Ein "unglaublich wichtiges Spiel"

BVB gegen S04: Polizei hofft auf friedlichen Festtag

Dortmund - Das 146. Revierderby zwischen Borussia Dortmund gegen Schalke 04 birgt eine Menge Brisanz. Der BVB will sich mit dem vierten Sieg in Folge aus dem Abstiegskampf verabschieden.

09 gegen 04, Zwölfter gegen Vierter, Offensiv-Fußball gegen Defensiv-Taktik - kurzum Borussia Dortmund gegen Schalke 04 elektrisiert einmal mehr die Fans im Ruhrpott. Die Tabellen-Konstellation birgt vor dem 146. Revierderby ebenso viel Zündstoff wie die Rivalität der Fans. Doch während die Polizei auf das im letzten Duell der Nachbarn bewährte Konzept setzt, brüten die Trainer über die ideale Strategie.

Während BVB-Coach Jürgen Klopp bereits zum 14. Mal bei einem Derby auf der Dortmunder Bank sitzt, ist das Duell am Samstag (15. 30 Uhr/Sky für Roberto Di Matteo eine Premiere. „Ich weiß, was mich erwartet“, sagte der gebürtige Schweizer in Erinnerung an die nicht minder emotionsgeladenen Begegnungen zwischen den Lokalrivalen Lazio und AS Rom.

Klopp gab sich trotz der 1:2-Niederlage bei Juventus Turin im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League locker. Ziel sei der vierte Sieg in Folge, mit dem sich die Schwarz-Gelben aus dem Krisengebiet der Liga verabschieden wollen. Träumereien der Fans vom Sprung in die Europa League oder höher erstickte Klopp im Keim: „Wir wollen drei Punkte holen, um den Abstand nach hinten zu vergrößern.“

Bei einem Sieg in dem „unglaublich wichtigen Spiel“ (Klopp) wären die Europacup-Plätze für den BVB zumindest wieder in Sichtweite und der Abstand zum Erzrivalen auf sieben Punkte verkürzt. Aber dazu müsste der BVB den Schalker Abwehrbeton knacken und selbst möglichst kein Gegentor kassieren. „Wir brauchen Geduld, ohne einzuschlafen. Wir werden die Chancen nicht im Sekundentakt bekommen“, so Klopp.

Der 47-Jährige bezeichnete Schalke als „Ergebnismaschine“, denn die Königsblauen holten in der Rückrunde mit vier Treffern acht Punkte (zwei Siege) und erzielte in den letzten sieben Pflichtspielen allenfalls ein Tor.

„Wir haben nicht das Gefühl, dass wir schlechteren Fußball gespielt haben. Ich finde nicht, dass wir mutlos waren. Wir haben leider die Konter nicht vernünftig zu Ende gespielt. Bei den Torabschlüssen fehlte uns die letzte Konsequenz“, sagte Weltmeister Benedikt Höwedes vor dem 86. Bundesliga-Duell der Nachbarn.

Sein Nationalmannschafts-Kollege Mats Hummels sagte: „Wir werden versuchen, die Partie zu diktieren und von der ersten Minute an zu zeigen, dass wir gewinnen wollen.“ Und natürlich die Abwehr nach zuletzt sechs Gegentoren in drei Spielen wieder zu stabilisieren.

Nur zwei Heimderbys konnte der BVB in den vergangenen 15 Jahren gewinnen, zuletzt mit 2:0 am 11. November 2011. Es wäre also wieder an der Zeit, den heimischen Anhängern einen Festtag zu bescheren. „Wir haben noch etwas gutzumachen. Schließlich haben wir das Hinspiel 1:2 vergeigt“, erinnerte Marcel Schmelzer.

Die Ordnungskräfte sollen dafür sorgen, dass es ein Festtag bleibt und setzten dabei auf das zuletzt bewährte Konzept mit der strikten Trennung der Fans bei der An- und Abreise. Nach den Ausschreitungen am 26. Oktober 2013 auf Schalke war es in den vergangenen beiden Duellen friedlich geblieben. Der BVB hat die Zahl des Sicherheitspersonals dennoch von 700 auf 1000 erhöht. Die Polizei ist nach eigenen Angaben „mit Kräften im deutlich vierstelligen Bereich im Einsatz“.

Zudem einigten sich beide Klubs auf die erneute Reduzierung des Kartenkontingents für das Gästeteam, um Pufferzonen zu schaffen. Diesmal sind nach Informationen der WAZ wieder mehr S04-Anhänger als im Vorjahr dabei. 2014 hatten sie 2500 Karten weniger als üblich erhalten - nun wurde das Kontingent nur um 1300 verringert.

SID

Rubriklistenbild: © dpa

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