Uwe Manz leitet Kampf um Gold bei Olympia

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Am ersten Tag leitete Manz den Bronzekampf zwischen dem Kirgisen Arsen Eraliev und dem siegreichen Usbeken Elmurat Tasmuradov.

Rio de Janeiro -Der TuS Bönen wurde am Montag deutschlandweit bekannt. Denn das ZDF übertrug von den Olympischen Spielen den Finalkampf im Schwergewicht der Ringer zwischen dem Kubaner Mijain Lopez Nunez und dem Türken Riza Kayaalp. Und am Anfang, nachdem die beiden Kontrahenten vorgestellt worden waren, wurde auch der Bönener Schiedsrichter Uwe Manz eingeblendet und vorgestellt. „Da kamen über Facebook jede Menge Kommentare“, freute sich Manz über die Grüße aus der Heimat.

Viele Leute beglückwünschten Manz zu seiner Leistung, seine Arbeitskollegen bei der Kamener Polizei posteten stolz das Bild. Für Manz war es ein besonderes Erlebnis. Nachdem er vor vier Jahren in London einen Bronzekampf geleitet hat, durfte er nun auf die ganz große Bühne und das Duell um die Goldmedaille begleiten. Der Kubaner Lopez gewann und umarmte den Bönener anschließend. 

Das Finale im Schwergewicht übertrug auch das ZDF, so dass die deutschen Zuschauer dem Bönener Kampfrichter zuschauten.

„Genau das passiert dir bei keiner anderen Meisterschaft. Das sind die Olympischen Spiele, das ist was anderes“, erklärte Manz die ungewöhnliche Geste. So könnte es passieren, dass der 52-Jährige auf der karibischen Insel vielleicht bald auf einem Poster zu sehen sein wird. Denn im Iran hängt sein Foto schon überlebensgroß in einer Sporthalle, weil Manz direkt neben dem jubelnden Weltmeister stand.
Mit seinen bisherigen Leistungen und denen seiner rund 50 Schiedsrichterkollegen ist Manz zufrieden: „Bei uns läuft es ganz gut.“ Seit Sonntag ist er als Kampfrichter und Mattenpräsident in der Carioca Arena 2 fast im Dauereinsatz. Selbst am Tag der Abschlussfeier ist er auf der Matte, weil dann die letzten Entscheidungen der Ringer anstehen. Gefreut hat sich der Kassierer der TuS über die Bronzemedaille für den deutschen Denis Kudla. „Das bringt unsere Sportart mal voll in Fokus“, findet er die Aufmerksamkeit für das Ringen super.

Nachdem Manz an den ersten, freien Tagen noch die Atmosphäre in Rio genossen und einige andere Wettkämpfe besucht hat, bleibt ihm dazu nun kaum noch die Zeit. Mit einer Ausnahme: Am Dienstagabend war er mit seinem Schiedsrichterkollegen Michael Faller aus Neuss an der Copacabana, um sich die Halbfinale im Beachvolleyball anzuschauen. Zwar verpasste er die späteren Goldmedaillengewinnerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst, dafür sah er deren Finalkonkurrentinnen Agatha Bednarczuk/Barbara Seixas de Freitas und bekam die Stimmung im Stadion voll mit. „Das wurde jeder Ball des Gegners ausgebuht, und wenn Brasilien einen Punkt gemacht hat, war es ohrenbetäubend laut“, so Manz.

Überhaupt war der Bönener von seinem Ausflug an der Copacabana unheimlich begeistert. Er schaute den Hobbyspielern auf den kilometerlang aneinandergereihten Beachvolleyball- und Beachfußballfeldern zu. „Das war teilweise richtig genial.“ Und selbst als die olympischen Wettkämpfe vorbei waren, tobte am Strand noch das Leben. „Was da los ist, ist unbeschreiblich. In diesem Bereich schläft Rio wirklich nie“, war Manz begeistert. Für Faller und ihn war der Besuch dieser Spätveranstaltung allerdings eine Ausnahme. Schließlich waren sie erst kurz nach 2 Uhr nachts wieder in ihrem Hotel. „Das kannst du nur einmal machen, sonst bist du irgendwann zu kaputt“, sagt der Bönener. Denn ebenso wie für die Sportler ist auch für die Schiedsrichter eine gute Leistung das Wichtigste bei den Olympischen Spielen.

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