Stina Kissing vor der U 18-DM wieder fit

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Bei der U 16-DM vor einem Jahr lief es nicht so toll für Stina Kissing. Jetzt kann sie als eine der jüngsten Starterinnen bei den U 18-Titelkämpfe ohne Druck an den Start gehen.

Bönen - Der Schock war groß vor zwei Wochen: Eine Konkurrentin trat Stina Kissing bei den westfälischen Leichtathletik-Meisterschaften in Gütersloh trat unabsichtlich mit den Spikes in die Ferse. Die Bönenerin bangte um ihre Teilnahme an der DM der U 18 und U 20 am kommenden Wochenende in Mönchengladbach. Doch Trainer Thomas Wilking gab nun Entwarnung: „Nach jetzigem Stand kann sie starten.“

Das Malheur passierte im Schlussspurt des 800-m-Laufs, doch trotz der blutenden Fleischwunde kämpfte sich die Bönenerin, die für den VfL Kamen startet, noch zur Silbermedaille. Bei der anschließenden Untersuchung wurde zum Glück für Kissing festgestellt, dass keine Bänder betroffen sind. Die Verletzung wurde genäht – allerdings musste die Bönenerin pausieren.

Das warf natürlich den Trainingsplan durcheinander, so dass die 16-Jährige jetzt nicht optimal vorbereitet in die DM geht. Immerhin absolvierte die Bönenerin am Montagabend im Kamener Jahnstadion noch einen Härtetest. Nun steht Regeneration für Mönchengladbach auf dem Programm, wo schon Freitagmittag der Vorlauf gestartet wird.

Für Kissing ist es die zweite DM-Teilnahme. Schon ihre Premiere lief unglücklich. Denn im Vorjahr war sie durch eine unmittelbar vor dem Wettkampf auftretende Erkältung gehandicapt. Das brachte sie in der U 16 um die erhoffte Medaille. Die Bönenerin schied sogar entkräftet im Vorlauf aus. „Sie hat sofort gedacht, jetzt passiert mir sowas so kurz vorher wieder“, erzählt Wilking von der niedergeschlagenen Stimmung in Gütersloh. Doch immerhin ist die Kampfeslust aufgrund der planmäßig verlaufenen Genesung wieder da.

„Die Erwartungshaltung ist aber eine andere. Vor einem Jahr war nur ihr Jahrgang vertreten, diesmal zählt sie zu den jüngsten Teilnehmerinnen“, betont der Trainer, der Kissing gemeinsam mit Holger Juli beim VfL betreut. Die Qualifikationsnorm schaffte die Bönenerin mit Jahrgang 2000 locker. Mit ihren 2:17,04 Minuten ist sie für das 800-m-Feld als 19. von 25 Starterinnen gelistet. „Es liegt aber alles eng beieinander“, sagt Wilking, der seinen Schützling bei der ersten U 18-DM nicht als Mitläuferin sieht.

Zumal ihre Bestmarke von 2:15,76 deutlich höher liegt. Allerdings datiert die aus dem Juni 2015. Seitdem stagniert die Bönenerin in ihren Leistungen. „Das ist nicht unnormal“, erklärt Wilking, der zudem die Enttäuschung nach der DM als Grund für einen kleinen Hänger im Herbst und in der Hallensaison angibt. Mit der Sommersaison war er vor der Verletzung jedenfalls zufrieden: „Da war alles im grünen Bereich.“

Ins Finale am Samstag werden die ersten Zehn der Vorläufe einziehen. Wilking hofft, dass die Bönenerin aufgrund der Verletzung nicht im Kopf blockiert, und lobt ihr Rennverhalten: „Sie ergreift selbst die Initiative.“ Das könnte in einem Lauf, in dem es um Plätze geht, von Vorteil sein, zumal die 16-Jährige bei der DM völlig ohne Druck laufen kann. - bob

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