Uwe Manz fährt zu den Olympischen Spielen nach Rio

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Beim Qualikationsturnier im serbischen Zrenjamin kämpften nicht nur die Athleten um ihre Olympia-Teilnahme. Auch der Bönener Uwe Manz musste überzeugende Leistungen zeigen, um als Kampfrichter nach Rio der Janeiro zu fahren.

Bönen -  Als sich Uwe Manz die E-Mail des Ringer-Weltverbandes (Fila) durchgelesen hatte, verspürte er zuerst Erleichterung. Die wurde Sekunden später durch pure Freude abgelöst. „Ja, jetzt bist du endlich dabei“, beschreibt der Bönener seine Gefühle, als er endlich Gewissheit hatte, dass er im August als Kampfrichter zu den Olympischen Spielen nach Rio de Janeiro fährt.

Wirklich überraschend war die Nominierung nicht, denn seit Jahren zählt Manz zu den Besten seiner Zunft, leitete Kämpfe bei Weltcups, Welt- und Europameisterschaften und bereiste dank seines Sports viele Gebiete der Erde. Doch das größte Sportereignis der Welt ist noch einmal etwas anderes. Für den 52-Jährigen wird nach London 2012 Rio das zweite „Highlight“ seiner Karriere. „Die ersten Olympischen Spiele kannst du nicht toppen Die Eindrücke werden jetzt in Rio aber ganz andere sein“, freut sich der Hauptkommissar.

Im Grunde hat sich der Bönener schon kurz nach den Spielen in der englischen Hauptstadt dazu entschlossen, weiter auf oberster Ebene zu pfeifen und hat seitdem viel Zeit für seinen Traum investiert. „Das ging ja schon 2013 los. Und wenn man einmal anfängt, diese Linie zu gehen will man sein Ziel auch erreichen“, spricht Manz davon, dass mit dem positiven Bescheid die Anspannung abfallen ist. Denn: „Es gibt immer knifflige Kämpfe, wo man ein glückliches Händchen braucht.“

Am 10. August bricht der Kampfrichter der TuS Bönen nach Brasilien auf. Am 14. August – also in der zweiten Woche der Olympischen Spiele – beginnen die Ringer-Wettkämpfe. Rund 300 Athleten werden dann an acht Tagen auf drei Matten in der Carioca Arena 2 im Olmypic Parc, die 10 000 Zuschauern Platz bietet, um Medaillen ringen. Manz ist einer von 50 Schiedsrichtern – darunter zwei aus Deutschland. Fünf Einsätze werden auf jeden Unparteiischen pro Tag zukommen. Sicher ist nur, dass er die Kämpfe der sieben qualifizierten Deutschen nicht leiten wird. Die Wettkämpfe sind vormittags und abends.

Wie die Aktiven musste sich auch Manz, der schon bei der WM 2015 in Las Vegas und der EM im März in Riga zum Einsatz kam, bei den Qualifikationsturnieren im serbischen Zrenjamin und Anfang Mai in Istanbul beweisen, ehe der Verband die endgültige Entscheidung traf. „Sechs Kandidaten wurden da von der ursprünglichen Liste noch ausgetauscht“, betont Manz, dass seine Nominierung kein Selbstläufer war.

Am Sonntag beginnt ein Lehrgang in der Türkei

Zur Vorbereitung absolvieren alle olympischen Kampfrichter von Sonntag bis Mittwoch einen Lehrgang im türkischen Belek absolvieren. Dort wird es neben den Regeln auch um landestypische Sachen gehen. Manz erwartet in Rio ein „kleines Abenteuer“. Während in London alles kompakt beieinanderlag, sind die Sportstätten in der brasilianischen Metropole mit seinen offiziell zwölf Millionen Einwohner weit verteilt. „Wir fahren von unserem Hotel zum Olympic Parc 50 Minuten bei normalem Verkehr.“ Im August rechnet er mit erhöhtem Aufwand. Als sich der Bönener um Tickets für andere Sportarten kümmerte, schaute er also, was in unmittelbarer Nähe zum Ringen liegt und wurde beim Wasserspringen sowie beim Golf fündig. Außerdem will er sich natürlich auch in Rio selbst umschauen. Die Jesus-Statue und die Copacabana stehen auf seiner Reiseliste ganz oben, obwohl beide Sehenswürdigkeiten aus olympischer Sicht betrachtet weit ab vom Schuss liegen.

Ansonsten steht das Erlebnis Olympia für ihn im Vordergrund. „Man kommt mit Leuten aus allen möglichen Ländern zusammen. Und alle haben einfach gute Laune, keiner hatte es eilig“, weiß Manz aus seiner Zeit in London. „Die Leute werden einen Hype daraus machen“, rechnet er in Südamerika mit toller Stimmung auch abseits der Wettkampfstätten. - bob

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