Gemeinde verbietet SpVg Turniere in der Goethehalle

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Am Jahresende werden in der Goethehalle keine Kinder Fußball spielen. Die Gemeindeverwaltung erteilte der SpVg eine Absage auf ihren Antrag für die Jugendturniere.

Bönen - Mit einem Brief an die Medien hat Heinz Piezocha in seiner Funktion als Jugendgeschäftsführer der SpVg Bönen viel Staub aufgewirbelt. Der Fußball scheine in der Gemeinde keinen Stellenwert zu besitzen, heißt es dort gleich zu Beginn.

Hintergrund ist die Entscheidung, dass der Antrag der SpVg, ihr traditionelles Jugendfußballturnier mit über 100 Mannschaften aus dem gesamten Ruhrgebiet wieder zwischen den Jahren in der Goethehalle auszurichten, von der Verwaltung abgelehnt wurde.

Auch das Warsteiner Masters, das die Bönener seit zwei Jahren Anfang Januar als Gastgeber durchführt, ist von der Entscheidung betroffen. Für Piezocha „eine Frechheit“.

Piezocha erklärte in seinem Schreiben, die TuS Bönen verweigere als Verwalter der Halle der SpVg den Zutritt, habe dem Verein im Verlauf der Jahre immer mehr Auflagen auferlegt und habe mit Videoüberwachung durch den Hallenwart kleinste Verstöße dokumentiert. „Wir hätten jetzt 15 Ordner stellen sollen. Das ist für einen Verein unserer Größe nicht machbar“, sagte Piezocha auf Anfrage. Vom neuen Bürgermeister Stephan Rotering fühlt sich der Jugendgeschäftsführer „im Stich gelassen“. Dabei habe auch die SpVg damals ihre Zustimmung zu dem Bau einer Dreifach-Halle gegeben und müsse seit Jahren auf den versprochenen Kunstrasen warten, heißt es bei Piezocha weiter.

Der SpVg-Vorsitzende Peter Hahnemann erklärte, der offene Brief sei weder mit dem Hauptvorstand noch mit dem Jugendvorstand abgesprochen gewesen. „Die Art und Weise ist nicht gut, und wie es rübergekommen ist, auch nicht.“ Der Verein wolle weder die TuS noch die Gemeinde angreifen. Uwe Varlemann, der Vorsitzende der TuS, wollte die Vorwürfe bezüglich seines Vereins nicht kommentieren.

Auf Nachfrage unserer Zeitung stellte Rotering klar, dass Hintergrund der Absage „Verfehlungen (Verschmutzungen, Beschädigung und Nichteinhalten der Benutzungsordnung) seit 2012“ seien. Hahnemann fand zumindest den Vorwurf von Verschmutzungen in diesem Jahr unglücklich. Bei der Begehung direkt nach den Turnieren hätte der Hausmeister nichts zu beanstanden gehabt, sagte er. Erst über eine Woche später seien weitere Schäden bemerkt worden. „Danach war ja schon wieder Sportbetrieb“, so Hahnemann.

Rotering erklärte, warum es zu keiner Einigung kommen konnte: „Der Ausschluss ist aus Sicht der Verwaltung keine willkürliche, sondern eine begründete Entscheidung. Die TuS ist Hauptbetreiber der Gemeinde und übernimmt die Verantwortung für den Betrieb und die Verwaltung und somit auch für die Schäden, die an der Halle entstehen.“ Zielsetzung der Gemeinde sei es, die Halle in einem guten Zustand zu erhalten.

MCG-Halle als Ausweichort

Nach der Absage auf den Antrag Ende Mai fand am 7. September ein weiteres Gespräch mit allen Vertretern statt. Die Entscheidung wurde nicht revidiert, doch der SpVg wurde von der Gemeinde zugesichert, dass die Jugendturniere in der MCG-Halle stattfinden könnten. Der Antrag des Vereins für die Jugendwettbewerbe wurde bereits genehmigt. Für das Masters warte die SpVg noch auf die Zusage, so Hahnemann. Die Bönener wollen die Vorrunde und Zwischenrunde des Mammutturnier an zwei Samstagen, 7. und 14. Januar, abhalten. Mit den Handballern des RSV Altenbögge sei bereits gesprochen worden.

Die Gemeinde sieht in der Ablehnung des Antrags eine notwendige Sanktion, „um eine sachgerechte Nutzung“ zu erzielen. Sie ist auch auf das Jahr 2016 beschränkt und nicht dauerhaft. Die SpVg will 2017 gerne an ihren alten Ort zurück. „Die Goethehalle ist die beste Halle, die wir haben“, sagt Hahnemann. - bob

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