Ciftci bleibt sechs Monate gesperrt

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Gültekin Ciftci verlor die Berungsverhandlung vor der Bezirksspruchkammer und darf sechs Monate kein Traineramt ausüben.

Bönen - Der Einspruch hat nichts gebracht. Gültekin Ciftci bleibt nach den Vorfällen in einem E-Jugendspiel mit der SpVg Bönen beim FC Overberge vom 12. März weiter sechs Monate gesperrt. Auch die 2:1-Spielwertung für den FCO bleibt bestehen (der WA berichtete). Damit bestätigte die Bezirksspruchkamer (BSK) am Dienstagabend das Urteil der Kreisjugendspruchkammer (KJSK), gegen das die Bönener vorgegangen waren.

Der BSK-Vorsitzende Andreas Pfeffer zäumte den Fall neu auf. So waren neben den drei Beschuldigten sechs weitere Zeugen in der Gaststätte Timmering zugegen – drei davon neu. Die Bönener vermissten aber ihren Zeugen, den neutralen Trainer von GS Cappenberg, der mit seiner Mannschaft das nächste Spiel in Overberge zu bestreiten hatte und die Streithähne Ciftci und den FCO-Spielleiter Maximilian Hoffmann trennte. „Unser Problem war, dass der Hauptzeuge nicht gekommen ist“, meinte SpVg- Heinz Piezocha. Der Cappenberger war entschuldigt, seine schriftliche Einlassung konnte die Kammer laut Satzung nicht gelten lassen.

Ciftci und Hoffmann hatten sich nach einer Zeitstrafe gegen Bönens Torhüter ein Handgemenge geliefert, das zum Spielabbruch führte. Einig waren sich alle Beteiligten und Zeugen, dass der Bönener, der auch die A-Liga-Mannschaft des TSC Kamen trainiert, den Finger des Overbergers gepackt und den Schiedsrichter mit einem Griff zu Boden befördert hatte. Ciftci behauptete, dies sei nach mehrfacher Provokation und Schubsens von Hoffmann geschehen, was die FCO-Seite bestritt. Für die BSK war das aber letztlich ebenso nicht entscheidend wie die Tatsache, ob das Spiel vor oder nachdem Hoffmann am Boden lag, abgebrochen wurde – hier hatten sich die Overberger Zeugen widersprochen. „Der Spielabbruch ist durch das Anfassen des Schiedsrichters gerechtfertigt“, sagte Pfeffer in seiner Urteilsbegründung. Sechs Monate seien hierfür die Mindeststrafe. „Herr Ciftci ist mehr als milde davongekommen“, erklärte Pfeffer weiter. Zu diesem Zeitpunkt war Ciftci nicht mehr anwesend, da er unmittelbar nach der Urteilsverkündung wütend aus dem Raum stürmte. Da Hoffmann auch Anzeige gestellt hat, sehen sich beide Parteien noch vor einem ordentlichen Gericht wieder.

Immerhin Bönens Torwart Lukas Bednarek, dem die KSK wegen einer Beleidigung des Schiedsrichters eine sechswöchige Sperre aufgebrummt hatte, wurde freigesprochen. „Mit der Zeitstrafe war seine Strafe bereits abgegolten“, erklärte Pfeffer. Bednarek, der am Montag Geburtstag hatte, darf ab sofort wieder spielen. Es bleibt aber der Schlusswort von Pfeffer: „Es ist traurig, dass Kinder in diesen Altersklassen überhaupt zur Spruchkammer erscheinen müssen.“ - bob

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