Nach Doppelaufstieg wird es schwer für RSV-Frauen

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Jörg Neumann kümmert sich als Trainer derzeit um beide RSV-Frauenteams.

Bönen - Jörg Neumann steht vor einer Mammutaufgabe: Dabei geht es weniger darum, dass er die Altenbögger Handballerinnen auf eine neue Liga vorbereiten muss, sondern vielmehr, dass er dies gleich mit zwei Mannschaften machen muss. „Es waren letztens 24 Spielerinnen beim Training, da ist die Leistungsgrenze überschritten“, sagt der Coach, der derzeit alleine für die beiden Teams in der Bezirks- und Kreisliga verantwortlich ist.

Dominik Thiemann, mit dem Neumann zuletzt zusammengearbeitet hat, hat beim RSV aufgehört. „Nach fünf Jahren wird es Zeit, dass man mal wechselt und was anderes macht“, hat Neumann Verständnis. Thiemann leitet nun in Königsborn eine Jugendmannschaft und aushilfsweise das Frauenteam, will zudem seine B-Lizenz machen. Neumann hingegen ist auf der Suche nach Unterstützung – händeringend, wie er angesichts eines Kader von 31 Spielerinnen betont.

Mit denen legt er seit ein paar Wochen die Grundlagen, für eine möglichst erfolgreiche Spielzeit. Kraft und Kondition stehen derzeit auf dem Programm. Aber nicht mehr lange, denn Neumann will noch eine letzte „Quäl“-Einheit absolvieren, „Dann wird´s angenehmer“, geht er bald zu Technik-, Taktik- und Balltraining über.

Gespielt haben die Altenböggerinnen auch schon einmal, schieden bei einem Turnier in Brambauer unglücklich in der Vorrunde aus. Bei 4:2 Punkten fehlte ein Tor zum Weiterkommen. „Damit war ich völlig zufrieden“, so der Trainer, der auch einige Neuzugänge einzubauen hat.

Routine bringt Sandra Greitzke mit, die nach siebenjähriger Pause beim RSV wieder zum Handball greift. Sie ist Anfang 30 und flexibel einsetzbar. Auf Rückraum rechts fühlt sich Joanne Stöppelmann wohl. Sie kennt viele Altenbögerinnen aus der gemeinsamen Zeit in der A-Jugend von Westfalia Rhynern, pausierte seitdem gute zwei Jahre. Dritte im Bunde ist Saike Goergens. Die 16-jährige, kleine Schwester von Sarah Goergens spielte zuletzt beim Hammer SC. Dazu kommen sechs weiter Nachwuchskräfte, die aus der eigenen A-Jugend hochgezogen werden.

Acht Spielerinnen werden dem RSV fehlen

Die personelle Verstärkung ist nötig, denn der RSV hat auch einige Abgänge zu verkraften. Kathrin Volkmer hört nach ihrer Knieverletzung ganz auf, Anna-Lotta Obering wird wegen einer ähnlichen Blessur wohl die ganze Saison nicht auflaufen. Nadine Hoffmann ist umgezogen. Und dann hat mit Christian Reich, Jennifer Hein, Anita Hilbk, der lange verletzten Vanessa Laske und Lara Spellmeyer ein Quintett beschlossen in Overberge mit alten Teamkolleginnen eine neue Mannschaft aufzubauen.

Daher trainiert Neumann momentan mit allen Neuen und den in Bönen Gebliebenen zusammen, wird Mitte August festlegen, wer in welcher Mannschaft spielt. „Wenn ich sehe, was in der Bezirksliga alles startet, wird es eine ganz schwere Saison“, so der Coach. Unter anderem hat sich Kaiserau aus der Verbandsliga zurückgezogen. „Aber wir können jeden schlagen“, betont Neumann, dessen Mannschaft sich nach einer starken Delle Mitte der vergangenen Spielzeit insgesamt gut weiterentwickelt hat. „Ich hoffe, dass wir mit beiden Mannschaften im Mittelfeld abschließen und die Liga halten“, sagt er. Ein bis zwei Absteiger sind derzeit wahrscheinlich.

Bis zum Saisonstart am 11. September – übrigens gegen Kaiserau – hat Neumann drei Testspiele ausgemacht, die allerdings noch nicht endgültig terminiert sind. Am 3. September wird der RSV ein Turnier im Münsterland als Generalprobe bestreiten.

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