Dortmunder entspannt nach London geflogen

+
Sven Bender (Mitte) und Ilkay Gündogan (rechts) sind nicht mit nach London gereist.

London - Mit einem komfortablen 3:0-Vorsprung im Gepäck trat der BV Borussia Dortmund von Wickede aus den Flug nach London an, wo am Donnerstag (21.05/live auf Sport 1) im Stadion an der White Hart Lane das Achtelfinal-Rückspiel der Europa League bei den Tottenham Hotspur auf dem Programm steht.

Es waren übrigens gleich zwei Zeitzeugen an Bord, die selbst mit auf dem Platz standen, als der BVB zum einzigen Mal in seiner Europapokalgeschichte ein 3:0 verspielte. Stadionsprecher Norbert Dickel und Torwarttrainer Wolfgang „Teddy“ de Beer gingen im Dezember 1987 mit der Borussia im Uefa-Cup-Achtelfinale beim FC Brügge mit 0:5 in der Verlängerung unter. „Das war damals ein hart gefrorener Platz, wir lagen schnell zurück und konnten uns nicht mehr befreien“, erinnerte sich de Beer an die bitteren Stunden. „Drei Tage später habe ich geheiratet. Ich habe die Mannschaft eingeladen, es sind trotzdem alle gekommen“, flachste de Beer.

Michael Zorc war verletzt und nur Zuschauer. Er warnte aber davor, vorzeitig an das Viertelfinale zu denken. „Natürlich haben wir eine gute Ausgangsposition und treten mit großem Selbstvertrauen an, doch müssen wir in London noch einmal so eine starke Leistung wie im Hinspiel abrufen, um unser Ziel zu erreichen“, erklärte der Sportdirektor, der eine ganz anders auftretende Mannschaft von Tottenham erwartet.

„Die werden am Anfang sicherlich viel Druck machen“, meinte Mittelfeldakteur Julian Weigl, der seinem ersten Auftritt auf der Insel entgegenfiebert. „Ich freue mich riesig auf diese Atmosphäre“, meinte der 20-Jährige, der innerhalb kürzester Zeit einen rasanten sportlichen Aufstieg erlebte. „Innerhalb von einem Jahr von der 2. Liga auf die europäische Bühne ist schon eine außergewöhnliche Sache.“

Nicht mit nach London reisten übrigens Ilkay Gündogan und Sven Bender (Zerrung). Gündogan hat zwar seine Fußverletzung auskuriert und wieder das Training aufgenommen, soll aber noch geschont werden. Der Einsatz von Eric Durm (Prellung) ist fraglich. Alle anderen Profis stehen Thomas Tuchel zur Verfügung. Mitten in der sechsten englischen Woche in Folge eigentlich keine Selbstverständlichkeit.

„Wir sind noch überraschend frisch“, meinte auch Kapitän Mats Hummels, der sich seit Jahreswechsel in einer ausgezeichneten Form präsentiert, dies nicht zuletzt auch auf eine gute körperliche Verfassung zurückführte. Deshalb blickte er der Aufgabe in London zuversichtlich entgegen. „Wir wissen um unsere gute Ausgangsposition, kennen aber auch die Qualität von Tottenham. Es wäre gut, wenn wir ein schnelles Tor erzielen.“

BVB-Trainer Tuchel rechnet mit einem Gegner, der alles daran setzen wird, das Ergebnis noch zu drehen. „Das Schöne am Hinspielergebnis ist unsere Leistung gewesen“, betonte der Coach. „Das ändert aber nichts an unserer Herangehensweise. Wir brauchen die nächste Top-Leistung, um eine Runde weiter zu kommen.“

Mehr zum Thema

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare