Saison der SpVg zerfällt in zwei Teile

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In seinem ersten Jahr als Trainer wollte Hendrik Dördelmann eigentlich nicht mehr selbst spielen. Die Verletzungsmisere der SpVg in der Rückrunde zwang ihn allerdings zu ein paar Einsätzen.

Bönen - In seinem ersten Jahr als Trainer hat der 31-jährige Hendrik gleich ein großes Spektrum des Jobs mitbekommen. Eine Siegesserie, (vorübergehend) einen Aufstiegskampf, eine tiefe Krise und nicht zuletzt der Umgang mit vielen Ausfällen. Die Saison der SpVg Bönen bot einiges. „Es hat alles sehr viel Spaß gemacht“, sagt der Neu-Coach über sein Premierenjahr: „Ich habe eine Menge gelernt.“

Die Spielzeit der SpVg ist ohne Umschweife als erfolgreich zu bezeichnen. Als Bezirksliga-Absteiger ging die Rehbusch-Elf mit einem nahezu komplett erneuerten Kader ins Rennen. Jeweils ein Dutzend Zu- und Abgänge standen sich gegenüber. Dennoch wurden die Bönener Vize-Meister, weil sie eine überragende Hinrunde spielten. „Uns hatte vor der Saison ja keiner auf dem Zettel“, freut sich Dördelmann, dass sein Team gleich von Beginn an oben angriff. Mehr war wiederum nicht drin, weil ab Mitte der Rückserie angesichts vieler oft verletzungsbedingter Ausfälle nicht mehr viel zusammenlief.

So lässt sich die Saison der SpVg in zwei Teile splitten. Vom Start weg legte Bönen eine eindrucksvolle Serie mit elf Siegen und vier Unentschieden hin. Erst der spätere Meister VfL Mark fügte Dördelmann am 13. Dezember die erste Ligaspiel-Niederlage als hauptverantwortlicher Trainer zu. „Wir hatten eine super Trainingsbeteiligung und dadurch guten Druck auf den einzelnen Positionen, so dass die Spieler zu guten Leistungen angespornt wurden“, begründet der Coach die Erfolgswelle, auf der seine Mannschaft schwamm.

Nach der Winterpause ging es so weiter. Sechs Siege in Folge fuhr Bönen ein. Zu diesem Zeitpunkt führte die SpVg die Tabelle an, weil die Konkurrenz aus Uentrop, Werne und vom BVH nacheinander patzte, während beim VfL Mark fast alle Partien ausfielen. Potenziell lag jedoch weiter Mark vorne, das bald ein Nachholspiel nach anderen für sich entschied. „Wir haben gemerkt, dass wir gewinnen, gewinnen, gewinnen, aber Mark dranbleibt. Das war mental nicht einfach“, so Dördelmann. So fügte der erste Punktverlust der SpVg gleich einen Knacks zu. Zumal das 1:1 gegen Rünthe am 3. April überaus überflüssig war, weil Ersatzersatzkeeper Marvin Thiemann eine Ecke durchflutschen ließ und sonst nichts zu tun bekam.

„Ich habe nicht alles richtig gemacht“

Danach fiel Bönen aus der Spur, verlor vier Begegnungen in Serie. Wobei die SpVg nur beim schwachen 2:3 im Derby gegen die IG überhaupt ins Tor traf. Das Glück, dass die Rehbusch-Elf in der Hinrunde noch hatte, fehlte ihr in dieser Phase. Mark zog im Eiltempo davon. Das Meisterschaftsrennen war frühzeitig entschieden, und die Bönener taumelten Richtung Vize-Meisterschaft – inklusive des peinlichen 0:9 gegen den VfL am vorletzten Spieltag. „Mark hat sich nie aus der Ruhe bringen lassen. Da muss man den Hut vor ziehen“, gratuliert Dördelmann dem Konkurrenten, der in der Rückserie bei 62:3 Toren 46 von 48 möglichen Punkten holte.

„Daraus müssen wir lernen“, sagt Dördelmann aber mit Blick auf die neue Saison. „Ich bin selbstkritisch, und habe der Mannschaft auch vor dem letzten Spiel gesagt, dass ich nicht alles richtig gemacht habe“, erklärt Dördelmann. Ihm sei es nicht gelungen, im Training die Spannung hochzuhalten. Wobei die vielen Verletzungen seine Alternativen arg dezimierten. Der SpVg-Trainer setzt auf den Lerneffekt: „Wir müssen wieder einen breiten Kader haben. Man sieht, dass man jeden Spieler braucht, um Ausfälle auffangen zu können. Mir muss es gelingen, die Jungs die ganze Saison zu motivieren, auch wenn sie mal zwei Spiele nicht spielen.“

Die Kaderarbeiten laufen aktuell, derzeit stehen wir Abgängen vier Neuzugänge gegenüber (der WA berichtete). Weitere Gespräche laufen noch in beide Richtungen, so Dördelmann. „Wir wollen unseren zweiten Platz bestätigen. Und ich denke, dass wir qualitativ nicht schlechter dastehen werden.“ Die Top drei peilt der SpVg-Trainer in seinem zweiten Jahr an. Mittelfristig will die SpVg dann zurück in die Bezirksliga. „Da gehört aber immer ein Quäntchen Glück dazu“, weiß Dördelmann.  

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