Zehn Sportler der TuS Bönen trauen sich zum Zehnkampf

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Mila Lebrecht und TuS-Leichtathletik-Abteilungsleiter Arndt Möller proben den Hürdenlauf.

Bönen - Ein Abenteuer steht den TuS Leichtathleten mit dem Jedermann-Zehnkampf der LG Ahlen am 3. und 4. September ins Haus. Zehnkampf, die so genannte Königsdisziplin der Leichtathleten. Sie verlangt Vielseitigkeit. Die meisten Sportler, auch die der TuS, haben Vorlieben, pflegen ihre Spezialitäten. Beim Zehnkampf, auch dem für Jedermann, stehen unter anderem Stabhochsprung und der Hürdenlauf auf dem Programm. Exotische Disziplinen, die die TuS-Leichtathleten im „Alltag“ nicht bewältigen müssen.

„Es macht Spaß, kostet aber zunächst Überwindung“, erzählt Arndt Möller von seinen Erfahrungen beim Stabhochsprung. Der TuS- Abteilungsleiter ist einer von zehn Bönener Athleten, die am Freitag, 26. August, nach Ahlen fahren und sich von LG-Trainer Christian Leifhelm in einer Extra-Trainingseinheit zeigen lassen, worauf es bei dieser Sportart ankommt.

„Leonie Biermann hatte bei ihrem ersten Mal im vergangenen Jahr richtig Schiss“, erinnert sich TuS-Trainer Dietmar Völkel. „Im ersten Versuch hat sie auch gerissen, im zweiten ist sie dann über 1,10 Meter drüber, verspürte ein unglaubliches Glücksgefühl und wollte danach gar nicht mehr aufhören.“

1,10 m mit dem Stab seien etwas ganz anderes als 1,10 m beim normalen Hochsprung, erklärt Völkel zu dieser für den Laien geringen Höhe. Er selbst hat 1,70 m vorzuweisen. TuS-“Vorzeigeathlet Joans Weitz, der im vergangenen Jahr mit 4688 Punkten Gesamt-Elfter des Wettkampfs wurde, schaffte im Stabhochsprung immerhin 2,10 m.

Auch Hürdenlauf steht nicht unbedingt auf dem Programm der Bönener Leichtathleten. Früher sei mit Bananenkisten vom Discounter als Hindernisse trainiert worden, schmunzelt Völkel. Heute hat der Verein „richtige“, verstellbare Hürden im Lager. Beim Hochsprung sei die Distanz zur Stange beim Anlauf zwar auch wichtig, beim Weitsprung die richtige Schrittlänge. Beim Hürdenlauf käme aber noch der Laufrhythmus dazu, „ob Dreier- oder Viererschritt – das muss jeder für sich entscheiden.“

Zehn Hindernisse im Abstand von je zehn Metern stehen auf dem Weg zum Ziel in 110 m Entfernung. Die Höhe ist beim Wettkampf in Ahlen nicht vorgeben. Möller stellt die regulären Wettkampf-Hürden für sich auf 86 cm, Andrine Schulte bevorzugt die einfachen mit Schaumstoffpolsterung. Sie mag die Disziplin nicht, bevorzugt Speer und Diskus. Mila Lebrecht, ebenfalls Wurfspezialistin, geht die Sache wie auch Philipp Thormann ohne Magengrummeln an. Gelaufen wird an diesem Trainingsdonnerstag paarweise, die Mädchen über die Schaumstoffhürden, die Jungs nebenan über die „echten.“

Ehrgeiz, so gut wie möglich abzuschneiden bringen die TuS-Sportler in jedem Fall mit. Realistisch schätzen sie aber ihre Möglichkeiten ein. Auch ein Jonas Weitz platzierte sich mit 4 683 Punkten immerhin über 2 000 Zähler hinter dem Sieger 2015, Marvin Gregor (LC Paderborn, 6862).

„Für uns steht bei diesem Wettkampf das Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund“, erzählt Lennard Luhmann, „man trifft soviele Sportler aus anderen Vereinen. Auch in diesem Jahr ist die inzwischen 22. Veranstaltung bereits ausgebucht. Die Teilnehmer kommen aus dem Ostwestfälischen und dem Ruhrgebiet.

Der Jedermann-Zehnkampf ist sportlich eine Herausforderung. „Man weiß, was man getan hat – hat noch tagelang Muskelkater.“ Völkel ergänzt: „Neun Stunden verbringen wir am Tag in Ahlen, eigentlich immer in Bewegung, Wettkämpfe und Aufwärmphasen wechslen sich ab. Da braucht man nachher ein weiches Bett, das eigene.“ Die weiter angereisten Vereine zelten hingegen im Sportpark Nord. „Ich habe auf die Abschlussläufe über 1500 m eigentlich keine Lust mehr“, bekennt Möller. Doch das Erlebnis puscht ihn. Und die „kleinen Hilfestellungen“ der anderen Teilnehmer. Die frotzeln schon mal beim Stabhochsprung. „Entweder du läufst schneller an oder du hörst gleich auf.“

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