Große Emotionen bei Niederlage der TuS-Ringer

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In einem spannenden Kampf fügte Bönens Ibrahim Ipek dem Essener Malik Sakhi die erste Saisonniederlage zu.

Bönen - „Wir haben uns super verkauft“, lobte TuS-Trainer Ingo Manz sein Personal auf der Matte. Denkbar knapp mit 13:15 verloren die Bönener am Samstagabend in der Goethehalle gegen die Reserve des Bundesligisten TV Essen-Dellwig. Die Hälfte der Kämpfe ging über die volle Distanz von sechs Minuten. Und zwar nicht nur im griechisch-römischem Stil.

Viel Emotion war im Spiel am Samstagabend. Vor allem die Gäste standen wohl unter Druck, gewinnen zu wollen. Es flogen Wasserflaschen gegen den Vereinskameraden, eine kurze Rauferei unter eigenen Farben folgte. Gleich zu Beginn flossen Tränen. Der junge Matin Sakhi unterlag gegen Bönens Leichtgewicht Ibrahim Ipek nach ausgeglichenem Kampf (11:11 Punkte) seinen ersten Verbandsligakampf überhaupt. In den Augen der Essener trug dazu auch Mattenrichter Frank Klein (Lünen-Süd) bei, der in der Tat komisch Wertungen verteilte. „Aber zu Gunsten oder zu Ungunsten beider Teams“, relativierte Manz. Der Bönener Coach machte Klein auch nicht für die Niederlage verantwortlich. „Und nach der Pause hat er dann gut gepfiffen“, so Manz.

Vor der Unterbrechung sorgten allerdings nicht nur seine Entscheidungen im Auftaktkampf für Unruhe. Nach zwei klaren Kämpfen – Sebastian Strzalka hatte gegen Christian Jäger nach einem deutlichen 0:9 drei Punkte abgegeben und Mark Hauke (60 kg) wurde von Ramzan Awtaew dominiert und geschultert – stand der Unparteiische wieder im Blickpunkt. Denn der nächste enge Kampf zwischen Marvin Manz und Petros Petropoulos (98 kg) führte für überbordende Emotionen, die mit einer gelb-roten Karte für Essens Betreuer Agca endeten. Manz gewann wegen einer Vierer-Wertung beim Stand von 8:8. Der letzte Kampf vor der Pause war wiederum eindeutig. Mit 16:0 gewann Dellwigs Ekrem Gülönü gegen Stephan Schwark (66 kg). Die Pause tat dem Geschehen gut. Schiedsrichter Klein zog danach eine klare Linie durch. Die Aufmerksamkeit konzentrierte sich ausschließlich auf die Matte.

Daniel Keim (70 kg) behielt gegen Essens Oldie Klaus Dowedeit-Ataley in einem zähen Ringen mit 7:1-Punkten doch deutlich die Oberhand. Genauso klar unterlag Bönens Geburtstagskind Mujtaba Soeedy im 75-kg-Freistil-Kampf. Hamzat Awtaew vertetilte beim 16:0 kein Geschenk, das Publikum in der Goethehalle brachte Soeedy dafür immerhin ein Ständchen. Hamdin Ipek, der diesmal in der 75-kg-Klasse im grichisch-römischen Stil auf die Matte ging, schulterte Yannick Weber nach 1:25 Minuten. Auch Lukas Korte lieferte dem Bönener Publikum abschließend noch einmal Grund zum Jubeln. Er setzte sich nach spannendem Kampf mit 6:5 gegen Ertugrul Agca durch. Der verlor in Bönen ebenfalls seinen ersten Kampf in dieser Saison, doch das 0:1 reichte den Essenern, um den Gesamtsieg mit nach Hause zu nehmen.

„Alle haben ihr Möglichstes gegeben“, war Trainer Ingo Manz überhaupt nicht unzufrieden nach der Niederlage. Bereits am Montag waren die Bönener wieder im Einsatz. Beim AKS Rheinhausen stand am Abend der siebte Kampftag an. Der war allerdings erst nach Redaktionsschluss beendet.

Die Ergebnisse: 57 kg Freistil: I. Ipek – Skahi 1:0 (11:11 Punkte), 61 kg Griechisch-Römisch: Hauke – R. Awtaev 0:4 (Schultersieg), 66 kg F: Schwark – Gülünü 0:4 (technische Überlegenheit/0:16 Punkte), 70 kg GR: Keim – Dowedeit-Atalay 2:0 (7:1), 75 kg F: Soeedy – H. Awtaew 0:4 (technische Überlegenheit/0:16), 75 kg GR: H. Ipek – Weber 4:0 (Schulter), 80 kg F: Korte – Agca 1:0 (6:5), 86 kg GR: Güney kampflos 4:0, 98 kg F: Manz – Petropoulos 1:0 (8:8), 130 kg GR: Strzalka – Jäger 0:3 (0:9)

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