Spekulationen um Stürmer-Star

BVB nimmt Training auf - Aubameyang fehlt

Dortmund - Der Tabellenzweite Borussia Dortmund hat das Training für die Bundesliga-Rückrunde aufgenommen. Transfergerüchte sind dem BVB ein steter Begleiter.

Marco Reus und seine Teamkollegen schlurften mit Ballnetzen und Wasserkästen durch ein schwarzes Gittertor auf den Trainingsplatz - und dann begann das Warten. Doch Pierre-Emerick Aubameyang kam nicht mehr. Der umworbene Torjäger fehlte beim ersten Training von Borussia Dortmund in der Vorbereitung auf die Rückrunde.

Und da sich der BVB in einem aufgeregten Umfeld bewegt, ging es gleich wieder los: Wo ist Aubameyang? Unterschreibt er gerade irgendwo anders, für Dutzende Millionen Euro? Nein, keine Aufregung: Der Stürmer aus Gabun fehlte Dienstagmittag nur wegen „eines privaten Termins“, das klärte BVB-Pressesprecher Sascha Fligge schnell auf - und dieser Termin hatte nach SID-Informationen nichts, aber auch gar nichts mit irgendwelchen Wechselgerüchten zu tun.

Doch die Episode zeigt: Spekulationen werden dem Tabellenzweiten der Fußball-Bundesliga auch in den kommenden Wochen ein kaum abzuschüttelnder Begleiter sein. Selbst der Abschied von Aubameyangs zwei Jahre älterem Bruder Willy vom FC Kray aus der Regionalliga West wurde geprüft: Könnte dieser nicht vielleicht ein Indiz sein, dass der kleine Bruder auch das Ruhrgebiet verlassen möchte?

Die Verantwortlichen lässt das Theater kalt, oder zumindest erwecken sie den Eindruck. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke betont, niemand solle „den Fehler machen, zu glauben, dass ein Verein wie der BVB von einem Spieler abhängig ist“. Selbst für Robert Lewandowski habe der Verein ja potenten Ersatz gefunden - eben Aubameyang. „Und der hat jetzt sogar drei Tore mehr als Lewy auf dem Konto. Wir sind so gut aufgestellt, dass wir immer wieder Ersatzlösungen anbieten können“, sagte Watzke.

Die Mannschaft aber will selbstverständlich keine Ersatzlösung. Sie will Aubameyang, den 18-Tore-Mann der Hinrunde. „Wir hoffen alle sehr, dass er bleibt“, sagte Weltmeister Matthias Ginter kurz vor der ersten Trainingseinheit. Dies gelte auch für den ebenfalls begehrten Nationalspieler Ilkay Gündogan. „Wir sind alle froh, wenn sie so lange wie möglich hier bei uns bleiben“, sagte Ginter: „Ich hoffe, dass sie auch ihre Verträge verlängern.“ Ansonsten sei aber, versicherte er, kein Thema, was in der Zeitung stehe.

Dort steht: Der FC Arsenal bzw. Juventus Turin seien bereit, mittlere Unsummen für Aubameyang bzw. Gündogan zu zahlen. BVB-Sportdirektor Michael Zorc sagte derwesten.de, angesichts der Berichte könne „man den Eindruck haben, wir würden leer gekauft“. Auf die Frage, ob ein Verkauf in der Winterpause überhaupt realistisch sei, beließ er es bei einem Wort: „Nein!“

Die anderen Erkenntnisse des Trainingsauftakts: Nationalspieler Marco Reus kehrte nach seiner Oberschenkelverletzung zurück, Nuri Sahin und Erik Durm waren wieder dabei, Marcel Schmelzer und Sven Bender trainierten wegen leichter muskulärer Probleme individuell. Auch die Nachwuchsleute Felix Passlack und Christian Pulisic (beide 17) spielten mit, sie trainieren unter Thomas Tuchel künftig fest mit den Profis.

Am Donnerstag fliegt der BVB-Tross ins nicht unumstrittene Trainingslager nach Dubai. Dort erhofft sich Zorc auch ein wenig Ruhe vor dem Wind, der durchs offene Transferfenster pfeift: „Im Trainingslager“, sagte er, „wird trainiert.“

SID

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare