Warias soll den RSV zum Tempo-Handball führen

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Rückraumspieler Dominik Warias soll beim RSV das Spieltempo erhöhen.

Bönen - Manchmal sind Umwege nötig, wenn ein Spieler den Verein wechselt. So war es auch beim früheren Heerener Dominik Warias, der mit seiner Landesliga-Erfahrung den RSV Altenbögge zum Klassenerhalt in der Aufstiegssaison führen soll. Die ersten Schritte zu dieser Verpflichtung fanden in Bremen statt.

Seit vielen Jahren fahren die Auswahlmannschaften des Handballkreises Hellweg zum Mammutturnier des SV Grambke-Oslebshausen. In diesem Jahr betreuten der Altenbögger Thomas Wollek und Warias zwei Nachwuchsteams. Im Verlauf des Wochenendes Mitte Juni sprachen die beiden miteinander. Wollek wollte einmal ausloten, wie es mit der sportlichen Zukunft von Warias ausschaut. 

„Eigentlich wollte ich mit dem Handballspielen aufhören“, sagte Warias. Das HCH-Team hatte sich bekanntlich am Ende der Saison in alle Winkel zerstreut und den 25-Jährigen plagen seit der Kindheit Knieprobleme, weil er sich mit zehn Jahren die Kniescheibe gebrochen hatte. Eine Verletzung, die nicht perfekt verheilt ist.

Wollek wiederum sah in Warias eine willkommene Verstärkung für den Landesliga-Aufsteiger aus Bönen. Später nahm auch Trainer Mike Rothenpieler Kontakt mit dem Rückraumspieler auf, und vor rund drei Wochen gab der Neuzugang dann seine Zusage für den RSV. „Zurzeit geht es gut. Toi, toi, toi“, fühlt sich Warias aktuell fit. Die ersten Auftritte lesen sich vielversprechend. In zwei Spielen kam Warias schon auf 16 Tore, was der 25-Jährige auch darauf zurückführt, dass er sich in Altenbögge von Beginn an wohlgefühlt hat: „Das sind echt entspannt, coole Jungs. Es macht Spaß.“

„Landesliga ist ein Quantensprung“

Warias soll bis zum Saisonstart zu einem Führungsspieler in seinem Team werden, zudem den Stilwechsel hin zu mehr Tempo-Handball vorantreiben. Eine Aufgabe, der sich der Rückraumspieler stellen wird. Auf die Frage, ob es für ihn eine Umstellung sei, sich auf den im Vergleich mit dem schnellen Spiel in Heeren eher gemächlichen Bönener Aufbau einzustellen, sagt er dann auch: „Die Umstellung wird für den RSV größer sein. Laut Aussagen von Mike soll ich ordentlich Schwung reinbringen.“ Der Trainer will das Spiel beschleunigen, die erste und zweite Welle schneller durchspielen. „Abstimmungsschwierigkeiten werden kommen, weil die Altenbögger das noch nicht gewohnt sind“, sagt Warias, der in der Jugend beim ASV spielte, ehe er über den VfL Kamen und den Lüner SV vor drei Jahren nach Heeren kam. Er glaubt aber, dass seine neuen Teamkollegen das schaffen werden. Problematisch sei jedoch die geringe Trainingsbeteiligung aufgrund der Urlaubszeit und der Schichtarbeiter. Immerhin: Beim ersten gemeinsamen Auftritt mit RSV-Leitwolf Tino Stracke harmonierten die beiden Rückraumakteure schon ordentlich. „Wir haben uns sehr gut verstanden. Wir denken beide Handball“, so Warias, der am liebsten auf der Mitte agiert, aber auch die Halbpositionen besetzen kann.

Um in der neuen Klasse eine gute Rolle spielen zu können, müsse sich der RSV steigern, glaubt der frühere Heerener. „Von der Bezirksliga zur Landesliga ist das ein Quantensprung“, betont Warias. Routiniers, die früher höher gespielt haben, und talentierte junge Akteure fügen sich zu einem qualitativ guten Mix. „Wenn wir nicht vernünftig als Team harmonieren, wird es schwer“, erklärt der 25-Jährige. Gleichzeitig ist er sich aber sicher, dass die Bönener einen Mittelfeldrang erreichen können: „Wenn wirklich alle gesund bleiben, und wir aus einer starken Deckung heraus spielen, sollte ein einstelliger Tabellenplatz drin sein.“ Die Liga sei ziemlich ausgeglichen, bis auf ein paar Topteams könne Jeder jeden schlagen.

Das hat er auch in der vergangenen Saison mit Heeren gesehen. Nach einem halben Jahr Pause wegen der Meisterausbildung und einigen Seminaren in Berlin stieß Warias in der zweiten Serie wieder zu seinem Team. Obwohl der HCH die ganze Spielzeit nur mit einem Rumpfkader angetreten war, wurde das Team Dritter. „Das war ein geiler Zusammenhalt. Die Truppe hat bis zum Ende der Saison durchgezogen“, erinnert sich Warias gerne an die Zeit zurück, obwohl lange feststand, dass sich Heeren aus der Landesliga zurückziehen wird. „Das hatte viel mit dem Spaßfaktor zu tun. Wir haben zum Beispiel eine Einheit nur Kempas gemacht“, sagt Warias. Beim RSV werden die Trainingsstunden anstrengender, Warias macht es derzeit aber ebenfalls richtig Spaß. - bob

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