Bönener Jens Lang vom Teamspirit in Rio begeistert

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Den Golfer Martin Kaymer traf der Bönener Jens Lang im Olympiapark von Rio de Janeiro im Fitnessraum.

RIO DE JANEIRO - Für Jens Lang sind die Olympischen Spiele beendet. Bereits am Wochenende waren die beiden australischen Tischtennisteams, deren Trainer der Bönener ist ausgeschieden. Am Freitag steigt der 40-Jährige in den Flieger zurück nach Brisbane. Aus Rio de Janeiro nimmt er viele Eindrücke mit. „Das ist ein absolut unvergessliches Erlebnis wie schon in London. Ich habe das aber jetzt alles noch bewusster wahrgenommen“, sagt Lang. Besonders den gemeinschaftlichen Geist im australischen Olympiateam fand er besser als vor vier Jahren. „Das hat unsere Chefin de Mission immer wieder gepredigt. Und es war eine unfassbare Stimmung, wenn wir in unserem riesengroßen Wohnzimmer mit der halben Mannschaft den andere australischen Sportlern auf fünf Flatscreens zugeschaut haben“, berichtet Lang.

Das Abschneiden seiner Schützlinge bezeichnet der Bönener als „definitiv zufriedenstellend“. Zwar schafften es im Mannschaftswettbewerb nur die Damen überhaupt einen Satz gegen den hohen Favoriten Nordkorea zu gewinnen, während die Herren gegen Hongkong leer ausgingen, mehr war aber nicht drin. „Man will gerne ein bisschen mehr, aber die haben eine Qualität, die wir einfach nicht haben“, sagt Lang. In den Einzeln sorgte Jian Fang Lay für das positive Bild. „Sie hat ihre beste Karriereleistung gezeigt und zwei Spielerinnen geschlagen, die in der Weltrangliste deutlich vor ihr stehen“, lobte Lang.

Nach dem Ausscheiden fand der Bönener Zeit, sich das Tennisfinale zwischen Andy Murray und Juan Martin del Potro anzuschauen. Mit seinem Team fuhr er dann auch doch hoch zur Christus-Statue. Lang hatte eigentlich Sicherheitsbedenken gehabt, doch für die Olympioniken gab es eine extra Busspur und vor Ort konnten sie an den wartenden Touristen vorbeigehen. Außerdem besuchte er an einem Abend das Niederländische Haus in Ipanema. „Die Sportlerpartys sind die besten Partys. Alle haben die gleichen Vorstellungen. Da hat man sofort Gesprächsthemen“, erzählt er. Und hoch her ging es bei den erfolgreichen Niederländern auch.

Zu guter Letzt hat Lang ein Gespräch mit einer Sportpsychologin geführt, wozu die australische Delegation allen Teilnehmern geraten hat. „Den Ausdruck ‘post olympic depression’ gibt es nicht umsonst. Das ist eine gute Sache, besonders für Jüngere. Viele haben zwei Jahre ihren Lebensmittelpunkt auf Rio ausgerichtet. Man lebt vier Wochen in einer Parallelwelt“, weiß Lang aus seiner Erfahrung in London. Überall begegnen einem Topstars wie Rafa Nadal, Asafa Powell und andere, erzählt er: „Wenn man zurückkommt, muss man sich erstmal wieder einnorden.“

Für den Bönener wird das kein Problem, denn er hat schon Pläne. Er wird vermehrt in die Organisation der Commonwealth Games 2018 an der australischen Goldküste involviert sein. Derzeit arbeitet er einen Tag in der Woche für das Projekt, ab Oktober werden es zwei. „Das wird mich sicherlich fordern, aber da freue ich mich schon unheimlich drauf.“ Ende September kommt er sogar nach Deutschland, wenn in Saarbrücken der Herren-Weltcup stattfindet. - bob

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