Thiemann glaubt an die Stärke der IG

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Raphael Thiemann kritisiert, dass in der Vorbereitung zu viele Spieler fehlten. Gut aufgestellt sieht der 22-Jährige die IG Bönen auch dank der Neuzugänge dennoch.

Bönen - Wieder einmal verlief die Vorbereitung der IG Bönen durchwachsen. Zu Beginn waren zwar genügend Spieler beim Training, aber die Trainerfrage selbst war ungeklärt. Evren Karka leitete die Einheiten interimsweise, bis er vor drei Wochen gemeinsam mit Rückkehrer Tayfun Basyigit zu gleichberechtigten Coaches ernannt wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren aber viele Fußballer des A-Kreisligisten im Urlaub und fielen wegen Arbeit aus. Eine schwierige Situation also in der Woche vor dem Saisonstart.

„Eine Katastrophe“, sagt Raphael Thiemann: „Nun haben wir einen Trainer, der immer da ist, aber jetzt kommen die Spieler nicht mehr“, sah er die Beteiligung am Training schwinden. Gründe gibt es diverse. Urlaub und Arbeit, aber auch einige, die sich nicht motivieren können, hat der Offensivspieler ausgemacht. Letzteres ist eine Sache, die die neuen Coaches, die Sven Kabutke und Ayhan Sezer abgelöst haben, nicht dulden wollen. Darauf hofft auch Thiemann, den Basyigit zum Führungsspieler erklärt hat: „Bei Tayfun und Evren geht das nicht, dass einer nicht trainiert und trotzdem spielt.“ Basyigit kündigte nach dem letzten Testspiel am Sonntag in Mühlhausen II (0:2) dementsprechend auch an, dass er notfalls Spieler aus der Reserve miteinbinden will. Leute wie Fatih Cebar und Mertlan Akkaya hinterließen jedenfalls in Mühlhausen einen ordentlichen Eindruck, und dass obwohl sie auf defensiveren Positionen als gewohnt spielten.

Immerhin groß im Hintertreffen sieht Thiemann seine Mannschaft im Vergleich zur Konkurrenz nicht. „Wir haben ja trainiert“, betont er. Allerdings: „Aber die Vorbereitung war nicht so wie Evren sich das vorgestellt hat“, erklärt der 22-Jährige. Das war in den Testspielen zu bemerken. Die erste Halbzeit war fast immer top, in der zweiten Halbzeit war dann aber die Luft weg“, sagt Thiemann. Konditionelle Vorteile könnte die IG vor dem Start am Sonntag also aufweisen. Dabei könnte gerade der Auftakt wegweisend sein. Nach dem schwierigen Auftakt in Herringen treffen die Bönener im Derby gegen Flierich und dann mit dem TSC Hamm II auf zwei Teams, die ebenfalls den Klassenerhalt als Saisonziel angegeben haben. Thiemann traut seiner Mannschaft einen Platz im Mittelfeld zu. Im Vorjahr wurde die IG Zwölfter, schaffte in der Rückrunde sogar eine ausgeglichene Bilanz mit fünf Siegen, fünf Niederlagen und sechs Unentschieden. Daran hatten Thiemann und Basyigit großen Anteil, die erst im Winter ans Schulzentrum gewechselt waren und 22 der 35 Treffer in der zweiten Serie erzielten.

Obwohl der Angriff gut besetzt war, war er eine der Problemzonen. Die IG ließ einfach zu viele Torchancen aus. Thiemann glaubt seine Mannschaft an dieser Stelle besser aufgestellt. „Wie haben eine gute Offensive. Und wir haben jetzt welche, die das Tor treffen“, erklärt er. Kwame Opuko und Hero Babatunde Oshinowo erzielten in den Testspielen einige Treffer, kurbeln das Offensivspiel an und machen die Bönener weniger berechenbar.

Dagegen war von Stabilität auf der hinteren Seite des Feldes kaum etwas zu sehen. Zum einen war es schwierig die Neuen – zu denen auch Adams Babasaid und Mounir Filali zählen – schnell zu integrieren, zumal die Flüchtlinge teilweise nur ein bisschen Deutsch sprechen. Zum anderen waren es vor allem die Defensivspieler wie Mehmet Duman, Furkan Akdeniz, Mücahit Dikenli und Arman Kuba, die in der Vorbereitung weitgehend verhindert waren. Mit Nihat Isik verließ der Kapitän und ein Sechser den Verein in Richtung TSC Kamen. Hier muss sich die IG erst noch finden.

Thiemann ist dennoch optimistisch, was die Saison angeht. „Wir sind eigentlich eine starke Truppe und werden mit dem Abstieg nichts zu tun haben“, sagt der Standardspezialist deutlich. Doch der Kader könnte jedoch noch durcheinander geworfen werden. Durch die Schließung der Ermelingschule wohnen die im Aufgebot eingeplanten Flüchtlinge nicht mehr in der Nähe. Echtrop-Möhnesee, Borken und Düsseldorf sollen die Ziele der dortigen Bewohner sein. „Das sind gute Fußballer, die korrekt sind und gut ins Team passen vom Charakter her“, sagt Thiemann. Die IG muss sich jetzt überlegen, ob und wie sie mit den Neuen weiterarbeiten wird. Thiemann würde sich jedenfalls wünschen, dass sie weiter zum Team gehören.

Charakter ist das letzte große Wort vor dem Saisonstart. „Letztes Jahr waren alle am Diskutieren mit den Mitspielern und dem Schiedsrichter“, sagt Thiemann. Das soll aufhören. Bei der IG soll es ruhiger auf dem Platz werden, in den Testspielen klappte das noch nicht. - bob

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