Klopp: "Müssen Kritik erdulden"

BVB-Krise: Überraschende Reaktion der Fans

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Trainer Jürgen Klopp von Dortmund und seine Spieler bedanken nach der Partie bei den Fans auf der Südtribüne.

Dortmund - Schon vier Niederlagen in nur sieben Spielen. Für Borussia Dortmund hat die Saison miserabel begonnen. Die Reaktion der Fans überrascht.

Selbst der aufmunternde Applaus der Fans spendete keinen Trost. Angeführt von Trainer Jürgen Klopp standen die Profis von Borussia Dortmund konsterniert und regungslos vor der Südtribüne und bestaunten die positive Reaktion der Fans. Das ungewöhnliche Szenario im Anschluss an das ernüchternde 0:1 (0:1) gegen den Hamburger SV veranlasste Kevin Großkreutz zu deutliche Worten: „Darauf können wir stolz sein, auf uns nicht.“

Beim Revierclub wird die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit immer größer. Mit der verdienten Heimschlappe gegen den bisherigen Tabellenletzten und Angstgegner setzte der seit nunmehr vier Bundesliga-Spielen sieglose BVB seine Talfahrt fort. Der neuerliche Rückschlag seiner Mannschaft ging Trainer Klopp sichtlich nahe. „Wir müssen jede Kritik, die jetzt aufkommt, erdulden.“

Doch für die Zeit nach der Länderspielpause stellte der Fußball-Lehrer einen Aufwärtstrend in Aussicht. „Wir müssen diese zwei Wochen nutzen. Dann ist dieser 4. Oktober der Tiefpunkt und der Startpunkt für den Rest der Saison“, sagte er voller Hoffnung auf die Rückkehr zahlreicher verletzter Leistungsträger wie Marco Reus, Ilkay Gündogan und Henrich Mchitarjan.

Auch der Sieg drei Tage zuvor in der Champions League beim RSC Anderlecht konnte die erhoffte Trendwende nicht einleiten. Vor 80 667 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park besiegelte HSV-Angreifer Pierre-Michel Lasogga (35. Minute) die bereits vierte Saisonschlappe des BVB. Ausgelassen feierten die Norddeutschen ihren ersten Sieg und den Sprung auf den vorletzten Tabellenplatz.

„Das hätte uns keiner zugetraut, dass wir drei Punkte in Dortmund holen“, sagte Joe Zinnbauer. Doch für den HSV-Coach kam der Coup nicht so überraschend wie für viele Außenstehende: „Wir haben das, was wir schon in den vergangenen drei Partien angedeutet haben, heute besser umgesetzt“, lobte er. „Jetzt müssen wir sehen, dass wir Stabilität reinbekommen.“

Nach der Terminhatz mit sieben Spielen in 22 Tagen waren die Kräfte der Borussia aufgebraucht. Von einem strukturierten Aufbau- oder Umschaltspiel war nur wenig zu sehen. Die hohe Fehlpassquote des Gegners machte es dem HSV leicht, das eigene Tor zu verteidigen. So war HSV-Keeper Jaroslav Drobny in der ersten Halbzeit nahezu beschäftigungslos.

Überraschenderweise sorgte das Schlusslicht für mehr spielerische Akzente - und wurde dafür belohnt. Ein Abspielfehler von BVB-Angreifer Adrian Ramos im Mittelfeld leitete den Gegentreffer ein. Müller gewann das Laufduell mit Weltmeister Erik Durm und passte auf den völlig freien Lasogga. Diese Chance zum erst zweiten HSV-Saisontreffer ließ sich der Torjäger nicht entgehen.

Auch nach Wiederanpfiff gelang es dem BVB lange nicht, sich klare Möglichkeiten zu erspielen. Zwar übernahm er die Regie, ging dabei aber zu planlos vor. In der zerfahrenen Partie mit vielen Fouls blieb der HSV das gefährlichere Team. Nur eine sehenswerte Parade von BVB-Keeper Weidenfeller bei einem Kopfball von Lasogga (62.) verhinderte das 2:0 der Gäste.

Erst in der hektischen Schlussphase geriet das Hamburger Tor in Gefahr. So verpassten Pierre-Emerick Aubameyang (78.) und Ciro Immobile (79.) den Ausgleich, auf der anderen Seite verfehlte Lewis Holtby (83.) aber nur knapp das leere BVB-Tor.

dpa

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