TuS-Ringer hinter den eigenen Erwartungen

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TuS-Neuzugang Ibrahim Ipek weist mit 7:1 Siegen auf Anhieb die beste Bilanz der Bönener Ringer auf.

Bönen - Die Verbandsliga-Saison der Ringer der TuS Bönen verdichtet sich auf einen Punkt. Am Freitag tritt die TuS um 20 Uhr beim KSV Mülheim-Styrum an. Ein Sieg beim noch punktlosen Schlusslicht und der Klassenerhalt ist zu gut wie sicher, eine Niederlage und die Bönener müssen zittern. „Wir wollen die Saison in Ruhe zu Ende bringen. Der Kampf ist ganz wichtig. Da wollen wir den Sack zumachen“, sagt Marvin Manz.

Damit dass die TuS-Ringer als Vorletzter überhaupt in so eine Situation gekommen sind, haben sie nicht gerechnet, schließlich sind sie durchaus gut besetzt. „Wir haben uns mehr versprochen, aber einige Mannschaften haben stärker aufgestellt als letztes Jahr“, erklärt Manz.

Bönen entschied nur zwei Kämpfe für sich, den Heimauftakt gegen Mülheim-Styrum sowie das Duell mit Lünen-Süd. Zwei weitere Auftritte verliefen äußerst unglücklich. Beim 16:17 gegen Aufsteiger Aldenhoven fühlte sich die TuS – insbesondere Daniel Keim im letzten Kampf – verpfiffen, gegen den vermutlich schlagbaren KSV Kirchlinde (10:21) war Bönen durch zu viele Ausfälle nicht konkurrenzfähig.

Für die anderen Kämpfe gilt ein Problem: „Wir geben zu viele Vieren ab“, sagt Manz. Bezeichnend das Aufeinandertreffen mit dem Tabellenvierten Essen-Dellwig II: Bönen gewann sechs der zehn Kämpfe, unterlag aber mit 13:15. Für Manz liegt ein Grund in dem niedrigen Durchschnittsalter seiner Mannschaft. So war gegen Krefeld, als Daniel Keim und Sebastian Strzalka fehlten, Lukas Korte mit 21 Jahre der älteste Bönener auf der Matte. Die Gegner wissen diese Unerfahrenheit der TuS zu nutzen. Zudem tun sich Punktegaranten wie Marc Hauke, Lukas Korte und auch Manz, die in ihren neuen Gewichtsklasse schwerer.

Überhaupt keine Eingewöhnungszeit benötigte Ibrahim Ipek. „Ein Überflieger“, findet Manz. Der Neuzugang vom Bezirksligisten PSV Lippe-Detmold gewann sieben Kämpfe bei nur einer Niederlage im Leichtgewicht und ist auf Anhieb Bönens bester Ringer. Ihm folgt Karsten Wegner, der schon im Vorjahr von 61 auf 66/70 kg wechselte und dort auf eine 6:2-Bilanz kommt. Für Manz, der auch zum Trainerteam der TuS zählt, war besonders der jüngste Schultersieg über den Krefelder Hasan Rahaal beeindruckend. „Da hat er gezeigt, dass er auch mit den Großen mithalten kann.“

Seine Dominanz eingebüßt hat derweil Lukas Korte, durch den Aufstieg in den 80-kg-Bereich. War er noch im Vorjahr mit einer Bilanz von 14:2 und 44 Pluspunkten in 75 kg einer der besten Ringer der Liga und fand zunächst mit vier Siegen auch gut in die neue Saison, wartet er jetzt schon seit drei Kämpfen auf einen Erfolg.

Die Routiniers sind weiter eine Bank

Ein Steigerung gelang Kapitän Daniel Keim, der vier seiner sechs Auftritte siegreich gestaltete. „Er ist eine Bank, egal ob im Punkte verhindern oder im Punkte holen“, weiß Manz um die Wichtigkeit des Routiniers. Gleiches gilt für den zweiten erfahrenen Ringer in den Bönener Reihen. Sebastian Strzalka (2:3) hat zwar noch immer Probleme mit seiner Schulter und setzte deshalb zwischendurch aus, verkaufte sich aber ansonsten teuer – und das obwohl das Schwergewicht einiges an Niveau zugelegt hat.

In einer der am stärksten besetzten Klassen (75 kg) sind die beiden Neuzugänge Hamdin Ipek und Mujtaba Soeedy unterwegs. Ipek, ebenfalls aus Detmold gekommen, blickt auf eine starke 4:4-Bilanz, während Soeedy (1:5) noch Erfahrung sammelt. Der Flüchtling aus Afghanistan bestreitet sein erstes Wettkampfjahr.

Ein weiterer Entwicklungsschritt gelang Fehmi Güney. War er in der Rückrunde der Vorsaison schon mit einer 5:2-Bilanz positiv aufgefallen (Hinserie 2:7), kam er auch diesmal auf gute vier Siege bei vier Niederlagen. „Die Leistungsdichte ist in der Verbandsliga viel höher geworden“, betont Manz, der das ebenfalls zu spüren bekommen hat. Mit 2:6 liegt er hinter den eigenen Vorstellungen zurück: „Das ärgert mich selber. Ich habe letztes Jahr kaum Vieren abgegeben.“ Nun sind es schon fünf. Dass er in der 98-kg-Klasse teilweise gegen bis zu zehn Kilogramm schwerere Kontrahenten antritt, lässt er dabei nur bedingt als Ausrede gelten. Dem wahrscheinlichen Wechsel zurück in 86 kg sieht er aber gerne entgegen.

Steigerungspotenzial ist auch bei Marc Hauke vorhanden. Nach einer 8:5-Bilanz in 57 kg (2015), verbauten ihm in 61 kg zwei unnötige Schulterniederlagen zum Start ordentliche Zahlen (2:5). „Er muss sich reinbeißen“, sagt Manz. Das gilt auch für Stephan Schwark (2:5), der in 66 kg „oft Pech mit seinen Gegnern hatte“, so Manz, a ls Springer aber wichtig für das Team ist. - bob

Die Bönener Statistik in der Hinrunde

Ibrahim Ipek (57 kg) 8 7:1  87%  24

Karsten Wegner (66/70 kg) 8 6:2  68%  12

Lukas Korte (80/75 kg) 9 5:4  58%   6

Daniel Keim (70/75 kg) 6 4:2  58%  4

Fehmi Güney (86/98 kg) 8 4:4  53%   3

Sebastian Strzalka (130 kg) 5 2:3  50%  0

Hamdin Ipek (75 kg) 8 4:4  48%   -1

Stephan Schwark (66/61 kg) 7 2:5  28% -12

Marc Hauke (61 kg) 7 2:5  25% -14

Mujtaba Soeedy (75 kg) 6 1:5  16% -16

Marvin Manz (86/98 kg) 8 2:6  20% -19 Außerdem kamen Bedri Ünal, Ramazan Alkan (Bilanz jeweils 0:2), Jihad El-Cheickh Hassan (1:0) und Abdussamed Ünal (0:1) zum Einsat

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