Olympia-Eröffnungsfeier für Jens Lang „unvergleichbar“

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Jens Lang (oben links) mit seinem Team in der australischen Teamkleidung bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Rio de Janerio. 

Ri0 de Janeiro -   Unbeschreiblich und einmalig lauteten die Worte, die Jens Lang für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro fand. Der Bönener war live vor Ort im Maracana dabei und lief mit der australischen Delegation ins Stadion ein. „Das ist mit nichts zu vergleichen. Jeder ist emotional dabei, happy und gut drauf“, sagt der 40-Jährige, der schon 2012 in London mit dabei war, aber eben nicht bei der Eröffnungsfeier.

„Die Begeisterung von 80 000 Menschen im Stadion zu erleben, ist absolut unbeschreiblich. Man hat das Gefühl, bei etwas Größerem dabei zu sein. Und alle haben die gleiche Agenda“, sagte der Tischtennistrainer der Nationalmannschaft vom fünften Kontinent.

Seit dem 31. Juli ist Lang in Rio, wo er im Olympischen Dorf wohnt. Das hatten die Australier wenige Tage zuvor für unbewohnbar erklärt. Daraufhin hatten die brasilianischen Gastgeber jedoch noch einmal Gas gegeben. „Als wir angekommen sind, war alles behoben“, erzählt Lang. Zwar bliebe mal das Wasser kalt, oder der Druck in den Leitungen sei nicht groß genug, um zu duschen. „Doch das sind Probleme, die man lösen kann.“ Überhaupt sei das Niveau in punkto Verpflegung, Unterbringung und Transport nicht auf dem Level von London. „Aber das ist Klagen auf hohem Niveau“, sagt Lang.

Wichtiger ist schließlich der Sport. Dort lief es für die Australier etwas durchwachsen. Drei der vier Einzelstarter schieden in Runde eins aus, zwar gegen durchaus höher gelistete Gegner, doch auch nicht mit ihrer Topleistung. Die Bilanz nach oben drückte Jian Fang Lai, die bei ihrer fünften Olympia-Teilnahme erstmals in die dritte Runde einzog, wo ihr Spiel Sonntagnacht europäischer Zeit lief.

Da war Lang, der zuvor unter anderem das olympische Beachvolleyball-Turnier an der Copacabana besucht hatte, dann natürlich wieder in der Halle. Eigentlich wollte der Bönener, der über die australische Delegation an Karten kommt, zum Tennis, weil er mit den Australiern John Millman, Thanasi Kokkinakis und Jordan Thompson im Dorf Tischtennis gespielt hatte, doch die Courts waren ausverkauft. Nach einem stressigen ersten Tag verlief der zweite für Lang wesentlich ruhiger.

Los gingen die Olympischen Spiele aber schon vor der Eröffnungsfeier. „Am Anfang sind alle extrem euphorisch“, berichtet Lang von den ersten Tagen im Dorf. Je näher die Wettkämpfe dann kommen, desto konzentrierter werden die Sportler, um dann, wenn sie ihre Ziele erreicht haben, Party zu machen. „Da ist es absolut schwierig, den Fokus zu halten“, weiß Lang schon aus London. Auch sonst sind die Ablenkungen groß. „Man läuft dauert irgendwelchen Athleten über den Weg. Angelique Kerber, Tyson Gay, Wilfried Tsonga oder Kevin Durant. Das passiert andauernd. Letztens habe ich mit Britta Heidemann gesprochen, die sich als Athletensprecherin bewirbt“, plaudert der Bönener aus dem Nähkästchen.

Von der Show bei der Eröffnungsfeier bekam Lang übrigens wenig mit, weil er da noch in den Katakomben mit allen anderen war. Einmal im Stadion feierten die Sportler viel untereinander oder schauten den späteren Nationen beim Einmarsch zu. Auch das Entzünden des Olympischen Feuers hat der 40-Jährige verpasst. Denn da war er schon auf dem Rückweg. Am nächsten Tag standen schließlich früh morgens die Wettkämpfe seiner Schützlinge an. - bob

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