Elmar Barenhoff: Ein Leben für den Sport in Bönen

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Stolz präsentiert Elmar Barenhoff das Foto, das ihn als Schiedsrichter des Länderspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden in Luxemburg.

Bönen - Es wird eng in seinem „Allerheiligsten“, wie Elmar Barenhoff sein Arbeitszimmer bezeichnet. Eine weitere Urkunde ist dazu gekommen. Für 60 Jahre Mitgliedschaft in der SpVg Bönen, vormals VfL Altenbögge. Wohin mit der neuen Ehrung? Es gibt kaum noch Platz an Wänden, in Bücherregalen und auf Tischen. Wie sehr Barenhoffs Leben vom Sport geprägt ist, lässt sich schon an den Auszeichnungen in seinem Rückzugsraum ermessen.

Ein Leben ohne Sport – für Barenhoff schon in jungen Jahren undenkbar. Nach dem Krieg mit der großen Familie nach Bönen gekommen, war er bereits mit zehn Jahren Mitglied im Turnverein Jahn, im Schwimmverein SC Delphin und eben im VfL. Diesem Klub blieb er jahrzehntelang treu und übernahm Aufgaben in unterschiedlichsten Positionen. Er war in der Jugendarbeit, als Trainer und Betreuer tätig, und spielte in verschiedenen Mannschaften – bei den Junioren auch an der Seite von Otto Luttrop, der später nach München wechselte und zum B-Nationalspieler avancierte.

Die Leidenschaft für den Sport prägte Barenhoff über Jahre. Nach der Schul- und Studienzeit sowie einem ersten Lehrer-Intermezzo im sauerländischen Sundern traf er auf Heinz Stock, den früheren Leiter der Hellweggrundschule. „Dich kann ich gebrauchen“, soll dieser gesagt haben, und Barenhoff wechselte an die neue Schule. Damit waren die Voraussetzungen für eine schulsportliche Symbiose gegeben, die über Jahre ihresgleichen suchte.

Doch Barenhoff stellte sich neuen Herausforderungen. Nach einem Aufbaustudium wechselte er 1980 mit den Fächern evangelische Religion und dem Schwerpunktfach Sport zur hiesigen Realschule, der er bis 2002 als Schulsportleiter seinen Stempel aufdrückte und auf vielen Ebenen für Erfolge sorgte.

Auch außerhalb der Schule war Barenhoff in vieler Weise engagiert. Ein Blick in seine Unterlagen unterstreicht das: Der Bönener war Fußballschiedsrichter, Lauftreff- und Trimmgruppenleiter, Volksradfahr- und Trimmtrab-Initiator, VHS-Dozent, 1975 Mitbegründer des Gemeindesportverbandes und Vertreter im entsprechenden Gemeindeausschuss, Mitglied der Kreisjugendspruchkammer und vieles mehr. Zahllose Ehrungen und Abzeichen bezeugen die Anerkennung für eine außerordentliche, von breitem sozialen Einsatz bestimmte Lebensleistung.

Aber wie könnte eine Beschreibung Elmar Barenhoff gerecht werden, wenn sie das Stichwort Sportabzeichen nicht erwähnt? Ein Begriff, der für einen jahrelangen Einsatz für die Menschen in unserer Gemeinde steht: „Mein Ziel war und ist, mit der Weitergabe meiner sportpraktischen Erfahrungen und der Vermittlung von Techniken einerseits und mit meinem theoretischen Wissen andererseits die Menschen an den Sport heranzuführen und in den entsprechenden Gremien für die notwendigen Voraussetzungen zu sorgen“, sagt Barenhoff selbst: „Ich wollte anregen und motivieren und so auf ein lebenslanges Training hinführen. Ich weiß allerdings nicht, ob es mir immer gelungen ist.“ Wenn eine Zahl für seinen Erfolg sprechen kann, so ist es die 1259. So viele Bewerber legten nämlich 1993 erfolgreich die Sportabzeichenprüfung für den Gemeindesportverband ab, womit Bönen auf dem siebten Platz in ganz Nordrhein-Westfalen landete.

Barenhoff selbst geht bis heute mit gutem Beispiel voran. Seit 1960 hat er es auf 52 Wiederholungen gebracht. Seine Ehefrau Ingrid steht ihrem Mann dabei in nichts nach. Sie wiederholt immerhin zum 38. Mal und steht ihm auch als Prüferin – und vor allem mit Verständnis – zur Seite: „Ohne sie läuft nichts,“ gesteht Barenhoff.

Dass er auch 30 Jahre im Männergesangvereins Einigkeit Altenbögge als Tenor mitgesungen hat, sei nur am Rande erwähnt. Zum Schluss erregt dann noch ein Foto Aufmerksamkeit. Es zeigt den jungen Elmar Barenhoff, der im Jahre 1963 das Frauenfußball-Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande in Esch-sur-Alzette in Luxemburg leitet. Die deutschen Frauen gewannen 10:2.

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