Signal Iduna Park Dortmund

BVB-Fan stirbt auf Südtribüne bei Bundesliga-Spiel

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[Update 20.35 Uhr] Dortmund - Der Tod eines Zuschauers auf der Südtribüne hat das Bundesliga-Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem FSV Mainz 05 überschattet. Der Fußballfan starb am Sonntag während der Partie, Rettungsmaßnahmen blieben erfolglos, wie der BVB bestätigte.

Es gibt Tage, an denen einem ganz dicht vor Augen geführt wird, dass es wichtigere Dinge als den Fußball gibt. In der zweiten Halbzeit des Bundesligaspiels zwischen Borussia Dortmund und dem FSV Mainz 05 herrschte eine beklemmende Ruhe im Signal Iduna Park, nachdem sich auf den Rängen unter den 81000 Zuschauern die bittere Nachricht verbreitet hatte, dass während der Partie gleich zwei Besucher in der Südwest-Ecke nach einer Herzattacke reanimiert werden mussten.

Ein 80-Jähriger starb noch im Stadion, ein Zuschauer wurde ins Krankenhaus gefahren. Bewundernswert, wie respektvoll die BVB-Anhänger auf der Südtribüne mit diesem tragischen Vorfall umgingen. Sie rollten ihre Fahnen ein und verzichteten auf Gesänge, stimmten nach der Partie gemeinsam mit den Mainzern „You’ll never walk alone“ an. „Wir waren am Anfang irritiert, wussten nicht was los war. Deshalb ein großes Kompliment an die Fans, wie sie auf diese traurige Geschichte reagiert haben. Das Spiel ist doch in den Hintergrund geraten“, zeigte sich Dortmunds Torschütze Marco Reus geschockt. Auch BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball war bewegt: „Ich habe so etwas noch nie erlebt, dass Zuschauer dermaßen respektvoll und geschlossen ihre Trauer und ihr Mitgefühl zum Ausdruck gebracht haben. Da kann man nur den Hut vor ziehen.“ BVB-Coach Thomas Tuchel berichtete, dass Mannschaft und Trainerstab erst sehr spät erfahren hatten, weshalb es im Stadion so ruhig geworden war. „Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen. Es war eine sehr beklemmende Situation“, erklärte der Trainer.

Keine Freude über den Sieg

Freude über den 2:0 (1:0)-Erfolg des BV Borussia, mit dem der Fünf-Punkte-Rückstand auf die Bayern gewahrt wurde, kam nicht auf. Dabei hatten es die Dortmunder gegen eine Mainzer Mannschaft, die sich laut Tuchel über eine athletische und fleißige Spielweise definiert, nicht leicht. Es war nur eine sehr sanfte Rotation, die der Coach vorgenommen hatte, zumal Ilkay Gündogan auf Grund seiner Fußverletzung nicht einsetzbar war. Roman Bürki stand im Tor. Für den verletzten Sven Bender rückte der wiedergenesene Sokratis in die Innenverteidigung, Nuri Sahin spielte für Weigl im Mittelfeld. Auch Shinji Kagawa erhielt mal wieder einen Platz in der Startformation.

Wichtigeres als Fußball

Gegen eine kompakt stehende Gästeformation war von Beginn an auch Geduld gefragt. Der Tabellenzweite bemühte sich lange vergeblich, die nötigen Räume für gefährliche Aktionen zu finden. Oft kam der entscheidende Pass nicht an. Erst nach 22 Minuten musste FSV-Schlussmann Loris Karius bei einem Schuss von Marcel Schmelzer erstmals eingreifen. Glück für die Dortmunder, dass im Gegenzug Gonzalo Castro einen Ball von Stefan Bell für seinen bereits geschlagenen Torhüter Bürki vor der Linie klärte. Castro war es auch, der wenig später mit einem energischen Antritt von der Mittellinie aus das 1:0 nach einer halben Stunde einleitete. Sein Pass landete genau im Lauf von Marco Reus, der aus halbrechter Position gezielt einschob.

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Obwohl die Spieler angesichts der gespenstischen Ruhe auf den Rängen sichtlich irritiert waren, agierte die Borussia zielstrebig weiter, versäumte es aber, eine frühe Entscheidung herbeizuführen. Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit ließ Pierre-Emerick Aubameyang zwei Riesenmöglichkeiten aus, scheiterte jeweils freistehend aus kurzer Distanz an Karius. Erst in der 73. Minute sorgte schließlich Kagawa nach einem Zuspiel von Aubameyang für den 2:0-Endstand. Der war an diesem traurigen Sonntagabend aber nur noch Nebensache.

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