7. Bundesliga-Spieltag

Tuchel kein „Jammerlappen“

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Thomas Tuchel muss im Spiel gegen Hertha BSC auf zehn Spieler verzichten

Dortmund - Thomas Tuchel wird erleichtert sein, wenn er sich am Freitagabend mit dem Anpfiff des Bundesliga-Heimspiels gegen die Hertha aus Berlin (20.30 Uhr/live bei Sky) wieder auf das Kerngeschäft konzentrieren kann.

Die leidigen Diskussionen um seine Aussagen nach der letzten Niederlage in Leverkusen (0:2), mit der sich der Fußball-Lehrer über die Häufigkeit der Fouls gegen seine Profis beschwert hatte, haben den BVB-Coach sichtlich genervt. Grund genug für Tuchel, bei seinem ersten öffentlichen Auftritt im Rahmen der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die Hertha noch einmal einen gezielten Konter zu starten, zumal auch der Berliner Kollege Pal Dardai seinen verbalen Vorstoß kritisierte. „Ich lass mir weder das Schild des schlechten Verlierers oder des Jammerlappens umhängen“, echauffiert sich Tuchel. „Die Diskussion hat sich ein Stück weit verselbstständigt. Ich habe lediglich nach der Partie in Leverkusen den Statistikzettel vorgelesen. Es ist Fakt, dass wir in drei von sechs Spielen jeweils mehr als 20 Fouls hinnehmen mussten. Das habe ich mir nicht ausgedacht.“ 

Durch die Statistik wird auch belegt, dass der BVB in der laufenden Saison die bisher fairste Mannschaft stellt und mit Abstand die wenigsten Fouls begeht. Den Vorwurf, dass seine Elf auf dem Platz vielleicht zu brav agiert, lässt Tuchel ebenfalls nicht gelten. „Wir werden unter keinen Umständen unseren Stil ändern“, versichert der Trainer. „Es will auch keiner von uns dem Gegner verbieten, hart gegen uns zu spielen. Ich habe nur auf das krasse Missverhältnis hingewiesen. Mein subjektives Gefühl ist nur, dass mehr als 20 Fouls pro Spiel zu viel sind. Wenn das dreimal passiert, habe ich den Verdacht, dass Methode dahinter steckt. Es ist aber auch legitim, die Regel auszunutzen." Trotz der verbalen Giftpfeile aus Berlin erwartet Tuchel kein überhartes Spiel, aber eine sehr kompakt agierende Hertha.

Live-Ticker zum Spiel des BVB gegen Hertha BSC 

Deshalb fordert er von seiner Elf vor allem Geduld ein. „Sie sind taktisch extrem diszipliniert. Es ist unglaublich schwierig, Chancen gegen sie herauszuspielen. Wir werden Geduld gepaart mit viel Hartnäckigkeit und hohem Tempo brauchen, um zum Torerfolg zu kommen.“ Große Gedanken um die Aufstellung muss sich Tuchel derzeit nicht machen, denn mit Sven Bender (Knochenmarködem), Erik Durm (Knie-OP), Raphael Guerreiro (Faserriss), Sokratis (Zerrung), Neven Subotic (Aufbautraining nach Brust-OP), Gonzalo Castro (Faserriss), Marco Reus (Aufbautraining nach Schambeinentzündung), Lukasz Piszczek (Knieprobleme), Adrian Ramos (Adduktorenverletzung) und Andre Schürrle (Innenbanddehnung) stehen den Schwarz-Gelben zehn Profis für das Spitzenspiel zwischen dem Tabellendritten und dem Zweiten aus der Hauptstadt nicht zur Verfügung.  Die Mannschaft stellt sich daher praktisch von selbst auf. Entwarnung gibt es lediglich bei Ousmane Dembélé, dessen Knöchelverletzung sich als nicht so schwerwiegend herausstellte. Er kann laut Tuchel spielen. 

Der Spanier Marc Bartra gehört zwar wieder zum Kader, doch weiß der Dortmunder Fußball-Lehrer noch nicht, ob er ihn auch aufstellen wird. „Nach der langen Pause und den erst wenigen Trainingseinheiten seit Mittwoch könnte das Restrisiko vielleicht zu groß sein“, lässt der Coach diese Frage in der Pressekonferenz unbeantwortet. Doch Alternativen gibt es gerade im Abwehrzentrum nicht, denn als Innenverteidiger steht neben Bartra nur noch Matthias Ginter bereit. Für Piszczek dürfte wieder Felix Paßlack auf der rechten Seite verteidigen. Pierre-Emerick Aubameyang fehlte zwar gestern beim Training, doch hatte das – so Tuchel – ausschließlich private Gründe.

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