GSDS – GSV sucht den/die Sportabzeichenobfrau/mann

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Birgit Stephan hört nach elf Jahren als Sportobzeichenobfrau der Gemeinde auf.

Bönen - Es soll kein Hilferuf sein, doch Hilfe sucht der Vorstand des Gemeindesportverbandes (GSV) schon. Und weil ihnen ihr Anliegen wichtig ist, gehen der Vorsitzende Dirk Presch, seine Stellvertreter Uwe Varlemann und der 2. Geschäftsführer Karsten Schilling nun an die Öffentlichkeit.

Es geht um die Zukunft des Sportabzeichens in Bönen. „Das wäre für die Gemeinde ein großer Verlust, wenn wir das nicht mehr abnehmen könnten. Das kann ja nicht sein“, sagt Presch. „Wir würden uns wünschen, dass es weitergeht“.

Seit elf Jahren kümmert sich Birgit Stephan ehrenamtlich als Sportabzeichenobfrau um die Prüfungen und Urkunden. Damals übernahm sie von „Mister Sportabzeichen“ Elmar Barenhoff die Verantwortung. „Frau Blümel hat mich da reingeschubst“, sagt sie. Doch nun hat mit Manfred Theymann ihr treuer Helfer aufgehört. „Er hat mir immer viel Arbeit abgenommen. Für mich war das der Punkt, wo ich gesagt habe, dann höre ich auch auf“, begründet Stephan ihren Schritt zum Ende des Jahres. „Jetzt soll mal Schluss sein, ich will gerne an jemand anderes übergeben“, sucht sie einen Nachfolger, den sie gerne einarbeiten möchte. „Mir liegt das Abzeichen unheimlich am Herzen.“

Abzeichen ist ein Erfolgsmodell

Das Sportabzeichen hat in der Gemeinde eine lange Tradition. Rund 40 Jahre ist es her, dass Barenhoff, der als Prüfer immer noch dabei ist, mit dem Aufkommen der Trimm-Dich-Bewegung die Bönener von der Couch lockte. Seitdem ist das Abzeichen ein Erfolgsmodell. Im Kreis liegt der GSV auf Rang zwei, wenn am Ende des Jahres abgerechnet wird, und alle Altersklassen machen mit. „Von acht bis 80“, sagt Varlemann.

Für Stephan liegt ein Grund darin, dass sie und ihr Team gut aufgestellt sind. „Wir sind da einsame Spitze“, erklärt sie. Jeden Mittwoch von Anfang Mai bis Ende September – auch in den Ferien – werden am Schulzentrum von 18 bis 20 Uhr die Prüfungen abgenommen. Dazu kommen Termine fürs Schwimmen und Radfahren. „Wenn da ein Bruch reinkommt, wird es schwer. Deshalb unser dringender Appell an alle sportinteressierten Bürger aller Altersgruppen“, macht Presch Werbung.

Bisher bekam der GSV-Vorstand nur Absagen aus Angst vor der organisatorischen Arbeit und wegen familiärer Gründe. Außerdem ist die Bereitschaft, ein Ehrenamt zu übernehmen, kaum noch vorhanden. So kann sich der GSV vorstellen, dass zwei Personen oder ein ganzes Team die Arbeit von Stephan künftig übernehmen, oder dass sich jemand für Teilbereiche bereit erklärt.

Die Qualifikation: Man muss sich und Sachen organisieren sowie mit Menschen umgehen können. Sportlichkeit ist keine Voraussetzung. Viel Zeit muss in Schreibarbeit investiert werden. Die ermittelten Prüfungswerte müssen in Listen erfasst, Urkunden geschrieben werden. Diese Arbeit wiegt die Gemeinschaft und die Geselligkeit unter den Prüfern auf.

Öffnen für Dritte

Varlemann kann sich „Sportveteranen“ in der Funktion gut vorstellen, Leute, die nicht mehr unbedingt aktiv sind, aber noch eine Aufgabe im Sport übernehmen wollen. Die Zugehörigkeit in einem Sportverein sei keine Voraussetzung „Es müssen ja nicht immer die einschlägig Verdächtigen sein, die schon irgendwo aktiv sind. Das können auch Leute aus ganz anderen Bereichen sein, die irgendwo schlummern oder schon woanders so etwas gemacht haben“, sagt Presch. „Wir müssen uns öffnen für Dritte“, meint Varlemann.

Öffnen will und muss sich auch die 15-köpfige Gruppe, die das Sportabzeichen jeden Mittwoch abnimmt. „Die Prüfer sind fast alle zwischen 70 und 80 Jahre alt,“ sagt Stephan, die mit ihren 59 Jahren noch die Jüngste ist. „Wir brauchen einen Generationswechsel“, ergänzt Presch. Im Gegensatz zum Sportabzeichenobmann/frau müssen die Prüfer einen Lehrgang absolvieren. „Da könnte jemand aber auch ein Jahr mitlaufen und im nächsten Jahr die Ausbildung machen“, sieht Stephan keinen Hemmschuh. Jeder könne einfach mal schnuppern kommen.

Das Sportabzeichen sei ein wichtiges Element im Leben der Gemeinde. Würde es wegfallen, „wäre das traurig und schade“, sagt Presch und hofft, dass sich Bönener bei ihm oder seinen GSV-Kollegen möglichst bald melden und als Funktionsträger mithelfen wollen. 

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