DM-Silber fühlt sich fast wie ein Sieg an

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Der Bönener Franz-Josef Hürmann zog bei der deutschen Meisterschaft der Senioren bis ins Finale ein.

Kassel - Es hat nicht viel gefehlt – und Franz-Josef Hürmann hätte sich einmal mehr Deutscher Meister nennen dürfen. Bei den 37. Senioren-DM in Kassel – mit über 500 Startern eines der größten Veranstaltungen im deutschen Turnierkalender – wurde der Altmeister der TTF Bönen am Pfingstmontag erst kurz vor dem Titelgewinn abgefangen: Im Finale der Ü-65-Klasse unterlag der Landesliga-Mann der TTF dem hohen Favoriten Bernd Schuler (TV Eintracht Cochem) in vier knappen Sätzen.

Die Silbermedaille aber durfte der Abwehrspezialist durchaus mehr als Sieg denn als Niederlage werten: Hürmann war zwar mit Medaillenhoffnungen, aber eigentlich als ungesetzter Spieler in den dreitägigen Wettbewerb gestartet – und hatte sich dann mit sechs Siegen in Serie bis ins Endspiel vorgespielt.

„Schade, dass es am Ende nicht gereicht hat, aber das Ergebnis ist natürlich trotzdem ein riesiger Erfolg“, sagte TTF-Trainer Walter Darenberg, der dem gut aufgelegten Hürmann schon vor Turnierbeginn gute Aussichten für die Tage von Kassel bescheinigt hatte. Damit sollte Darenberg Recht behalten: Bereits in den Gruppenspielen am Samstag bewies Hürmann, dass er durchaus ein ernstes Wörtchen um die vorderen Plätze würde mitsprechen können. Gegen Wolfram Schütze (Schleswig-Holstein; 3:0 Sätze), Hermann Dreyer (Niedersachsen; 3:0) und Gerhard Zeidler (Berlin, 3:1) feierte der ehemalige Bundesliga-Spieler drei ungefährdete Siege, den Gruppensieg und damit auch den Einzug in die Hauptrunde.

Dort wurden die Gegner besser und die Ergebnisse knapper. Eines aber blieb gleich: Hürmann gewann weiter. Einem Freilos folgte ein hart erkämpfter Fünf-Satz-Sieg über Uwe Wingeyer (Sachsen), mit dem Hürmann ins Viertelfinale einzog. „Da hat sich Franz-Josef Selbstvertrauen und Sicherheit geholt“, erzählt Darenberg. Was ihm vor allem bei seinem abermaligen Fünf-Satz-Sieg gegen die Nummer zwei der Setzliste half: Mit einem knappen Erfolg über den Berliner Rudolf Steiner machte Hürmann die Vorschlussrunde perfekt – und durfte allmählich an den Titelgewinn denken. Umso stärker, nachdem er auch noch Rainer Knappek aus dem Wettbewerb gekegelt hatte: 3:1 Sätze erspielte sich Hürmann im Halbfinale gegen den Hamburger Überraschungshalbfinalisten.

„Sein Finalgegner war allerdings dann wirklich eine Hausnummer“, sagte Darenberg über den Topfavoriten Schuler. Der hatte bis zum Endspiel in sechs Partien gar keinen Satz abgegeben. Zwar riss diese Serie im Endspiel gegen Hürmann, zum Überraschungssieg gegen den Rheinland-Pfälzer reichte es dennoch nicht. „Das ist aber keine Schande“, so Darenberg.

Medaillenlos blieb Hürmann in den beiden übrigen Wettbewerben. Im Doppel scheiterte er mit seinem langjährigen Partner Klaus Pfeiffer (TSV Bockum) im Viertelfinale an den topgesetzten Rudolf Steiner/Gerhard Zeidler (Bayern) in fünf Sätzen. Im Mixed war mit seiner Partnerin Johanna Steidl (TTC Frankenthal) schon in der ersten Runde Endstation. - jan

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