UEFA Champions League

Ein breites Grinsen

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André Schürrles Verletzung, eine Innenbanddehnung im Knie, ist wieder aufgebrochen.

Dortmund - Es war bereits sein sechstes Tor in der Champions League. Doch für André Schürrle, Neuzugang des BV Borussia Dortmund, wird sein erster Treffer für den BVB in der Königsklasse in besonderer Erinnerung bleiben.

Mit dem 2:2 in der 87. Minute sicherte der 25-Jährige den Schwarz-Gelben einen wichtigen Punkt gegen Titelverteidiger Real Madrid. Und Schürrle ist jetzt der erste deutsche Spieler, der es geschafft hat, in der Champions League für vier Vereine zu treffen. Denn zuvor war er bereits für den FC Chelsea, Bayer Leverkusen und den VfL Wolfsburg erfolgreich.

Dass er trotz neuerlicher Beschwerden im Knie (Innenbanddehnung) die Katakomben des Signal Iduna Parks zwar leicht humpelnd, aber mit einem breiten Grinsen verließ, lag auf der Hand. „Vor der Süd das Tor zu machen, mein erstes im Tempel, war ein geiles Gefühl und hat großen Spaß gemacht“, erzählte Schürrle, dessen Einsatz am Samstag im Bundesliga-Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen gefährdet ist.

2:2 - BVB erkämpft einen Punkt gegen Real Madrid

Dass die alte Verletzung beim Angreifer wieder aufgebrochen ist, nahm Trainer Thomas Tuchel anschließend auf seine Kappe. „Es war ein Risiko, ihn so früh zu bringen“, gestand der Coach ein. „Er hatte wenige Trainingseinheiten in den Beinen seit seiner Pause. Aber es war ein perfektes Ende für ihn.“ Und natürlich auch für den BVB, der sich mit diesem Remis gegen den großen Favoriten der Vorrunden-Gruppe F alle Chancen auf das Erreichen des Achtelfinales bewahrte. „Wenn man zwei Mal nach einem Rückstand gegen Real Madrid zurückkommt und den Gegner so gut bespielt, ist es ein gutes Gefühl. Wir sind auf jedem Niveau in der Lage, großen Teams Paroli zu bieten“, meinte Schürrle, der im Kreis der Borussen sichtlich auflebt. „Ich bin hier sehr gut aufgenommen worden, fühle mich richtig wohl. Ich fahre jeden Tag mit einem Lächeln zum Training, freue mich auf jede Einheit“, beschrieb der Nationalspieler sein Seelenleben. 

Ein Zustand, an dem auch Tuchel als sein alter Lehrmeister aus gemeinsamen Mainzer Zeiten großen Anteil besitzt. Denn Tuchel weiß, wie er mit einem sensiblen Profi wie Schürrle umgehen muss. „André ist ein Spieler, der eine enge Bindung zum Trainer benötigt, um der Beste sein zu können, der er sein kann“, erklärte der Fußball-Lehrer. „Das heißt nicht, dass ich ihn jeden Tag in den Arm nehmen oder ihm ständig sagen muss, wie gut er ist. Das kann auch Kritik oder Strenge beinhalten. Wir freuen uns sehr, wie er sich bei uns einbringt.“

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Laut Schürrle stimmt in Dortmund vor allem der gute Zusammenhalt in der Mannschaft. Jeder würde dem anderen helfen. Mit ein Grund, warum die Schwarz-Gelben am Ende auch den Härtetest gegen die Königlichen aus Madrid bestanden, die zweimal durch Cristiano Ronaldo (17.) und Raphael Varane (67.) in Führung gegangen waren. Doch Pierre-Emerick Aubameyang (43.) und Schürrle sorgten für den verdienten Punktgewinn. „Der Spielverlauf hilft uns sehr für unser Selbstvertrauen und unser Gefühl. Wir können viel lernen aus diesem Spiel“, meinte Tuchel. „Es gibt einiges, was wir gut gemacht haben, aber auch einiges, was wir verbessern können.“ 

Insgesamt 20 Torschüsse waren eine Quote, die nicht viele Mannschaften gegen ein Ausnahmeteam wie Real erreichen. Doch Tuchel wäre nicht Tuchel, wenn er am Ende nicht doch noch ein kleines Haar in der Suppe gefunden hätte. „Wir sind mit dem 2:2 nicht 100 Prozent zufrieden, aber wir sind auch weit davon entfernt, dass Ergebnis nicht wertschätzen zu können“, erklärte der Coach. „Aber wir haben das Gefühl, dass wir es noch besser können.“ Die Konkurrenz aus der Champions League dürfte Tuchels Kampfansage deutlich vernommen haben.

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