Ousmane Dembélé kann zum Spaßfaktor beim BVB werden

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Borussia Dortmunds Ousmane Dembélé war häufig nur durch Foulspiele zu stoppen.

Dortmund - Marc Bartra sah reichlich mitgenommen aus. Die Stirn des 25 Jahre alten Spaniers, der in diesem Sommer vom FC Barcelona zu Borussia Dortmund gewechselt war, zierten am späten Samstagnachmittag zwei dicke Striemen

„Ich glaube, ich hätte da einen Elfmeter bekommen müssen“, erinnerte sich der Innenverteidiger an die neunte Minute, als er die Stollen vom Fußballschuh des Mainzers Stefan Bell in seinem Gesicht zu spüren bekam.

„Ich gehe zum Ball, und sein Bein war schon sehr hoch.“ Allzu groß war der Ärger von Bartra über diese Szene letztlich aber nicht, denn er hatte mit dem BVB 2:1 (1:0) gegen den FSV Mainz 05 gewonnen und in seinem ersten Bundesliga-Einsatz einen optimalen Einstand gefeiert: „Wir haben ja auch ohne diese Elfmeter die drei Punkte geholt. Ich bin sehr zufrieden und glücklich.“

Bilder der Partie des BVB gegen den FSV Mainz 05

Genauso ging es nach der Partie im Glutofen Signal Iduna Park vor 81360 Zuschauern seinen Teamkollegen und Trainer Thomas Tuchel. „In erster Linie ist das Ergebnis wichtig, vor allem, da wir nicht die beste Tagesform auf den Platz gebracht haben. Aber unter dem Strich war es ein perfekter Start“, resümierte der Coach – und fügte angesichts des oftmals stotternden und holpernden Spielflusses hinzu: „Das war von uns heute eher ein Angriffs- und Passmaschinchen. Wir wollten unbedingt zeigen, was wir drauf haben und haben ein Stück weit nervös gewirkt.“ Letztlich war es eine recht zähe Geschichte gegen aufopferungsvoll verteidigende Mainzer, die in der 48. Minute durch den frei vor Roman Bürki auftauchenden Christian Clemens sogar die große Chance zum Ausgleich und vielleicht zur Wende in dieser Partie hatten.

Spektakulär aber ineffektiv

Denn die Dortmunder schafften es zu selten, in die gefährlichen Räume zu kommen, spielten oftmals zwar spektakulär, aber häufig ineffektiv und mussten nach dem Kopfballtor von Pierre-Emerick Aubameyang (17.), der eine maßgenaue Flanke von André Schürrle verwertete, bis zur 89. Minute warten, ehe der Gabuner per Strafstoß – vorausgegangen war ein Foul von Onisiwo an Schürrle – das erlösende 2:0 folgen ließ. Der Anschlusstreffer der Mainzer durch den eingewechselten Yoshinori Muto kam dann zu spät (90.). „Es lief nicht alles rund. Aber es war enorm wichtig, dass wir mit einem Dreier in die Saison gestartet sind“, sagte Sebastian Rode, der neben Bartra, Schürrle und Ousmane Dembele der vierte Neuzugang in der Dortmunder Anfangsformation gewesen war – und der nach der Partie verriet, wie sehr er den Auftritt genossen hatte. „Es war schon geil, hier in Dortmund aufzulaufen. Beim Supercup gegen die Bayern war es schon ein klasse Gefühl, aber heute war noch der harte Kern im Stadion, da war die Stimmung noch besser. Ich freue mich auf jedes Heimspiel“, betonte Rode. „Zumal wir eine enorm junge Truppe haben, in der der eine oder andere Spieler über unfassbares Potenzial verfügt. Davon ein Teil zu sein, macht mich auch stolz.“

"Mir hat es Spaß gemacht"

André Schürrle, der mit seiner Vorarbeit zum 1:0 und seinen herausgeholten Strafstoß neben Aubameyang der zweite Matchwinner war, zeigte sich ebenfalls sehr angetan vom ersten Bundesliga-Auftritt des BVB in der neuen Saison. „Mit der Qualität, die wir vorne haben, kann das richtig gut werden. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht“, sagte der deutsche Nationalspieler. Ein großer Spaßfaktor wird auch der erst 19 Jahre alte Dembele werden.

Am Samstag verzückte er einerseits mit seinen Tempodribblings die BVB-Fans und seine Mitspieler, trieb sie aber mit seinen Fehlpässen und seiner Eigensinnigkeit genauso oft zur Verzweiflung. „Wir müssen ihn immer noch kennenlernen, wo und wann er seine Dribblings beginnt. Wir wollen ihm die Freiheit lassen, seine Kreativität und Stärke im Eins-gegen-eins auszuspielen“, erklärte Tuchel. In den kommenden Wochen werde daran gearbeitet, „diese vielen Dribblings in eine Struktur einzubetten damit wir noch torgefährlicher werden. Wir wollen seine Unbekümmertheit nutzen“. Es ist ein spannender Balanceakt.

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