6. Bundesliga-Spieltag

Der neue BVB-Führungsspieler will seinen Ex-Klub ärgern

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Gonzalo Castro dürfte im Spiel gegen seinen Ex-Klub Bayer Leverkusen besonders motiviert sein.

Dortmund - Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc bezeichnet ihn als „unglaublich guten und intelligenten Fußballer“. Die Formkurve von Gonzalo Castro, der am Samstag (18.30 Uhr) mit dem BVB bei seinem langjährigen Klub Bayer Leverkusen antreten wird, zeigt steil nach oben, was neun direkte Torbeteiligungen in neun Pflichtspielen der Saison unterstreichen.

Doch die außergewöhnliche Entwicklung des 29-Jährigen hat Bundestrainer Joachim Löw offenbar nicht erkannt. Weshalb Dortmunds Trainer Thomas Tuchel mit großer Verwunderung auf die Nichtberücksichtigung seines Führungsspielers für die anstehenden EM-Qualifikations-Aufgaben der DFB-Auswahl gegen Tschechien und Nordirland reagiert. 

„Ich bin zu 100 Prozent davon ausgegangen, dass er nominiert wird. Er spielt seit langer Zeit auf so einem hohen Niveau herausragend gut“, erklärt der BVB-Fußball-Lehrer. „Ich war mir daher komplett sicher, dass er dabei ist. Ich verspüre eine große Enttäuschung." Was natürlich auch für Castro selbst gilt. Der wird deshalb bei seiner Rückkehr nach Leverkusen besonders motiviert sein, seine aktuell überragende Verfassung zu bestätigen. Im November 2007 hat Castro, der am 11. Juni 1987 als Sohn spanischer Eltern in Wuppertal geboren wurde, in Frankfurt sein letztes Länderspiel beim 0:0 gegen Wales für die deutsche Nationalmannschaft bestritten. Warum er danach vom Bundestrainer nicht mehr berücksichtigt wurde, weiß er nicht.

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Im Juli 2015 war er für die Ablösesumme von elf Millionen Euro nach Dortmund gewechselt, weil er bei der Borussia größere Chancen sah, einmal einen Titel zu gewinnen. In seiner ersten Saison hatte Castro bei den Schwarz-Gelben durchaus Anlaufprobleme. „Er hat hart gearbeitet und lange die Füße stillt gehalten, sich nie aus der Ruhe bringen lassen“, lobt sein Trainer die Einstellung, die er als „wahnsinnig professionell“ bezeichnet. 

In der laufenden Saison hat er sich bei der Borussia zum Führungsspieler entwickelt. „Er ist sehr beliebt, alle haben einen sehr engen Draht zu ihm“, sagt Tuchel, der Castro vor allem einen unglaublichen Fleiß bescheinigt. „Er ist bereit, sich auf seiner Position hundertprozentig in alle defensiven Abläufe einzubringen. Er ist deshalb ein unheimlich wichtiger Spieler für uns geworden, weil er auch offensiv die Qualität hat, die entscheidenden Dinge zu tun.“ 

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Tuchel bezeichnet es einfach nur als Traum, einen so belastbaren Spieler zu haben, der immer zur Verfügung steht. „An ein Training ohne Gonzo kann ich mich überhaupt nicht erinnern.“ Castro selbst fühlt sich inzwischen sehr wohl in Dortmund: „Es läuft ja schon längere Zeit gut bei mir, aber momentan passt es einfach optimal mit der Mannschaft“, meint der Mittelfeldakteur, der natürlich in Leverkusen alles geben will, um die Erfolgsserie mit der Borussia fortzusetzen. Doch leicht wird es für die Dortmunder nicht. 

Harte Gegenwehr erwartet auch Tuchel, der die Werkself viel stärker einschätzt als es der momentane Tabellenplatz ausdrückt. Extrem viele Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte, Sprints mit einer hohen Intensität, den durchgehenden Willen vorwärts zu spielen und schnell den Weg zum gegnerischen Tor zu suchen, sind jene Eigenschaften, in der Tuchel die klare Handschrift seines Kollegen Roger Schmidt erkennt. „Aber wir fühlen uns bereit. Es ist unser Anspruch, dort körperlich und emotional zu bestehen“, beteuert der BVB-Trainer. Wohl mit dem Wissen, dass er sich derzeit auf seine Profis verlassen kann – besonders auf Gonzalo Castro.

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