Bönener Cetin tritt als Kickbox-Weltmeister ab

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Auch den letzten Kampf seiner Karriere beendete Senol Cetin vorzeitig. In der vierten Runde schlug er Hugo Tasabat k.o.

Kamen - Der Champ tritt als Weltmeister ab. Senol Cetin hat seinen WM-Titel im Kickboxen in Kamen auch in seinem letzten Kampf verteidigt.

Der 41-jährige Bönener besiegten am Samstagabend im Cruisergewicht (bis 86 kg) den Hagener Hugo Tasabat durch K.o. in der vierten Runde und tritt nun vom Leistungssport zurück.

Senol Cetins letzter Kampf

Cetin hatte sich für seinen letzten offiziellen Kampf keinen einfachen Gegner ausgesucht. „Das war ein harter Hund“, sagte der Bönener. Der 36-jährige frühere Profikämpfer Tasabat war einer der stärksten Kontrahenten, auf die Cetin in den neun Kämpfen nach seinem Comeback getroffen ist. Beide schenkten sich von Beginn an nichts. Der Kampf war ausgeglichen. Und auch wenn der Lokalmatador nach Punkten wohl vorne lag, musste er einige Schläge einstecken. Doch angepeitscht vom Publikum war Cetin stets auf der Höhe. „Die Fans waren super drauf“, sagte Cetin zu der mit über 500 Zuschauern hervorragend besuchten Koppelteichhalle. Und auch er war fitter als bei seinen vorherigen Kämpfen.

Bereits in der vierten Runde holte Cetin dann zum finalen Schlag aus. Er traf den Hagener mit der Faust und schickte ihn auf die Bretter. „Das war ein Lucky Punch“, erklärte Cetin später. Der Jubel war groß. Und für den Bönener war es ein besonderer Moment. „Das war eine richtige Erlösung. Ich bin stolz, dass ich das alles geschafft habe“, erzählte er von seinen Gedanken. Der 41-Jährige, der die Kampfveranstaltung in Kamen mit zehn Vorkämpfen selbst organisiert hatte, richtete anschließend herzliche Worte an sein Publikum. „Ich habe mich bei allen bedankt“, war Cetin die Unterstützung seiner Freunde und Fans sehr wichtig.

Insgesamt blickt Cetin auf 250 Kämpfe (das Boxen miteingeschlossen) zurück. Weit über 200 davon hat er gewonnen. Eine beeindruckende Karriere, die er nun mit 41 Jahre beendet, weil die Vorbereitungen neben seinem Beruf zu kräftezehrend werden. „Es geht alles zu Ende“, nimmt der Bönener, der 2010 schon einmal zurückgetreten war, es gelassen. Damals war er mit einer Niederlage abgetreten, jetzt mit einem Sieg aufzuhören, fühlt sich natürlich besser an. Seinen Gürtel darf Cetin übrigens behalten, für seinen Nachfolger wird ein neuer angefertigt.

Bereits vor dem Kampf war es sehr emotional geworden. Cetins Verein, der BSC Kamen, hatte den Weltmeister überrascht und ihm einen großen Pokal für seine Leistungen überreicht. „Das ist ein schönes Andenken. Da waren schon ein bisschen Tränen“, sprach der Bönener von einem tollen Moment. Dem BSC bleibt er übrigens erhalten, wird wie schon zuvor weiter als Trainer arbeiten. „Da muss man sich auch fit halten“, sagt er: „Ich liebe es mit den Leuten zu trainieren. Wir sind wie eine Familie.“ Und vielleicht steigt der Weltmeister ja auch noch einmal für einen Einlagekampf in den Ring. Diese Option ließ er sich bei seinem Rücktritt offen.

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