Herzlicher Empfang für Paralympiker

Welcome back, Denis Schmitz

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Wieder vereint in Unna Lünern: Rüdiger und Denis Schmitz wurden nicht nur von Mutter und Ehefrau Andrea empfangen.

Bönen - Einen richtig schönes Willkommen hatten die Nachbarn von Denis Schmitz ihrem Paralympiker bereitet. „Welcome back Denis“ stand auf einem riesigen Banner, als der Rennrollstuhlfahrer am Dienstag mit Vater Rüdiger in Lünern vorfuhr. Es war der krönende Abschluss von zwei ereignisreichen Wochen für den 24-Jährigen.

„Einfach klasse“, fasste Rüdiger Schmitz zusammen. Und rollte die Erlebnisse von hinten auf. „Uns hat eine Lufthansa-Sondermaschine namens Siegerflieger abgeholt“, beschrieb er die letzte Station des Unnaer Duos auf dem südamerikanischen Kontinent, den Flughafen Rio.

Sportlich aktiv war Denis Schmitz, der in „normalen“ Wettkämpfen für die RGS Bönen startet, gleich am ersten Wochenende der Paralympics. Über die 100 m holte er in der Schadenklasse T33 mit der Zeit von 21,22 s den sechsten Platz – vor 30 000 Zuschauern. Nach dem packenden Finale gegen den Kuwaiter Naser Saleh hieß es dann: eine Woche Freizeit im olympischen Dorf und an der Copacabana.

Es sei wahnsinnig viel passiert in Rio, zählt Rüdiger Schmitz auf. Es gab einen Athletenempfang mit dem deutschen Botschafter, einen Ausflug auf den Zuckerhut und natürlich die Abschlussfeier, ähnlich gigantisch wie schon die Eröffnung mit viel Musik und Feuerwerk. Den 24-Jährigen beeindruckte der Paralympics-Park, wo sich die Sponsoren der Spiele präsentierten. Gimmicks zu verschenken? Pustekuchen. „Nee, geschenkt gab es dort nichts“, sagt Rüdiger Schmitz.

„Denis hat die Zeit genossen“, sagt Schmitz, „er wollte auch eigentlich dableiben.“ Das Unnaer Duo besuchte andere Wettkämpfen. „Wir haben einige Medaillengewinne mitgenommen.“ Vorlieben für eine Sportart hätte Denis dabei nicht entwickelt: „Er hat alles abgefeiert“, sagt der Vater.

Zuhause ist nicht etwa Schluss mit Action. „Unnas Bürgermeister Werner Kolter würde uns gerne empfangen“, erzählt Rüdiger Schmitz. Außerdem sollen die zahlreichen Teilnehmer aus NRW auf der Reha Care in Köln geehrt werden. „Es sind ja viele der Medaillengewinner aus dem Behinderten Sportverband NRW“, erklärt Vater Schmitz. Auch der Sponsor der Aktion Rio ruft! lädt zur Messe. Das Problem: Rüdiger Schmitz hat keine Urlaubstage mehr übrig.

„Die WM 2017 in London lockt“, weiß Rüdiger Schmitz um die sportlichen Begehrlichkeiten seines Sohnes. „Er verschwendet auch schon Gedanken an Tokio, die Station der nächsten Paralympics.“ Eine genaue Wettkampfplanung haben die beiden so kurz nach der Rückkehr noch nicht entwickelt. „Aber durch die Teilnahme sind wir in den Dunstkreis geraten“, hofft Rüdiger Schmitz, vielleicht in den Genuss von Sporthilfe zu kommen. Bisher finanziert das Familienbudget die sportlichen Ambitionen des Sohnes. Im nächsten Jahr stehen wieder IPC-Wettkämpfe in Italien oder der Schweiz an, wo Denis Schmitz Bestzeiten jagen wird. Die Finanzierung der Reise nach Rio übernahm zwar der Deutsche Behindertensportverband. Die Fahrten zu Wettkämpfen zwecks Qualifizierung für internationale Großereignisse wie WM oder Paralympics tragen bisher die Schmitz im fünfstelligen Euro-Bereich. Die Eltern machen es gerne – aber: „Es wäre schon sehr schön, wenn weitere Sponsoren, Denis unterstützen würden“, wirbt der Vater.

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