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BVB-Coach Thomas Tuchel hat "es sehr genossen" 

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Dortmund - Nein, wie ein Trainer, der mit seiner Mannschaft gerade eine wichtigen Etappensieg Richtung Meistertitel verpasst hatte, sah Thomas Tuchel gewiss nicht aus. Als der Fußball-Lehrer nach dem 0:0 des BV Borussia Dortmund im Bundesliga-Gipfel gegen den Tabellenführer FC Bayern München die Leistung seiner Mannschaft in der Pressekonferenz analysierte, strahlten seine Augen. „Ich habe es sehr genossen, dieses Spiel zu coachen“, beteuerte Tuchel. „Und ich hätte es mit keiner anderen Mannschaft spielen wollen.“

81.359 Zuschauer im ausverkauften Signal Iduna Park sahen eine Spitzenbegegnung, die diese Bezeichnung durchaus verdient hatte. Mit leichten Vorteilen für die Bayern, die nicht nur die Mehrzahl der Möglichkeiten besaßen, sondern durch Douglas Costa (28.) und Arturo Vidal (64.) auch die beiden besten Chancen der Partie, die BVB-Schlussmann Roman Bürki mit Glanztaten vereitelte. So behaupteten die Bayern am Ende ihren Fünf-Punkte-Vorsprung und steuern damit weiter klaren Meisterkurs.

Was laut Tuchel für die Borussia die Herangehensweise für den Rest der Saison nicht grundlegend verändert. „Wir würden jetzt mit zwei oder acht Punkten Rückstand die gleichen Spiele gegen Tottenham und Mainz machen“, erklärte der 42-Jährige. Warum? „Weil es nötig ist“, antwortete der Trainer. „Ich hoffe und bin mir aber auch sicher, dass dieser Geist drin bleibt, der uns dazu bringt, so zu punkten. Wir haben abgeliefert ohne Ende. Aber ich wünsche mir, dass wir da dranbleiben. Dass wir so viel punkten wie wir nur punkten können. Ich möchte die Leidenschaft und das Tempo halten.“

Noch nicht ganz auf Augenhöhe

Die Dortmunder hatten gegen die Münchner durchaus den Beweis erbracht, dass sie nah dran sind an den Bayern. Aber eben noch nicht ganz auf Augenhöhe. Mit einer Fünfer-Abwehrkette, in der Erik Durm auf der rechten Seite eine sehr gute Rolle spielte, stemmte sich der Verfolger gegen die starken Außenstürmer des Spitzenreiters, versuchte selbst immer wieder mit schnellem Umschaltspiel kleine Nadelstiche zu setzen, was allerdings nur selten funktionierte, weil bei den Gastgebern in entscheidenden Momenten der entscheidende, letzte Pass den Adressaten verfehlte. „Wir hätten aus den Halbchancen mehr machen müssen“, gestand auch Tuchel ein. „Da waren wir manchmal zu überhastet und unpräzise.“

Torloses Remis zwischen BVB und Bayern München

"Bayern die beste Mannschaft der Welt"

Deshalb konnten alle Dortmunder nach dem Schlusspfiff des sehr souveränen Schiedsrichters Tobias Stieler (Hamburg) mit dem Ergebnis auch leben. Und Tuchel fiel es sichtlich schwer, die Frage, was seiner Mannschaft fehlt, um die Bayern schlagen zu können, zu beantworten. „Es fehlt eigentlich alles“, korrigierte sich der Trainer dann aber schnell selbst. „Von allem ein bisschen, auch wenn es in manchen Punkten vielleicht nur Details sind.“ Was zweifellos am Samstag laut Tuchel am starken Gegner lag: „Die Bayern sind gemeinsam mit Barcelona die beste Mannschaft der Welt - mit dem wahrscheinlich besten Trainer. Sie lassen nie locker. Sich dagegen zu stemmen, für 30 Minuten, für 45 Minuten, das sind außergewöhnliche Leistungen. Das haben wir am Samstag vollbracht.“

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FC Bayern wahrt mit 0:0 beim BVB seinen Vorsprung

Die Pressekonferenz nach dem Spiel

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