BVB-Schlussoffensive

Dortmund dreht Spiel in Überzahl: 3:1 gegen Hoffenheim

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Dortmund - Mit einem furiosen Endspurt und drei Treffern innerhalb der letzten zehn Minuten hat Borussia Dortmund sechs Tage vor dem Bundesliga-Gipfel am kommenden Samstag gegen den FC Bayern den Acht-Punkte-Rückstand auf die Münchner zumindest behauptet.

Den 3:1 (0:1)-Erfolg vor 81.359 Zuschauern (ausverkauft) gegen den Tabellenvorletzten Hoffenheim spielten die Schwarz-Gelben allerdings erst nach der Roten Karte für TSG-Kapitän Sebastian Rudy (58.) heraus. Eine Stunde lang waren die Gäste ein gleichwertiger Gegner. 

„Ich bin froh, dass wir die Ruhe bewahrt und am Ende noch die Tore erzielt haben“, freute sich BVB-Trainer Thomas Tuchel. „Es war ein wichtiger und auch sehr schöner Sieg.“ Sichtlich gezeichnete kam Hans-Joachim Watzke von der Tribüne. „Ich habe echt gelitten“, stöhnte der Dortmunder Geschäftsführer. „Die Hoffenheimer waren frisch, wir waren nach der Porto-Reise etwas müde. Gut, dass wir das noch gedreht haben.“ Die Zwischenbilanz Watzkes fiel trotz der Distanz zu den Bayern mehr als positiv aus: „Wir haben jetzt 54 Punkte nach 23 Spielen. Das ist unfassbar, der Wahnsinn, außergewöhnlich.“ 

Dortmund feiert 3:1-Erfolg gegen Hoffenheim

Hoffenheims 28-jähriger Cheftrainer Julian Nagelsmann hatte eine mutige, weil offensive taktische Ausrichtung gewählt. Mit einem 4-3-3- bei eigenem Ballbesitz und einem 5-2-3-System bei Dortmunder Angriffen waren die Kraichgauer stets gefährlich, beschränkten Dortmunder Aktivitäten auf einen sehr engen Raum. Mehr als ein direkter Freistoß von Marco Reus kam im ersten Durchgang nicht auf das Tor der Gäste. Deswegen war die Pausenführung für Hoffenheim nicht unverdient. 

Das 0:1 (26.) fiel allerdings dank tatkräftiger Unterstützung von Dortmunds Keeper Roman Bürki, der einen Schuss von Kevin Volland genau vor die Füße des Torschützen Rudy faustete, der nur noch abstauben musste. „Das Ding ging auf meine Kappe“, gestand Bürki ein. Kurz darauf machte der Schweizer allerdings seinen Patzer wett, als er gegen den frei durchgelaufenen Volland klärte. „Wenn ich hier das 0:2 mache, läuft die Partie ganz anders“, ärgerte sich der Nationalspieler. 

Tuchel zog zum zweiten Durchgang Konsequenzen, nahm den schwachen Shinji Kagawa vom Feld. Für ihn kam Gündogan, der gleich für Gefahr sorgte. Seine erste Aktion war ein Sololauf durch die TSG-Abwehr (47.). Allerdings landete sein Abschluss nur am Pfosten. „Damit haben wir ein Signal gesetzt“, betonte Tuchel. 

Dortmund, das ohne Kapitän Hummels (Leistenprobleme) angetreten war, setzte nach, drückte auf das Tempo. Als Rudy dem startenden Aubameyang in der Nähe des Mittelkreises von hinten in die Beine grätschte, zog Schiedsrichter Peter Sippel sofort die Rote Karte (58.). „Ich wollte den Ball spielen, es tut mir leid, dass ich ihn getroffen habe“, fühlte sich Rudy ungerecht behandelt. „Es war zwar eine harte, aber vertretbare Entscheidung“, meinte dagegen TSG-Trainer Nagelsmann. „Von einer Beschwerde bin ich weit entfernt.“ 

Was folgte war Einbahnstraßenfußball mit vielen BVB-Chancen, die Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann zunächst vereitelte. Machtlos war er allerdings in der 80. Minute, als Gündogan nach einer kurzen Ecke Hendrikh Mkhitaryan bediente und der Armenier ausglich. Kurz darauf köpfte der eingewechselte Adrian Ramos nach einer Rechtsflanke von Piszczek zum 2:1 (85.) ein. Den Schlusspunkt zum 3:1 setzte Aubameyang mit Bundesliga-Treffer Nummer 22 nach Vorarbeit von Mkhitaryan in der Nachspielzeit.

Dortmund: Bürki - Piszczek, Subotic, Sven Bender, Schmelzer - Weigl (74. Ramos), Sahin (74. Leitner) - Mchitarjan, Kagawa (46. Gündogan), Reus - Aubameyang. - Trainer: Tuchel

Hoffenheim: Baumann - Schär, Süle, Bicakcic - Strobl, Rudy - Kaderabek, Toljan - Amiri (63. Polanski) - Uth (86. Schwegler), Volland (72. Hamad). - Trainer: Nagelsmann

Schiedsrichter: Peter Sippel (München)

Tore: 0:1 Rudy (25.), 1:1 Mchitarjan (80.), 2:1 Ramos (85.), 3:1 Aubameyang (90.+2)

Zuschauer: 81.359 (ausverkauft)
Beste Spieler: Piszczek, Mchitarjan - Baumann, Volland
Rote Karte: Rudy wegen groben Foulespiels (58.)
Gelbe Karten: keine
Torschüsse: 25:9
Ecken: 12:6
Ballbesitz: 70:30 Prozent

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