Ausschreitungen in Dortmund

Justiz ermittelt wegen versuchten Totschlags

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In der Partie zwischen Borussia Dortmund und Galatasaray Istanbul ist es zu schweren Ausschreitungen im Gäste-Block gekommen.

Dortmund - Schwere Ausschreitungen haben das Champions-League-Spiel zwischen Borussia Dortmund und Galatasaray Istanbul überschattet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt sogar wegen versuchten Totschlags.

Die schweren Ausschreitungen vor, während und nach der Champions-League-Begegnung zwischen Borussia Dortmund und Galatasaray Istanbul haben ein juristisches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelt nicht nur wegen Landsfriedensbruchs und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz, sondern auch wegen versuchten Totschlags. Wie Staatsanwältin Sandra Lücke am Mittwoch erklärte, werde in diesem Zusammenhang besonders einem Vorfall nach Ende des Spiels nachgegangen. Demnach sollen Sitzschalen inklusive Metallverankerungen etwa 20 Meter weit auf andere Fans geworfen worden sein.

Darüber hinaus hatten Gäste-Anhänger Pyrotechnik abgebrannt. Dabei wurden zwei Beamte verletzt. Mit ihrem Fehlverhalten provozierten die Galatasaray-Anhänger zwei Spielunterbrechungen.

„Es wurden Böller und Pyrotechnik auf unsere Zuschauer geworfen. Das war eine permanente Provokation über die gesamte Spieldauer“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke drückte eine gewisse Machtlosigkeit aus. „Unser Ordnungsdienst hat extrem penibel kontrolliert. Was da alles sichergestellt wurde, spottet jeder Beschreibung. Aber wenn das so groß angelegt ist, hat man kaum eine Chance. Man kann die Zuschauer ja nicht nackt ausziehen“, sagte Watzke.

Nahe des Stadions verhinderten die Beamten nach dem Spiel einen geplanten Angriff von BVB-Anhängern auf die Galatasaray-Fankurve. Diese durften die Gästefans zunächst nicht verlassen. Von jeder Person nahm die Polizei die Personaldaten auf. Außerdem wurden erste Tatverdächtige festgenommen. Videoaufzeichnungen von potenziellen Tätern werden nun ausgewertet.

Auch auf die beiden Vereine werden wohl Konsequenzen zukommen. In vergleichbaren Fällen hat die Europäische Fußball-Union (UEFA) in der jüngeren Vergangenheit hart durchgegriffen. So wurde unter anderem Bayern Münchens Gruppengegner ZSKA Moskau für das Verhalten seiner Anhänger mit Geldstrafen und Geisterspielen belegt. Der BVB könnte wegen mangelnder Kontrollen ebenfalls mit einer Geldstrafe belegt werden.

dpa

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