Nationalspieler Gabuns

Angst vor Ebola: Aubameyang bleibt in Dortmund

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Pierre-Emerick Aubameyang im Trikot von Borussia Dortmund.

Dortmund - Die Angst vor Ebola spaltet die Liga: Während Dortmund seinen gabunischen Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang vorerst nicht zu seinem Länderspiel reisen lässt, sehen andere Klubs die Lage weniger dramatisch.

Ebola scheint so weit weg. Doch wenn die afrikanischen Stars der Fußball-Bundesliga zu Länderspielen in die Heimat aufbrechen, ist die Angst vor dem tödlichen Virus bei den Vereinen plötzlich ganz nah.

So ließ Borussia Dortmund seinen gabunischen Star-Angreifer Pierre-Emerick Aubameyang vorerst nicht zu seinen Länderspielen nach Afrika reisen - aus Sorge vor der vor allem in Westafrika grassierenden Epidemie, bei der bisher mehr als 5100 Menschen gestorben sind.

„Ohne in Hysterie zu verfallen, gibt es bestimmte Warnungen von der medizinischen Seite. Wir haben auch eine Fürsorgepflicht gegenüber dem Spieler und der Mannschaft“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc der Bild-Zeitung.

Aubameyang sollte eigentlich am Samstag mit Gabuns Nationalmannschaft in der Afrika-Cup-Qualifikation in Angola (16.00 Uhr) und am Mittwoch gegen Lesotho (19.00 Uhr) spielen. Der BVB überzeugte den 25-Jährigen jedoch, vorerst in Deutschland zu bleiben. Damit wird Aubameyang die erste Partie seines Teams auf jeden Fall verpassen.

Andere Bundesliga-Klubs sehen die Lage hingegen weniger dramatisch und verhängten kein Reiseverbot. „Wir gehen davon aus, dass keine große Gefahr besteht, weil alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden sind“, sagte Werder Bremens Sportdirektor Rouven Schröder der Online-Plattform des Fachmagazins kicker. Man habe sich „natürlich informiert“.

Damit durfte sich Werders kongolesischer Nationalspieler Cedrick Makiadi auf die Reise zum Länderspiel in seine Heimat begeben. „Es herrscht hier Normalität. Alles ist wie immer“, berichtete Makiadi nach seiner Ankunft und gab Entwarnung. Auch Bundesliga-Kollegen wie der Gladbacher Ibrahima Traore (Guinea), der Berliner Salomon Kalou (Elfenbeinküste), der Hannoveraner Salif Sane (Senegal), der Augsburger Abdul Rahman Baba (Ghana) und der Schalker Eric-Maxim Choupo-Moting (Kamerun) erhielten von ihren Vereinen kein Reiseverbot.

Rechtlich dürfte ein Klub seine Spieler auch gar nicht an Länderspielen hindern, doch im Fall Aubameyangs soll die Einladung aus Gabun einen Tag zu spät in Dortmund angekommen sein. „Mein Verband hat da einen Fehler gemacht. Vielleicht reise ich aber noch zum zweiten Spiel nach“, sagte Aubameyang.

Der Weltverband FIFA reagierte auf die Probleme mit dem tödlichen Virus schon vor einiger Zeit. Seitdem Ebola grasiert, müssen die Hochrisiko-Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone ihre Qualifikationsspiele für den Afrika-Cup auf neutralem Platz austragen. Während Guinea entschied, seine Heimspiele in Marokko zu absolvieren, treten Sierra Leone und Liberia nur noch auswärts an.

Die Afrikanische Fußball-Konföderation (CAF) lässt sich vom Ausbruch der Seuche dagegen nicht beeindrucken. Trotz mehrfacher Bitte des ursprünglichen Gastgebers Marokko, den Afrika-Cup 2015 wegen der Epidemie um ein Jahr auf 2016 zu verschieben, blieb der Kontinental-Verband hart. Die CAF-Oberen entzogen dem nordafrikanischen Land nicht nur die Ausrichterrolle, sondern disqualifizierten Marokko auch für das Turnier.

SID

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