Starke Vorstellung in Warschau

Buhmann Götze blüht wieder auf

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Mario Götze traf beim BVB.Sieg in Warschau.

Hamm - Beim Champions-League-Auftakt in Warschau beweist Mario Götze, dass seine Formkurve nach oben geht. Er stellt aber lieber die Mannschaft in den Vordergrund. Euphorie klingt ohnehin anders.

Mario Götze ließ sich nicht beirren. So sehr die Journalisten versuchten, dem 24-Jährigen irgendwelche Worte der Genugtuung entlocken: Sie scheiterten alle. Erstmals seit 1250 Tagen hatte er wieder im Trikot von Borussia Dortmund ein Tor erzielt und damit den 6:0-Kantersieg zum Auftakt der Champions League bei Legia Warschau eingeleitet. Und mehr noch: Götze strahlte Spielfreude aus. Zeigte als Zehner hinter Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang eine starke Vorstellung. War stets anspielbar und passsicher.

"Es war ein Tor für die Mannschaft, den Verein und die Champions League", betonte Götze, der freudestrahlend durch die Katakomben der Warschauer Arena marschierte. So zumindest der Eindruck der Anwesenden. Er selbst wollte das gar nicht überbewerten. "War das vorher nicht so?", entgegnete der Nationalspieler.

Auf die Frage, ob der Knoten dadurch nun endgültig geplatzt sei, fragte er bloß: "Welcher Knoten?" Natürlich weiß der Mittelfeldspieler genau, worauf er stets angesprochen wird. Dass seine Kritiker nicht gerade zimperlich mit dem 24-Jährigen umgegangen waren. Doch für ihn zählt gerade nur das Kapitel BVB. Der Reist sei "Vergangenheit. Ich freue mich auf die Zeit, die jetzt kommt."

Keine Debatte um Position

Und die startete in Dortmund recht ordentlich. Nachdem er in den ersten drei Pflichtspielen von Trainer Thomas Tuchel nicht berücksichtigt worden war, findet Götze immer mehr zu alter Form. Wovon bei seinen Einsätzen im DFB-Team noch nicht so viel zu sehen war. Weil er dort als "falsche Neun" ran musste? Auf eine solche Debatte wollte er sich aber ebenso wenig einlassen. "Ich kann auf vielen Positionen spielen", sagte er. "Natürlich fühle mich im Zentrum am wohlsten, das steht außer Frage."

Kopf trifft Bein - Bilder vom BVB-Sieg in Warschau

So sehr, dass er mit seinen 1,76 Metern Körpergröße die frühe Führung (7.) sogar per Kopf erzielt hatte. "Es fühlt sich gut an", meinte Götze: Seine Formkurve zeigt klar nach oben. "Die Leichtigkeit kommt wieder, und fußballerisch gibt es ohnehin keine Zweifel", sagte Dortmund Sportdirektor Michael Zorc: über den Neuzugang von Rekordmeister Bayern München: "Er braucht noch die körperliche Widerstandsfähigkeit, um auch 90 Minuten voll Power zu gehen. Aber er ist auf einem guten Weg."

Auch Guerreiro überzeugt

Einer hatte Götze aber fast in den Schatten gespielt. Raphael Guerreiro, von der Borussia als Linksverteidiger geholt, machte gegen Warschau im zentralen Mittelfeld ein überragendes Spiel. Schnell, passsicher, trickreich - in der 51. Minute belohnte sich der 22-Jährige für seine starke Leistung mit dem Treffer zum 4:0.

Trotz der Gala-Vorstellung gegen schwache Warschauer wollten die Dortmunder keine allzu große Euphorie aufkommen lassen. "Wenn es einfach aussieht, steckt oft die meiste Arbeit dahinter", meinte Coach Tuchel: "Wir haben in der Anfangsphase sehr mutig, sehr selbstbewusst und effektiv gespielt." Zorc kommentierte den Auftritt des BVB derweil kühl und sachlich: "Wir müssen das richtig einordnen. Das war nicht Real Madrid", sagte der Sportdirektor, aber: "Das tut uns gut und gibt Selbstvertrauen." Dem gesamtem Team. Und vor allem Mario Götze.

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