Ab in die Champions League

BVB-Sportchef Zorc: Große Investition, alte Ziele

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Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc.

Bad Ragaz - Sportdirektor Michael Zorc von Borussia Dortmund ist stolz auf die Entwicklung des Klubs und skizziert im SID-Interview auch die Entwicklungen auf dem internationalen Markt.

So viel hat in diesem Sommer bisher kein Bundesligist auf dem Transfermarkt ausgegeben: 47 Millionen Euro investierte Vizemeister Borussia Dortmund in seine Mannschaft, rund 19 Millionen allein in Torjäger Ciro Immobile als Nachfolger des zu Bayern München gewechselten Robert Lewandowski. Aber „die Erwartungshaltung hat sich nicht dramatisch verändert“, sagte Sportdirektor Michael Zorc im SID-Interview.

„Wir können nicht wegdiskutieren, dass Bayern München bessere Rahmenbedingungen hat als wir und in jedem Jahr wieder der Topfavorit ist. Wer das ignoriert, der ist ein Träumer“, sagte der 51-Jährige und benannte die Saisonziele: „Wir wollen uns wieder direkt für die Champions League qualifizierten, möglichst als Tabellenzweiter. Wir wollen zudem in der Champions League überwintern und erneut das Pokalfinale erreichen.“

Zorc erklärte, dass sich die wirtschaftliche Basis für den BVB durch das verstärkte Engagement des Hauptsponsors Evonik weiter verbessert habe, gab jedoch zu bedenken: „Andererseits greift man auch in Regalen etwas höher. Dort trifft man aber auch auf Mitbewerber, die wirtschaftlich noch mehr Möglichkeiten haben.“

Stolz ist Zorc darauf, dass sich der BVB zu einem europäischen Spitzenklub und zu einer Marke entwickelt hat. Er habe jüngst eine Tabelle über den Marktwert der einzelnen Klubs gesehen mit dem FC Barcelona und Real Madrid an der Spitze, den Bayern auf dem vierten Platz und dem BVB auf Rang neun. „Wenn man das vor vier, fünf Jahre angedacht hätte, wäre man ausgelacht worden“, sagte Zorc.

Zugleich relativierte er die Kritik an den hohen Ablösesummen in Spanien oder England. Diese hohen Summen seien nicht neu, stellte der Ex-Nationalspieler fest. „Schon vor dreizehn Jahren ist Zinedine Zidane für eine ähnliche Summe gewechselt. Klubs wie Barcelona oder Real Madrid machen über eine halbe Milliarde Euro Umsatz und Gewinne von über 40 Millionen Euro nach Steuern. Es wird immer geglaubt, da sind Hasardeure am Werk. Aber diese Klubs sind gesund.“

Zorc unterscheidet zwischen Klubs wie Barca, Real und ManU, die hochprofitabel seien und Klubs wie Manchester City oder Paris St. Germain, wo vergleichsweise wenig Geld verdient werde. "Diese Klubs haben ja auch die Gelbe Karte von der UEFA bezüglich des Financial Fairplay bekommen."

Darüber hinaus klagte Zorc über die hohe Anzahl der Saisonspiele für die Spieler. `Für mich ist die Belastungsgrenze erreicht und teilweise sogar überschritten.“ Die UEFA und FIFA forderte er zu einem Umdenken auf. Aber „da kommt man sich vor wie ein einsamer Rufer in der Wüste. Der Rahmenterminkalender ist auf viele Jahre festgelegt“, sagte Zorc. Man müsse aufpassen, dass nicht noch weiter an der Schraube gedreht werde.

SID

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