VfK will nach Dreifach-Abstieg wieder angreifen

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Der VfK Nordbögge spielte eine Saison zum Wegschauen. Nach der Derbypleite gegen die IG-Reserve liegt Tobias Poschmann enttäuscht auf dem Kunstrasen.

Bönen - Drei Herren-Mannschaften stellt der VfK Nordbögge im Meisterschaftsbetrieb – und alle drei stehen spätestens seit dem vergangenen Sonntag als Absteiger ihrer Ligen fest. „So bitter das jetzt ist, wir freuen uns darauf anzugreifen“, hat der 1. Vorsitzende Thorsten Würz (Bild) seine Enttäuschung längst abgelegt und blickt schon wieder in die Zukunft.

Das Dilemma der Nordbögger begann damit, dass rund um den Jahreswechsel 2014/2015 Dennis Juraschuk und Sven Kaczor ihre Rücktritte als Trainer erklärten. Zwar präsentierte der VfK mit Jürgen Serr schnell einen neuen und erfahrenen Nachfolger, doch es gelang nicht die Spieler zum Bleiben zu überreden. Würz ärgert sich noch heute, dass zwei, drei Akteure sogar trotz Zusage im Sommer den Verein verließen: „Da bin ich menschlich enttäuscht.“ Neuzugänge fanden Serr, Würz und Fußball-Obmann Thomas Seepe nur wenige. „Das war ein personeller Aderlass, der sich durch die Reihen zog“, so Würz. Die Folge: Spieler aus der zweiten und dritten Mannschaft rutschten jeweils auf, was sich negativ auf die Qualität aller drei Teams auswirkte. Letztlich war keine Mannschaft liga-tauglich aufgestellt. Die Abstiege waren daher – spätestens als sich auch noch das Verletzungspech einstellte – abzusehen, zumal die Verstärkungen in der Winterpause nicht ausreichten.

So zog der VfK schon Anfang März bei seinem A-Liga-Team die Reißleine und ersetzte auf dem Trainerposten Serr durch Rückkehrer Sven Kaczor. „Da haben wir schon für die Kreisliga B geplant“, sagt Würz. Für ihn sind die Abstiege daher „nicht so tragisch. Jetzt machen alle eine Liga tiefer einen Neuanfang“, will er Optimismus verbreiten, auch wenn er weiß, dass „ein Aufstieg deutlich schwieriger zu bewerkstelligen ist“.

Die Nordbögger wollen sich jetzt mehr auf ihren eigenen Nachwuchs fokussieren. „Das geht in der B-Liga vielleicht besser“, sagt Würz. Der Wiederaufstieg ist mittelfristig das Ziel. So lange wie beim letzten Abstieg soll es nicht wieder dauern, bis sich der VfK wieder A-Ligist nennen kann. Dafür haben die Nordbögger erste Weichen gestellt. Allen voran natürlich mit der Reaktivierung von Kaczor. „Was er macht, hat Hand und Fuß“, lobt der 1. Vorsitzende die bisherige Arbeit des neuen Coaches, der allerdings noch auf seinen ersten Sieg wartet.

Daniel Friebe kommt als spielender Co-Trainer

Neben Olaf Römer bekommt Kaczor für die neue Saison mit Daniel Friebe einen spielenden Co-Trainer zur Seite gestellt. Der Stürmer dürfte in der B-Liga sicherlich viel Torgefahr ausstrahlen. Die erste und zweite Mannschaft werden zudem zusammengelegt und sollen stets gemeinsam trainieren. Für die Reserve wird dann Christian Wache zuständig sein. Dennis Gehrke-Müller legt sein Amt nieder und wird künftig gemeinsam mit Jürgen Serr die U 17 von Westfalia Rhynern in der Landesliga übernehmen. Über weitere Personalien wollten die Nordbögger noch nicht sprechen.

Klar ist aber, dass an der Feuerwache weiter drei Männerteams auflaufen werden. „Wir haben eine Bestandsaufnahme gemacht, und nur die Spieler zur Grundlage gemacht, die auch definitiv gespielt haben“, sagt Würz. Denn eines stellt der Vorsitzender klar: „Ein Abstieg ist nie schön. Doch trotz der sportliche Katastrophe ist die Stimmung im Verein besser als zuvor.“ Würz will das auf den gesamten Verein bezogen wissen. Der Nachwuchs ist gut aufgestellt und für alle Teams sind bereits Trainer und Betreuer gefunden. „Das haben wir noch nie so früh gehabt.“

Es geht also weiter beim VfK. Und wenn sich am Sonntag ab 18 Uhr alle Aktiven zu einem Saisonabschluss treffen, soll diese desaströse Spielzeit abgehakt werden. - bob

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