Nationalspieler verlängert beim BVB

Gündogan bleibt - der Wechselwunsch auch

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Ilkay Gündogan hat seinen Vertrag in Dortmund bis 2017 verlängert.

Dortmund - Nach langem Hin und Her hat Ilkay Gündogan seinen Vertrag bei Borussia Dortmund nach gescheiterten Wechselversuchen verlängert.

Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben: Zumindest für ein weiteres Jahr ist das leidige Thema Ilkay Gündogan vom Tisch. Der wechselwillige Nationalspieler verlängerte am Mittwoch seinen Vertrag beim Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund um ein weiteres Jahr bis 2017. Sportlich sicherlich ein Gewinn für die Westfalen, bleibt er jedoch bei den Fans ein vieldiskutiertes Thema.

Er sei froh, „dass wir nun endlich Klarheit haben und ich weiter bei Borussia Dortmund spielen darf“, ließ der Mittelfeldspieler wissen, nachdem Ende April die Trennung bereits beschlossene Sache war, was der BVB sogar per Pressemitteilung verkündete. Schließlich bleibt nur ein Fazit: Gündogan hatte sich verzockt.

Das klingt nicht nach bedingungsloser Identifikation mit seinem Arbeitgeber, sondern eher nach kühl kalkukliertem Karriereplan, der eigentlich in Richtung FC Barcelona, Bayern München oder Real Madrid führen sollte.

Verlängerung aus Eigennutz

Champions-League-Sieger Barcelona ist jedoch noch bis Ende des Jahres mit einer Transfersperre belegt. Gespräche mit den Bayern scheiterten. Anfragen von Manchester United und Paris St. Germain fielen angeblich aus sportlichen Gründen durch's Raster. Letztendlich habe Gündogan ein Gespräch mit dem neuen Trainer Thomas Tuchel überzeugt, heißt es.

Die Meinungen der Fans zur Vertragsverlängerung gehen in den Netzwerken aber auseinander. Gündogan wird jedoch gutgeschrieben, dass er stets mit offenen Karten gespielt hat und zugunsten der Borussia einen zweiten Fall Robert Lewandowski, der im vergangenen Jahr ablösefrei zu den Bayern wechselte, vermeiden wollte. „Das ist hochanständig von ihm“, wird Zorc im kicker zitiert. Immerhin winkt den Borussen bei einem Transfer während des laufenden Vertrages eine marktgerechte Ablöse in zweistelliger Millionenhöhe.

Der 24-Jährige, der 2011 vom 1. FC Nürnberg zum BVB kam, bleibt aber auch aus Eigennutz. Denn nach 14-monatiger Pause bis September vergangenen Jahres wegen langwierigen Rücken-Beschwerden befindet sich der gebürtige Gelsenkirchener noch nicht in der konstanten Topform, um sich für einen Top-Klub aufzudrängen, wenngleich sein außergewöhnliches Talent unbestritten ist.

Nächstes Jahr das gleiche Spielchen?

Ebenso unbestritten ist derzeit sein Wert für die Schwarz-Gelben, zumal Tuchel in Sebastian Kehl (Karriereende) und Nuri Sahin (wegen einer Adduktoren-Verletzung seit fünf Monaten außer Gefecht) zwei erfahrene Akteure auf der wichtigen Sechser-Position vor der Abwehrkette fehlen.

Sein Verbleib „ist eine gute Lösung, er kann uns weiterhelfen“, meinte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Es bedarf jedoch keiner hellseherischer Fähigkeiten, um zu prophezeien, dass sich der 52-Jährige in einem Jahr erneut mit Gündogans Wechselplänen beschäftigen muss.

Die Fan-Plattform schwatzgelb.de nahm's mit Humor und stellte ein Foto aus dem Silvester-Klassiker „Dinner for One“ ins Netz. Das zeigt Zorc, der Gündogan fragt: „Same procedure as last year, Sir Ilkay?“ (Die gleiche Prozedur wie im letzten Jahr?). Allerdings gefolgt von erneut kontroversen Kommentaren. Letzte Zweifler kann Gündogan nur durch Leistung überzeugten.

 SID

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