel davon überzeugt, auch in der kommenden Saison eine schlagkräftige Mannschaft zu haben. "Es gibt genug Spieler, die sich mit Haut und Haaren zu diesem Verein bekennen", sagte er. "Wir werden eine Top-Mannschaft haben nächstes Jahr." Es sei eine Qualität des BVB, aus schwierigen Situationen gestärkt hervorzugehen und "Energie zu ziehen". Zwar müsse man akzeptieren, dass es eine Kategorie von Vereinen wie den FC Bayern gebe, die derzeit über dem BVB stünden. "Aber wir werden nicht aufhören, diese Clubs herauszufordern", sagte Tuchel. - dpa

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